Fußball

WM-Countdown (17) Astro-Alex nimmt einen DFB-Stern mit ins All

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Alexander Gerst startet am 6. Juni zum zweiten Mal zur ISS. Wieder einmal während der Fußball-WM.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Astronaut Alexander Gerst fliegt erneut während der Fußball-WM zur Raumstation ISS. 2014 kann er im All den Weltmeistertitel bejubeln. Diesmal nimmt er ein kleines, aber wichtiges Utensil für den Fall der Titelverteidigung gleich mit - einen Stern.

Nett, wenn es die russische Fußball-Nationalmannschaft übernimmt, einen an ein Thema zu erinnern, über das man schon lange schreiben wollte. Aktuell ist das Team im Trainingslager in Tirol, dort entscheidet sich, wer es in den endgültigen Weltmeisterschafts-Kader schafft. Bei Twitter wird der Aufenthalt der Russen in der Gemeinde Neustift in vielen Bildern dokumentiert, zuletzt gab es diese Aufnahmen vom Torwarttraining:

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Kommentar: "Wir fliegen, wir fliiiiiiiiegen. Die Torwarte von @Team_Russia sagen nein zur Schwerkraft." Fußball, Russland, fliegende Männer - Mist, ich wollte doch noch über Alexander Gerst schreiben!

Viel Zeit bleibt nicht mehr. Der deutsche Astronaut ist bereits in Baikonur, am 4. Juni wird seine Sojus-Rakete aus ihrem Hangar rausgerollt. Am Mittwoch schließlich, dem 6. Juni, steigt Gerst ein und fliegt, kurz nach 13 Uhr deutscher Zeit, los Richtung ISS. Was das mit Fußball zu tun hat? Einiges. Schon jetzt haben sie oben auf der Raumstation einen Fußball, die aktuelle Crew hat ihn mit hochgenommen, demnächst kommt er zurück auf die Erde. Denn mit diesem Ball soll am 14. Juni das Eröffnungsspiel zwischen Russland und Saudi-Arabien ausgetragen werden. Zusätzlich nehmen Gerst und seine beiden Reisegefährten Sergei Prokopjew und Serena Auñón sowohl die Maus als auch WM-Wolf Sabiwaka mit ins All - als Maskottchen und sogenannten Schwerelosigkeitssensor.

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Der Russe Prokopjew und der Deutsche Gerst gemeinsam im All, also ein Vertreter des WM-Gastgeberlandes und ein Vertreter des amtierenden Weltmeisters. Kein Wunder, dass da schon vor dem Abflug die Frage kursierte, wie die beiden es denn halten wollen, falls Deutschland gegen Russland spielt und die beidem im Weltraum gemeinsam das Spiel gucken.

Antwort: Erst mal feuert jeder seine eigene Mannschaft an. Was danach geschieht, hängt vom Ergebnis ab. Siegt Russland, dann muss Astronaut Gerst sich eine russische Flagge auf die Stirn malen lassen. Gewinnt Deutschland, darf Gerst dem Kosmonauten Prokopjew eine Glatze rasieren. Mit solch einem Wetteinsatz hat Gerst bereits Erfahrung: Als er 2014, während der WM in Brasilien, zum ersten Mal auf der ISS war, mussten dort die beiden amerikanischen Astronauten Haare lassen.

Katrin Scheib ist Journalistin, Schalke-Fan und kommt aus dem Rheinland. Als die deutsche Mannschaft 2014 in Brasilien Fußball-Weltmeister wurde, war sie gerade nach Moskau gezogen. Seitdem bloggt sie unter kscheib.de über ihren Alltag und informiert mit ihrem "Russball"-Newsletter jede Woche über den Fußball und die WM-Vorbereitungen in Russland. Und nun schreibt sie für n-tv.de den Countdown, bis das Turnier am 14. Juni beginnt.

Der wichtigste Zusammenhang zwischen Gerst und der Fußball-Weltmeisterschaft aber hat unmittelbar mit der deutschen Nationalmannschaft und deren Hoffnung auf eine Titelverteidigung zu tun. Einfacher gesagt: Gerst hat das Zeug zum Glücksbringer. Als Deutschland 2014 Weltmeister wurde, nähte sich Gerst auf der ISS zur Feier des Tages einen vierten Stern an sein Trikot, den er extra eingepackt hatte. Also bot Gerst diesmal an, das erneut zu tun. Okay, bei seiner ersten Frage ignorierte ihn der DFB noch, aber Gerst machte mit Astronautengelassenheit ein paar Monate später noch mal dasselbe Angebot. Und siehe da: Der DFB freut sich und stimmt zu, der fünfte Stern fliegt also Anfang Juni mit ins All. Ob er da auch angenäht wird, das entscheidet sich allerdings - auch in diesem Jahr - auf der Erde.

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Alle Folgen des WM-Countdowns finden Sie hier

Quelle: n-tv.de