Fußball

Schon ab diesem Wochenende Geisterspiele wohl für gesamte Bundesliga

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Keine Fans in München, das wird erstmal wieder die Bundesliga-Normalität.

(Foto: imago images/Lackovic)

Dass die Geisterspiele deutschlandweit wieder eingeführt werden, ist bereits am Morgen ein offenes Geheimnis. Nun kommen die Bund-Länder-Beratungen zu dem Schluss, dass es mit Fußball vor Fans zunächst nicht weitergehen kann. Noch in dieser Woche soll ein Beschluss gefasst werden.

In den Bundesligastadien wird es ab dem Wochenende wohl wieder gespenstisch still. Die Rückkehr der Geisterspiele im Profifußball war schon vor den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie ganz offensichtlich beschlossene Sache - nun sind die Politikerinnen und Politiker zu dem Schluss gekommen, dass bundesweit wieder Geisterspiele stattfinden sollen. "Man kann davon ausgehen, dass die Bundesliga ohne Zuschauer weiterspielen soll. Das ist eine richtige Entscheidung", sagte Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer im Anschluss. Eine endgültige Entscheidung soll am Donnerstag auf einer kurzfristig angesetzten Ministerpräsidentenkonferenz fallen.

Es gebe zwar noch "unterschiedliche Ansätze", berichtete Bayerns CSU-Ministerpräsident Markus Söder, doch alle seien sich einig gewesen, "dass im Fußball etwas passieren muss". Söder sprach sich dafür aus, "bis zum Jahresende in den Profiligen ohne Zuschauer auszukommen". Sollte sich nicht auf eine bundeseinheitliche Regelung verständigt werden, würde man "in Bayern einen Alleingang" machen. In Sachsen fand bereits am vergangenen Sonntag die Begegnung zwischen RB Leipzig und Bayer Leverkusen (1:3) ohne Zuschauer statt. Auch Baden-Württemberg sprach sich schon für Geisterspiele aus.

Söder begründete den Schritt damit, "dass die hohe Mobilität bei der An- und Abreise aktuell nicht verantwortbar ist". Der Fußball habe "eine große Vorbildfunktion". Daher müsse man "überall Kontakte reduzieren". Da Bayern mit zahlreichen Infektions-Hotspots zu kämpfen hat, war die Zahl der erlaubten Besucher in den Stadien zuletzt schon stark reduziert worden.

"Das hätte man unterbinden sollen"

Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz berieten ab Dienstagmittag dreieinhalb Stunden mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder über die Corona-Lage. Die Rufe nach einer Verschärfung der Schutzmaßnahmen und Beschränkungen waren in den vergangenen Tagen nochmals lauter geworden. Grund sind die hohen Infektionszahlen und die Verbreitung der neuen Omikron-Variante.

Dass die Geisterspiele oder zumindest starke Zuschauer-Beschränkungen wieder eingeführt werden, war bereits am Morgen ein offenes Geheimnis. Neben dem Fußball sind auch die anderen Sportarten betroffen. Schließlich ging es um das Thema der Großveranstaltungen in seiner Gesamtheit.

"Wir müssen Freizeitveranstaltungen deutlich zurückfahren", sagte der geschäftsführende CDU-Kanzleramtsminister Helge Braun schon im ZDF-Morgenmagazin: "Dass es am letzten Wochenende noch große Bundesligaspiele mit Zigtausenden von Besuchern gab, ist angesichts der dramatischen Lage im Land nicht mehr zu verantworten." Ähnlich äußerte sich Grünen-Chef Robert Habeck. "Die Bundesliga muss nicht in vollen Stadien spielen. Das ist jetzt schon möglich und hätte auch schon am letzten Wochenende untersagt werden können", sagte Habeck: "Es war ein Fehler, dass die Bundesliga am letzten Spieltag in vollen Stadien gespielt hat. Das ist völlig klar, das hätte man unterbinden sollen."

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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