Technik

Googles neue Mittelklasse Das Pixel 3a ist einfach gut

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Die Kamera ist das Highlight des Google Pixel 3a XL.

(Foto: kwe)

Mit dem Pixel 3a bringt Google jetzt auch ein Smartphone in der heiß umkämpften Mittelklasse auf den Markt. Das Gerät ist fast so gut wie das viel teurere Vorbild und die Kamera lehrt sogar 1000-Euro-Handys das Fürchten.

Google stellt zum Auftakt seiner Entwicklerkonferenz I/O das Pixel 3a und das Pixel 3a XL vor. Damit hat das Unternehmen jetzt erstmals auch Mittelklasse-Smartphones im Angebot. Sie sollen weitgehend die gleichen Vorzüge wie die im vergangenen Oktober herausgekommenen Vorbilder haben, sind aber mit rund 400 beziehungsweise 480 Euro wesentlich günstiger. n-tv.de hat mit dem Pixel 3a XL ausprobiert, ob dies gelungen ist.

Plastik statt Glas ist vernünftig

Von hinten sehen die Geräte wie Zwillinge aus, Google hat am grundsätzlichen Design nichts verändert. Allerdings besteht beim 3a-Duo die Rückseite nicht aus Glas, sondern aus Polycarbonat. Tatsächlich ist das aber eher ein Vor- als ein Nachteil. Denn die Verarbeitung der Mittelklasse ist so gut, dass man den Unterschied kaum fühlt und der Kunststoff hält im Vergleich zu Glas problemlos einen Sturz auf harte Untergründe aus. Leider ist die A-Klasse nicht gegen Staub und Wasser geschützt. Dafür bietet sie einen heutzutage selten gewordenen Klinkenstecker für Kopfhörer.

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Das Pixel 3a XL neben dem Pixel 3 XL.

(Foto: kwe)

Von vorne betrachtet erkennt man einige Unterschiede. So gibt es beim günstigeren Pixel keine "Notch" im Display und auch das größere Modell hat nur eine Frontkamera. Außerdem sitzen die Stereo-Lautsprecher im Rahmen neben der USB-C-Buchse und nicht vorne unterm Display. Das stört alles nicht, lediglich der sehr breite Rahmen ober- und unterhalb des Bildschirms sieht etwas altbacken aus.

Tolles Display, ausreichend Leistung

Das macht das ausgezeichnete OLED-Display wieder wett, das zwar auf 6 Zoll "nur" die Auflösung Full-HD+ bietet, aber mit einer Pixeldichte von 402 ppi immer noch knackig scharf ist. Außerdem zeigt es schöne Kontraste und Farben und kann ausreichend hell leuchten, um auch bei Tageslicht im Freien gut ablesbar zu bleiben.

Technische Daten

  • System: Android 9
  • Display Pixel 3a: 5,6 Zoll, gOLED, FHD+, 18,5:9, 441 ppi
  • Display Pixel 3a XL: 6,0 Zoll, gOLED, FHD+, 18:9, 402 ppi
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 670
  • Arbeitsspeicher: 4 GB
  • Interner Speicher: 64 GB
  • Kamera: 12,2 MP, f/1.8, OIS
  • Frontkamera: 8 MP, f/2.0
  • LTE Cat. 11, WLAN ac, 2x2 MIMO, Bluetooth 5.0, NFC
  • USB-C 2.0
  • Stereo-Lautsprecher, Active Edge, Fingerabdruck-Sensor
  • Akku Pixel 3a: 3000 mAh
  • Akku Pixel 3a XL: 3700 mAh
  • Abmessungen Pixel 3a: 151,3 x 70,1 x 8,2 mm
  • Abmessungen Pixel 3a XL: 160,1 x 76,1 x 8,2 mm

Unter der Haube werkelt beim Pixel 3a mit dem Snapdragon 670 Qualcomms aktuell bester Mittelklasse-Chip. Er kann zwar keine Benchmark-Rekorde brechen, ist aber so kräftig, dass sich das Gerät jederzeit wie ein Oberklasse-Smartphone verhält. Das liegt zu einem Großteil an der perfekten Abstimmung mit Googles purem Android, wodurch auch 4 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher absolut ausreichend sind.

Weil Prozessor und Betriebssystem so genügsam arbeiten, das Display nicht mit übertriebener Auflösung protzt und Ressourcen clever verwaltet werden, kommt das Pixel 3a XL mit einer Akku-Kapazität von 3700 Milliamperestunden (mAh) problemlos über den Tag und hat auch für die Nacht noch genügend Reserven. Im Notfall hält die Batterie nach 15 Minuten am mitgelieferten Schnellade-Gerät wieder bis zu sieben Stunden durch. Das kleinere Gerät hat nur einen Akku mit 3000 mAh. Ob dieser ebenso lange durchhält kann n-tv.de nicht sagen, die Kapazität scheint aber doch etwas knapp bemessen zu sein. Induktiv kann man die Geräte nicht laden, das wäre aber auch lediglich ein nettes Extra - man braucht es nicht wirklich.

Für den Alltag gut gerüstet

Wichtiger für den Nutzer ist, dass sich das Gerät auch bei solchen Aufgaben keine Schwäche leistet, die weniger im Fokus stehen, aber für den Alltag trotzdem sehr wichtig sind. Der Empfang ist im Mobilfunknetz, über WLAN und Bluetooth ausgezeichnet, der Klang laut, klar und deutlich. Und was viele Hersteller mit ihren überladenen Nutzer-Oberflächen nicht hinbekommen: Ein Pixel ist ein einfaches Smartphone, das man ohne die Anleitung zu studieren bedienen kann.

Nicht ins Bild passt da lediglich "Active Edge". Damit kann man den Google Assistant starten oder das Gerät stummschalten, indem man beide Seiten des Smartphones drückt. Das ist überflüssig und nervt mit ungewollten Assi-Starts, wenn man die Empfindlichkeit nicht kräftig nach unten regelt. Gut, dass man "Active Edge" auch einfach abschalten kann.

Ausgezeichnete Kamera

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Der Nachtmodus des Pixel 3a ist für ein Mittelklasse-Smartphone beeindruckend.

(Foto: kwe)

Highlight des Pixel-3a-Duos ist die 12,2-Megapixel-Kamera auf der Rückseite, die wie beim teuren Vorbild mit großen Pixeln, lichtstarker Blende f/1.8 und optischen Bildstabilisator ausgestattet ist. Und obwohl das Mittelklasse-Gerät schwächer auf der Brust ist, haben es Googles Software-Künstler hinbekommen, dass die Knipse nahezu ebenso gute Bilder macht wie die Kamera des Pixel 3. Dazu gehört nicht nur ein erstaunlich feines künstliches Bokeh bei Porträts, sondern auch Nachtaufnahmen, die lediglich Huaweis Top-Smartphones noch besser hinbekommen.

Ja, ein Tele- oder Superweitwinkel-Objektiv wäre in manchen Situationen nützlich. Aber was Google alleine über die Software hinbekommt, schaffen andere Mittelklasse-Geräte nicht mit Dual- oder Triple-Kameras. Sogar der digitale Zoom liefert auf höchster Stufe noch respektable Ergebnisse.

Sehr gut sehen auch die stabilisierten Videos des Pixel 3a aus, bei denen 4K-Aufnahmen immerhin noch mit 30 Bildern pro Sekunde (fps) gemacht werden. In Situationen mit viel Bewegung sind Full-HD-Filme mit 60 fps aber die bessere Wahl.

Reduzierte Pixel-3-Geräte noch attraktiver

Alles in allem sind Pixel 3a und 3a XL für Google-Freunde, die weniger als 500 Euro für ein richtig gutes Android-Smartphone ausgeben möchten, die fast perfekte Wahl. Die Geräte bieten fast die gleichen Vorteile wie die teuren Vorbilder, kosten aber nur die Hälfte. Das trifft allerdings derzeit lediglich für Googles eigenen Shop zu, was ein Problem für die neue Pixel-Mittelklasse ist. Denn auch wenn der Hersteller selbst seine Rabattaktionen eingestellt hat, verkaufen MediaMarkt & Co. die Geräte weiter stark reduziert. Ein Pixel 3 XL kostet dort nur 630 statt 950 Euro, der kleinere Bruder 530 statt 850 Euro. Damit bieten sie das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis als die neue Mittelklasse.

Quelle: n-tv.de

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