Technik

Schnäppchen oder Finger weg? Huawei-Preise im Sinkflug

Huawei P30 Pro-8.jpg

Das Huawei P30 Pro bekommt man wohl schon bald für 600 Euro.

(Foto: kwe)

Nachdem Huawei-Smartphones durch den Google-Bann keine Android-Updates mehr erhalten, werden ihre Preise wohl in den kommenden Tagen deutlich sinken - auch die der Top-Geräte. Soll man die Gunst der Stunde nutzen oder lässt man besser die Finger von den vermeintlichen Schnäppchen?

Noch ist nicht klar, wie lange Huawei der Zugang zu US-Technologie verwehrt bleibt, aber derzeit sieht es für die Chinesen ziemlich düster aus. Google gibt ihnen keine Android-Lizenzen mehr und wichtige Hardware-Lieferanten springen ab. Vermutlich kann Huawei künftig nicht mal mehr seine eigenen Kirin-Prozessoren produzieren, da wohl auch Chip-Designer ARM die Zusammenarbeit auf Eis gelegt hat.

ANZEIGE
Huawei P30 Pro 128GB Handy, Schwarz, Android 9.0 (Pie), Dual SIM
EUR 679,00
EUR 999,00
*Datenschutz

All das beginnt sich jetzt auf die Preise auszuwirken, da die Nachfrage zurückgeht und der Wert der chinesischen Geräte durch fehlende Android-Updates sinkt. Deutsche Netzbetreiber bieten zwar noch Smartphones der Chinesen an, in anderen Ländern haben Mobilfunkunternehmen Huawei-Geräte bereits aus ihren Sortimenten genommen. Es wird deshalb in den kommenden Tagen und Wochen voraussichtlich immer mehr Schnäppchenangebote geben, auch für Top-Geräte wie dem Huawei P30 Pro. Lohnt es sich, dann zuzuschlagen?

Es geht erst los

Die großen Anbieter sind in Deutschland noch zurückhaltend, doch auch bei ihnen ist Huaweis Top-Smartphone schon deutlich günstiger zu haben als die unverbindliche Preisempfehlung von 1000 Euro zum Marktstart im April vorgab. Bei Clevertronic.de kostet das Gerät aktuell beispielsweise nur noch rund 770 Euro inklusive Versand. Doch wer auf spezielle Angebote achtet, bekommt das P30 Pro noch weit preiswerter. Unter anderem bietet es der deutsche Ebay-Shop Smartbuy-24 für knapp 700 Euro an, mit Gutschein sogar für rund 660 Euro.

ANZEIGE
Huawei Mate 20 Pro 128GB Handy, Android 9.0 (Pie), Dual SIM, schwarz (West European Version)
EUR 475,00
*Datenschutz

Ähnlich purzeln die Preise bei Huaweis anderem Top-Gerät, dem Mate 20 Pro, das seit November im Handel ist. Damals kostete es ebenfalls rund 1000 Euro, aktuell verschleudert es Mediamarkt für 600 Euro. Das erst kürzlich vorgestellte Huawei P30 Lite war laut Idealo-Grafik am 5. Mai kaum unter 370 Euro zu bekommen, jetzt gibt's das Smartphone schon ab 315 Euro - Tendenz: Sturzflug.

Wenn sich an Huaweis prekärer Situation nichts Grundlegendes verändert, dürften die Preise für seine Geräte weiter sinken und für sparsame Nutzer noch attraktiver werden. Dabei gibt es zwei große Fragen: Wann ist der richtige Zeitpunkt zuzuschlagen und sollte man überhaupt noch Huawei-Smartphones kaufen?

Risiko überschaubar

Grundsätzlich geht man beim Kauf eines Geräts, das sich bereits im Handel befindet, nicht das Risiko ein, dass es früher als ein anderes Gerät nicht mehr zu gebrauchen ist. So lange Google Huawei keine Lizenzen mehr erteilen darf, gibt es allerdings keine Android-Updates mehr. Aber auch das ist nicht allzu schlimm, da bei System-Aktualisierungen vorerst keine größeren Neuerungen mehr zu erwarten sind, die Nutzer schmerzlich vermissen könnten. Was Google bisher über das kommende Android Q verraten hat, ist jedenfalls wenig aufregend und viele Funktionen wie den Dunkel-Modus kann Huawei selbst liefern oder sie sind bereits in die EMUI-Benutzeroberfläche seiner Smartphones integriert.

Wichtiger sind Sicherheits-Updates. Sie sind wohl auch ohne Lizenz möglich und Huawei hat bereits versprochen, die Aktualisierungen weiter zu verteilen. Wie lange haben die Chinesen allerdings nicht gesagt. Dass man nicht weiß, wie lange Sicherheits-Updates kommen, ist aber ein Problem von vielen Android-Smartphones, wie kürzlich auch eine Prüfung von Stiftung Warentest wieder gezeigt hat. Zwei Jahre System-Updates und drei Jahre Sicherheits-Patches sind eigentlich nur bei Googles Pixel-Smartphones und Geräten im Android-One-Programm garantiert.

2018er-Modelle mit Android 9 interessanter

Aber selbst wenn Huawei zwei Jahre oder länger Sicherheits-Updates liefern sollte, sinkt der Wert ihrer jüngsten Smartphones ohne Android-Updates voraussichtlich noch schneller und tiefer als dies ohnehin schon der Fall ist. Das sollte man unbedingt berücksichtigen, bevor man zuschlägt. Bei den Flaggschiffen ist es sicher besser, noch zu abzuwarten. Fallen die Preise weiter, spart man mehr. Geht der Handelskonflikt zwischen China und den USA unerwartet schnell zu Ende, werden sie so schnell nicht wieder steigen und man hat noch genug Zeit, ein Schnäppchen zu machen.

ANZEIGE
Huawei P20 lite Smartphone (14.83 cm (5.84 Zoll), 64GB interner Speicher, 4GB RAM, 16 MP Plus 2 MP Kamera, Android 8.0, EMUI 8.0, Dual SIM) Midnight Black (West European Version)
EUR 199,99
*Datenschutz

Ein echter Kauftipp ist dagegen wohl schon jetzt das Huawei P20 Lite, das im vergangenen Jahr eines der meistverkauften Smartphones in Deutschland war. Denn es bekommt aktuell trotz des Google-Banns noch ein Update auf Android 9, wie Huawei auf Twitter bestätigt hat. Daher macht man beim Kauf des Handys für derzeit rund 200 Euro sicher keinen Fehler - man verpasst schlimmstenfalls noch ein großes System-Update. Das Gleiche gilt für das P20 Pro oder andere 2018er-Geräte von Huawei oder dessen Tochterfirma Honor: Haben sie Android 9 und ist der Preis tief genug, lohnt sich ein Kauf trotz US-Embargo.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema