Fußball

Was wird aus Havertz-Millionen? Chelsea-Sanktionen können für Leverkusen teuer werden

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"Der Stolz Londons" steht im Chelsea-Stadion auf den Tribünen.

(Foto: IMAGO/Shutterstock)

Der Wechsel von Kai Havertz zum FC Chelsea liegt schon zwei Jahre zurück, die Ablöse von mehr als 80 Millionen Euro ist aber noch nicht vollständig bezahlt. Die letzte Rate scheint nun im Zuge der Sanktionen gegen den Premier-League-Klub fraglich. Zumindest vorübergehend.

Die Sanktionen gegen den FC Chelsea treffen nicht nur den amtierenden Champions-League-Sieger, sondern strahlen offenbar bis in die Fußball-Bundesliga aus. Denn Bayer Leverkusen wartet noch auf 26,7 Millionen Euro, die der Londoner Klub als dritte und letzte Rate für den Wechsel von Kai Havertz nach Nordrhein-Westfalen überweisen muss. Das berichtet die "Sport Bild", der zufolge Leverkusen und Chelsea sich im Sommer 2020 darauf verständigt hatten, dass der Offensivspieler zwar umgehend nach England wechselt - die Ablösesumme von rund 80 Millionen Euro plus Bonuszahlungen aber in drei Raten fällig ist. Die erste Rate sofort, die zweite im Jahr 2021, die dritte in diesem Jahr.

Aktuell dürfte Chelsea allerdings in Schwierigkeiten geraten, seine Schulden in Leverkusen zu bedienen. Aufgrund der mutmaßlich engen Verbindungen zwischen Klubeigentümer Roman Abramowitsch und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ist auch der Premier-League-Klub von den Sanktionen anlässlich des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine betroffen. Der Ticketverkauf ist untersagt, das Reisebudget gedeckelt, die Blues dürfen keine neuen Spieler verpflichten, nicht einmal Verträge verlängern. Sportdirektor Petr Cech erklärte jüngst in einem TV-Interview: "Wir schauen derzeit nur von Tag zu Tag. Das liegt nicht unseren Händen. Die Gespräche darüber, ob wir die Saison beenden können, gehen weiter."

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Die "Daily Mail" berichtete sogar, dass schon Anfang April das Geld bei den sonst durch die Abramowitsch-Milliarden so erfolgsverwöhnten und finanziell sorgenfreien Londonern knapp werden könnte. Dann nämlich sollen die Gehälter in Höhe von umgerechnet rund 33,5 Millionen Euro fällig sein. Eine Auszahlung, die dem Bericht zufolge nicht gesichert ist. Sogar eine Insolvenz inklusive Punktabzug in der Premier League steht im Raum, die erneute Champions-League-Qualifikation über die Liga wäre dann ungleich schwerer zu erreichen.

Der naheliegendste Ausweg aus dem Sanktionsdilemma ist ein Eigentümerwechsel, auf den auch die britische Regierung drängt. Eine saudische Investorengruppe soll sich für den FC Chelsea interessieren, es wäre die nächste fragwürdige Geldquelle im Profifußball, dessen Protagonisten allerdings nur selten kritische Fragen stellen, solange die Millionen pünktlich fließen. Für den angestrebten baldigen Verkauf des sechsfachen englischen Meisters braucht Abramowitsch allerdings die Zustimmung der britischen Regierung. Diese Zustimmung gilt bei einem entsprechenden Angebot allerdings als durchaus wahrscheinlich. Dann dürfte Leverkusen die verabredete letzte Rate der Havertz-Ablöse trotz aller Unwägbarkeiten vertragsgemäß erhalten.

Quelle: ntv.de, tsi

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