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Sars-CoV-2 in Modellrechnung Alle Coronaviren der Welt passen in eine Cola-Dose

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Winzige Ausmaße, verheerende Folgen: Laut Berechnungen eines Mathematikers füllen alle Coronaviren der Welt nicht mal eine ganze Getränkedose.

(Foto: picture alliance / Romain Fellens)

Die Corona-Pandemie führt uns schmerzlich vor Augen: Etwas sehr Kleines kann gewaltige Folgen haben. Wie winzig die Coronaviren, die zurzeit das Leben auf der Erde bestimmen, tatsächlich sind, zeigt ein Mathematiker aus Großbritannien anhand einer erstaunlichen Modellrechnung.

Die Coronavirus-Pandemie hat die Welt fest im Griff. Gesundheitssysteme kommen an ihre Grenzen, Millionen Menschen sterben. Lockdowns machen der Wirtschaft weltweit schwer zu schaffen. Die Anstrengungen im Kampf gegen etwas, das mit bloßem Auge nicht mal erkennbar ist, sind immens. Wie winzig der gemeinsame Feind tatsächlich ist, hat der Mathematiker Kit Yates von der University of Bath in einer Modellrechnung verdeutlicht. Sein Ergebnis: Würde man sämtliche Coronaviren, die zurzeit auf der Welt existieren, sammeln, würden sie in eine einzelne Cola-Dose passen.

Für seine Kalkulation hat Yates drei ausschlaggebende Faktoren berücksichtigt: die Größe von Sars-CoV-2, die Anzahl der Viren, die ein infizierter Mensch in sich trägt und zuletzt die Zahl aktuell Infizierter weltweit. Dabei hat er es gleichzeitig mit sehr großen, aber auch sehr kleinen Zahlen zu tun. Denn ein einzelnes Coronavirus misst nur zwischen 60 und 140 Nanometer im Durchmesser. Ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter. Yates rechnet für sein Modell mit einer durchschnittlichen Größe von 100 Nanometern.

Dieser winzige Erreger dringt bei einer Infektion in die Zellen des Menschen ein und vermehrt sich dort. Die Zahl der Viren im Körper steige so in den ersten Tagen zunächst an, erreiche etwa am sechsten Tag einen Höhepunkt und sinke danach wieder ab, erklärt Yates. Einer Studie zufolge trägt ein Mensch am Höhepunkt der Infektion zwischen einer und hundert Milliarden Coronaviren im Körper. Yates entscheidet sich bei seinen Berechnungen für die höhere Zahl.

"Das schlimmste Getränk der Geschichte"

Nun muss er noch herausfinden, wie viele Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert sind. Das lässt sich allerdings nur vermuten. Offiziellen Daten zufolge infizieren sich täglich etwa eine halbe Million Menschen. Die hohe Dunkelziffer wird hier allerdings nicht berücksichtigt. Daher gehen Experten davon aus, dass es jeden Tag rund 2,5 Millionen neue Corona-Infektionen gibt. Yates rundet auf drei Millionen Infizierten pro Tag auf, die dann über mehrere Tage Viren produzieren.

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Wie bei gestapelten Orangen passen auch Coronaviren nicht perfekt aneinander. Es bleibt immer ein Leerraum zwischen den einzelnen Partikeln.

(Foto: imago stock&people)

So kommt er zum Schluss, dass es bei den aktuellen Infektionszahlen weltweit etwa zwei Trillionen Coronaviren gibt. Diese enorme Zahl entspricht etwa der Menge an Sandkörnern auf der ganzen Erde. Und trotzdem passen die Viren, weil jedes einzelne Virus so klein ist, wiederum in ein Volumen von nur rund 160 Millilitern, rechnet Yates vor. Eine Coca-Cola-Dose fasst 330 Milliliter. Dabei hat er auch berücksichtigt, dass die kugelförmigen Viren nicht perfekt aneinanderpassen, es also auch freie Zwischenräume gibt, wie wenn man Orangen zu einer Pyramide stapelt.

Das bedeutet, dass nicht mal eine Softdrink-Dose voll Viren für die weltweite Pandemie verantwortlich ist. "Es ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass all der Ärger, die Not und der Verlust von Menschenleben, die im letzten Jahr entstanden sind, nur ein paar Schlucke von dem ausmachen würden, was zweifellos das schlimmste Getränk der Geschichte wäre", resümiert Yates.

Quelle: ntv.de, hny