Fußball

Schalke geht schon wieder unter Köln ärgert den FC Bayern, der zu hoch siegt

d2678260b2163a08f9dbe102d5f08f1c.jpg

23 Spieltage, 28 Tore: Robert Lewandowski ist einfach nicht zu stoppen.

(Foto: dpa)

Ein paar Wackler gibt es, am Ende aber ist die geballte Sturmwucht des FC Bayern zu viel für engagierte Kölner. Dortmund braucht Anlauf und Wolfsburg kassiert einfach keine Tore mehr. Beim FC Schalke gehen die Bundesliga-Lichter dagegen langsam aber sicher aus.

VfL Wolfsburg - Hertha BSC 2:0 (1:0)

Ein Eigentor von Lukas Klünter und ein Treffer von Maxence Lacroix haben für Hertha BSC die Situation im Bundesliga-Abstiegskampf weiter verschärft. Der Treffer von Mittelfeldspieler Klünter in der 38. Minute ins eigene Netz stellte die Weichen für eine unglückliche 0:2 (0:1)-Niederlage der Berliner beim VfL Wolfsburg. Lacroix (89.) besiegelte die Hertha-Pleite in Niedersachsen. Der VfL baute durch diesen schmeichelhaften Sieg Rang drei in der Tabelle aus und steuern die Champions League an. Dabei wäre sogar ein Sieg der Gäste alles andere als unverdient gewesen. In der 83. Minute wurde den Herthanern ein Foulelfmeter nach Videobeweis verweigert. In der 84. Minute traf Herthas Krzysztof Piatek außerdem den Pfosten. In der Nachspielzeit sah Wolfsburgs Marin Pongracic die Gelb-Rote Karte 90.+4).

Schon in der ersten Halbzeit war die Mannschaft von Pal Dardai ein absolut ebenbürtiger Gegner und ließ dem Favoriten kaum Raum für erfolgversprechende Angriffe. Vor dem Seitenwechsel waren die Gäste einem Treffer sogar deutlich näher als die Norddeutschen. Wolfsburgs Torhüter Koen Casteels war in der zehnten Minute bei einem Fernschuss von Lucas Tousart gefordert und lenkte den Ball mit der Hand auf die Oberkante der Querlatte. In der 34. Minute rettete Maximilian Arnold in letzter Sekunde gegen den einschussbereiten Matheus Cunha.

Der bis dahin sehr agile Cunha kehrte nach dem Seitenwechsel offenkundig wegen einer Oberschenkelblessur nicht mehr ins Spiel zurück. Um weiter in der Offensive präsent zu sein, wechselte Dardai Jhon Cordoba ein. Doch das Verletzungspech bei der Hertha setzte sich fort. In der 54. Minute war auch für Ex-Nationalspieler Sami Khedira früh Schluss. Aber auch ohne den Weltmeister von 2014 blieb die Alte Dame gefährlich: In der 58. Minute wurde Casteels binnen weniger Sekunden gleich zweimal aus kurzer Distanz geprüft und bestand.

Die Berliner agierten danach dominant, aber mehrfach fehlte ihren Pässen die letzte Genauigkeit. Wolfsburg beschränkte sich in dieser Phase auf das Konterspiel, brachte in der Vorwärtsbewegung aber kaum etwas zustande.

VfB Stuttgart - FC Schalke 04 5:1 (3:1)

Die Möchtegern-Rebellen von Schalke 04 stürzen mit wehenden Fahnen dem Abstieg entgegen. Nach dem angeblichen Spieler-Aufstand gegen Trainer Christian Gross unterlag das abgeschlagene Bundesliga-Schlusslicht auch beim Aufsteiger VfB Stuttgart und gab beim 1:5 (1:3) erneut ein trauriges Bild ab. Ein Weiter so mit Gross, dem vierten Schalke-Coach in dieser Horrorsaison, scheint schwer vorstellbar.

Doppelpacker Wataru Endo (10./26.), Sturmtank Sasa Kalajdzic (34.) mit seinem elften Saisontor sowie die eingewechselten Philipp Klement (88.) und Daniel Didavi (90.+2) sicherten dem VfB den erst zweiten Heimsieg dieser Spielzeit. Schalkes Kapitän Sead Kolasinac, der den Putsch gegen Gross laut Bild-Zeitung mit Shkodran Mustafi und Klaas-Jan Huntelaar angeführt haben soll, konnte nur zwischenzeitlich verkürzen (40.). Der eingewechselte Nabil Bentaleb vergab die Chance zum 2:3, als er mit einem Foulelfmeter an VfB-Torwart Gregor Kobel scheiterte (72.). Gross verfolgte das Grauen meist wie zu einer Statue erstarrt in der linken Ecke seiner Coaching-Zone stehend, die Hände tief in die Hosentaschen vergraben.

Der Japaner Endo erzielte seine ersten beiden Bundesliga-Tore nach demselben Muster: Nach einer Ecke stahl er sich am langen Pfosten davon und schoss jeweils aus kurzer Distanz ein. Vor dem 2:0 hätte der VfB nach dem Foul von Malick Thiaw an Silas Wamangituka (19.) einen Strafstoß bekommen müssen. Kalajdzic erhöhte per Kopf auf 3:0, ebenfalls nach einem Eckball. Michael Langer, der den verletzten Ralf Fährmann im Knappen-Tor vertrat, war abermals chancenlos.

Der Anschlusstreffer durch Kolasinac fiel buchstäblich aus dem Nichts, stärkte aber zunächst das arg angekratzte Schalker Selbstvertrauen. So gelang es den Gästen in der zweiten Hälfte, das VfB-Übergewicht im Mittelfeld in den Griff zu bekommen - am Ende wurde es dann trotzdem wieder einmal deutlich.

Borussia Dortmund - Arminia Bielefeld 3:0 (0:0)

Vize-Meister Borussia Dortmund hat den Kontakt zu den begehrten Champions-League-Plätzen wieder hergestellt. Die Mannschaft von Trainer Edin Terzic besiegte Arminia Bielefeld 3:0 (0:0) und verkürzte den Rückstand auf drei Punkte. Durch die Treffer von Mahmoud Dahoud (48.) und Jadon Sancho (58., Foulelfmeter) und das erste Bundesliga-Tor des Brasilianers Reinier (81.) feierte der BVB auch eine gelungene Generalprobe für das Viertelfinale im DFB-Pokal am Dienstag bei Borussia Mönchengladbach mit dem künftigen Dortmunder Coach Marco Rose. Aufsteiger Bielefeld droht nach nur einem Punkt aus den vergangenen fünf Spielen am Sonntag der Sturz auf einen direkten Abstiegsplatz.

05cde7db37f46e672ea756cd9fde2a06.jpg

Seltenes Bild: Ein BVB-Profi verwandelt einen Elfmeter.

(Foto: AP)

Jude Bellingham, Raphael Guerreiro (4.) und Giovanni Reyna (5.) vergaben in der stürmischen Anfangsphase die Möglichkeit zur frühen Führung. Die Bielefelder bekamen in der Folge mehr Ordnung in ihr Spiel, während sich der BVB einige Unkonzentriertheiten und Ballverluste leistete. Dem Dortmunder Spiel mangelte es an Kreativität und Tempo, erst nach rund einer halben Stunde wurden die Schwarz-Gelben wieder gefährlicher. Kapitän Marco Reus traf nach einem Fehler des Arminia-Torhüters Stefan Ortega die Oberkante der Latte (28.). Danach wurde der BVB zielstrebiger: Reyna setzte seinen Abschluss ans Außennetz (33.), dann parierte Ortega zweimal stark gegen Erling Haaland (38., 39.).

Der leichtfertige Umgang mit den eigenen Möglichkeiten hätte sich noch vor der Pause fast gerecht. Nach einem Ballverlust von Dahoud setzte Gäste-Stürmer Sergio Cordova den Ball frei vor Hitz aber am Tor vorbei (43.). Der Außenseiter blieb auch nach dem Wechsel mutig. Andreas Voglsammer prüfte Hitz mit einem Flachschuss (46.). Doch dann zog Sancho das Tempo an, ließ zwei Gegenspieler stehen und bediente Dahoud, der von der Strafraumgrenze zur Führung traf. Zehn Minuten später erhöhte Sancho nach einem Foul von Amos Pieper an Reus per Elfmeter. Der englische Jungstar beendete damit eine schwarze Serie: In der Liga hatte der BVB zuletzt drei Elfmeter in Folge verschossen.

FC Bayern München - 1. FC Köln 5:1 (2:0)

Bayern München hat bei der Rückkehr von Thomas Müller sein kleines Liga-Tief überwunden. Der deutsche Fußball-Rekordmeister gewann gegen den 1. FC Köln mit 5:1 (2:0) und baute den Vorsprung auf Verfolger RB Leipzig zumindest vorübergehend auf fünf Punkte aus. Das Team von Hansi Flick, das zuletzt aus zwei Spielen nur einen Punkt geholt hatte, fand trotz einiger Wackler vor dem Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky und im ntv.de-Ticker) wieder in die Spur. Der Sieg fiel zu hoch aus.

Eric Maxim Choupo-Moting brachte die Bayern in Führung (18.). Torjäger Robert Lewandowski erhöhte auf 2:0 (33.). Für den Weltfußballer war es bereits der 27. Saisontreffer. Als Köln nach dem 1:2 durch Ellyes Skhiri (48.) Aufwind bekam, schlug erneut Lewandowski eiskalt zu (64.). Die Vorarbeit leistete Müller, der nach überstandener Corona-Erkrankung erst 30 Sekunden im Spiel war. Den Schlusspunkt setzte Serge Gnabry (82./86.). Für Köln wird es nach der dritten Niederlage in Folge im Abstiegskampf immer brenzliger.

Köln agierte mutig und hatte erst einmal wenig Mühe, die Münchner Angriffsbemühungen zu kontrollieren. Die erste vernünftige Offensivaktion führte jedoch gleich zur Führung der Bayern. Nach exakter Flanke des überragenden Leon Goretzka war Choupo-Moting am langen Pfosten mit dem Kopf zur Stelle. Für den Offensivspieler war es das erste Ligator in dieser Saison. Danach wurde die Partie immer einseitiger. Jamal Musiala (24.) und Lewandowski (25.) hätten die Führung ausbauen können. Das besorgte dann nach erneut glänzender Vorarbeit des starken Goretzka wieder einmal Lewandowski.

Ein krasses Missverständnis zwischen Jérôme Boateng und David Alaba brachte Köln ins Spiel zurück. Skhiri nutzte den schweren Patzer mit einem schönen Heber aus. Die Bayern wackelten nun bedenklich. Flick brachte Müller, der erst am Donnerstag ins Training eingestiegen war, und Gnabry (nach Muskelverletzung zurück) - mit Erfolg.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.