Fußball

Später Transferreigen startet BVB beendet Paco-Party - für Can-Deal?

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Braucht sich nicht mehr auf der BVB-Bank warmhalten: Paco Alcácer.

(Foto: REUTERS)

Bei Borussia Dortmund schlägt Stürmer Paco Alcácer vor eineinhalb Jahren voll ein. Der Spanier wird umjubelt - und verabschiedet sich nun ganz still vom Fußball-Bundesligisten. Gleichzeitig räumt er mit seinem Abgang nach Spanien den Weg frei für einen weiteren Top-Transfer.

Die Paco-Party ist beendet: Der einst umjubelte Torjäger Paco Alcácer verlässt Borussia Dortmund nach nur anderthalb Jahren und kehrt in seine spanische Heimat zum FC Villarreal zurück. Das gab der BVB bekannt. Der 26-Jährige erhält nach Angaben seines neuen Klubs einen Vertrag bis Juni 2025 und spült dem deutschen Vizemeister inklusive Bonuszahlungen rund 30 Millionen Euro in die Kassen.

"Wir bedanken uns bei Paco Alcácer für seine Leistungen im Trikot des BVB und wünschen ihm für seine Zukunft Gesundheit und maximalen sportlichen Erfolg", wird Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc in einer Pressemitteilung der Westfalen zitiert. Alcácers plötzlicher Abgang durch die Hintertür kam nicht mehr überraschend, Erling Haaland hat ihm zuletzt schon die Show gestohlen. Der wechselwillige Alcácer stand zum Rückrundenauftakt in Augsburg (5:3) überhaupt nicht im Kader, gegen Köln (5:1) schmorte er 90 Minuten auf der Bank.

Favre sortierte ihn aus

Dabei wurde er in Dortmund lange als Heilsbringer gefeiert, in 47 Pflichtspielen erzielte er 26 Tore für die Schwarz-Gelben. Nach seinem guten Saisonstart spielte er im Konzept von Trainer Lucien Favre aber keine Rolle mehr, im Winter-Trainingslager zeigte er sich wenig engagiert. Spätestens als es Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke auf der Jahreshauptversammlung im November als Fehler bezeichnet hatte, keinen weiteren Stürmer zu verpflichten, musste Alcácer hellhörig werden. "Ich habe damals nur gesagt, dass wir versäumt haben, einen bestimmten Neuner-Typ im Sommer zu verpflichten", sagte der BVB-Boss beim Sportbusiness-Kongress Spobis in Düsseldorf: "Einen Neuner wie Paco, der sehr große Qualitäten hat, haben wir von der Art schon noch im Portfolio."

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Emre Cans Chancen auf einen BVB-Transfer sind gestiegen.

(Foto: imago images/Action Plus)

Daher durfte Alcácer die Verhandlungen mit anderen Klubs aufnehmen, lange Zeit wurde eine Rückkehr zum FC Valencia favorisiert. Der Verein habe sich die Entscheidung "nicht leicht gemacht", betonte Zorc. Man müsse aber abwägen, "was bekomme ich noch von einem Spieler? Was kann ich noch erwarten?" Dies war im Fall Alcácers offenbar nicht mehr viel.

Jetzt könnte Can folgen

Haaland hat zudem mit seinen fünf Toren in den ersten beiden Spielen die schwarz-gelben Herzen im Sturm erobert. Der norwegische Super-Joker brennt im Duell gegen Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr/Sky und im Liveticker bei ntv.de) auf seinen ersten Startelfeinsatz. "Erling ist in einer hervorragenden Verfassung", sagte Zorc. Eine Startelfgarantie wollte ihm Favre allerdings noch nicht geben. "Es ist möglich, wir werden sehen", sagte der Schweizer.

Ähnlich zurückhaltend äußerte sich Favre über den möglichen Neuzugang Emre Can. Der Alcácer-Verkaufserlös könnte der Borussia weiteren finanziellen Spielraum für die geplante Verpflichtung eröffnen. Laut italienischen Medien sitzt der deutsche Nationalspieler von Juventus Turin bereits auf "gepackten Koffern" und ist sich mit dem BVB längst einig. Zorc bestätigte das Interesse. "Dass wir uns damit beschäftigen, ist kein Geheimnis. Aber da ist noch keine Entscheidung getroffen. Das Zeitfenster ist nur noch sehr begrenzt geöffnet", sagte Sportdirektor Michael Zorc mit Bezug auf das Ende der Wechselfrist am Freitag. Nach dem Ende der Paco-Party könnten der Haaland-Hype und die Emre-Ehrung übernehmen.

Quelle: ntv.de, ara/sid/dpa