Fußball

Zweifel beim FC Bayern wachsen Der "Fall Niklas Süle" wird unangenehm groß

Wenn der FC Bayern in der Champions League auf RB Salzburg trifft, dann wird Niklas Süle nicht dabei sein. Trainer Hansi Flick sieht nach wie vor einen Trainingsrückstand. Doch es gibt in München offenbar auch zunehmend Zweifel am 25-Jährigen.

Eigentlich sei mit dem Wort "Trainingsrückstand" doch alles gesagt, findet Hansi Flick. Weil Abwehrspieler Niklas Süle eben jenen habe, werde er auch in der Champions League fehlen. Dort spielt der FC Bayern am Abend gegen RB Salzburg (21 Uhr im Liveticker bei ntv.de) und möchte sich vorzeitig für die K.-o.-Runde im kommenden Jahr qualifizieren. Doch das Spiel gegen die unangenehm zu spielenden Österreicher ist eher ein kleines Thema in München. Stattdessen droht sich der "Fall Niklas Süle" unangenehm aufzutürmen.

Denn die "Bild"-Zeitung hatte in den vergangenen Tagen ins Spiel gebracht, dass der Hüne auch ein paar Problemchen mit dem Gewicht haben könnte. Zum großen Thema war Süle aber erst geworden, als er am vergangenen Samstag beim arg überraschenden Remis der Münchner gegen Werder Bremen nur auf der Tribüne saß. Anders als in den Tagen zuvor. Da war er bei der Nationalmannschaft für Bundestrainer Joachim Löw in zwei Länderspielen unverzichtbar gewesen. Trainingsrückstand also, wie kann das denn nun sein?

"Niklas war acht Tage in Quarantäne", erklärte Flick am Dienstag. "Er hat dann einmal bei uns mittrainiert und ist danach zur Nationalmannschaft. Da wird nicht so intensiv trainiert. Deswegen hat er aktuell einen Trainingsrückstand, den wir aufholen müssen." Aber die Interpretation der Situation dürfe natürlich jeder für sich übernehmen, so der Bayern-Coach. Nun, die Interpretation der Situation zu Ungunsten des jungen Fußballers, 25 Jahre ist er alt, bekommt nun reichlich Futter, haha.

Fast-Food - ein kleines Kernübel

Die "Sport Bild" berichtet von "internen Diskussionen" in der Führungsriege über den 25-Jährigen. Demnach sind die Bayern-Bosse unschlüssig, ob sie den 2022 auslaufenden Vertrag verlängern sollen. Gespräche über eine Ausdehnung des Arbeitspapieres lägen derzeit ohnehin auf Halde. Zunächst spiele der Nationalspieler "auf Bewährung". Süle müsse dem Bericht zufolge nämlich zunächst mal nachweisen, dass er "ein Bayern-Spieler" ist. Einer mit Hingabe, Gier und vor allem: Professionalität. Die bisweilen doch eher unprofessionelle Lebensweise Süles kommt demnach nicht sonderlich gut in der obersten Etage der Säbener Straße an.

Der kolossartige Innenverteidiger plagt sich immer mal wieder mit dem Gewicht herum. 2017, nachdem er seinen Wechsel von Hoffenheim zum Rekordmeister eingetütet hatte, outete sich der Nationalspieler als "Lebemann", der es mit der Ernährung nicht immer so uneingeschränkt professionell halte. Das Kernübel? Fast-Food, so verriet es Süle später freimütig. "Früher war es jeden Tag, jetzt ist es vielleicht noch zweimal die Woche. Ich fühle mich gut auf dem Platz." Das mit dem Gewicht nehme er "jetzt ein bisschen ernster. Ich bin zufrieden, und der Trainer ist auch mit meinem Gewicht zufrieden", hieß es im November 2017, damals hatte er die ersten vier Monate in München hinter sich, der Trainer hieß noch Jupp Heynckes.

"Wahnsinnige Qualitäten, die wir brauchen"

Gänzlich ohne Einordnung wollte Flick das Thema "Trainingsrückstand" indes nicht stehen lassen. Süle habe "wahnsinnige Qualitäten, die wir brauchen", sagte er, erinnerte auch an die zwei Kreuzbandrisse des Spielers und fügte dann aber hinzu: Er habe diese Qualitäten, wenn er "100 Prozent fit ist und 100 Prozent seiner Leistung abrufen kann". Das ist aktuell aber nicht der Fall. Eine Prognose, wann dies genau der Fall sein könnte, wollte der Trainer derweil nicht abgeben. Gegen Salzburg, auch das wollte er nicht verraten, werden also vermutlich die bestens miteinander eingespielten Jérôme Boateng und David Alaba starten. Der Österreicher womöglich auch als Linksverteidiger, weil Lucas Hernández weiter fraglich ist.

Was übrigens auch (wieder) unangenehm groß werden könnte: Die im kommenden Sommer auslaufenden Verträge von Boateng, Alaba und Javi Martínez - er wird gegen RB Salzburg vermutlich ebenfalls beginnen, will der FC Bayern laut " Sport Bild" wohl nicht verlängern. Hansi Flick, so hatte er zuletzt bereits mehrfach angedeutet, gefällt das nicht.

Quelle: ntv.de