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Alarmierender Umweltreport EU verbraucht Ressourcen von 2,8 Planeten

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Der Ausstoß von Treibhausgasen heizt den Klimawandel an.

(Foto: dpa)

Insbesondere in Europa werden die Themen Umweltschutz und Klimawandel heiß diskutiert. Eine Studie zum europäischen Ressourcenverbrauch kommt nun zu einem alarmierenden Ergebnis. Demnach geht die EU mit nachhaltigen Rohstoffen gefährlich verschwenderisch um.

Würden alle Menschen so leben wie in der Europäischen Union, hätte die Menschheit einer aktuellen Studie zufolge schon am 10. Mai sämtliche Ressourcen der Erde verbraucht - zumindest die, die unser Planet in diesem Jahr nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Das zeigt ein Report der Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) und des Global-Footprint-Netzwerks.

Erdüberlastungs- oder Welterschöpfungstag

Grundlage für die Berechnungen ist der ökologische Fußabdruck. Darin spiegelt sich wider, wie stark der Mensch das Ökosystem beansprucht, um etwa Energie, Nahrung und Holz zu gewinnen. Die Analysen des "Global Footprint Networks" messen den Verbrauch an natürlichen Ressourcen und die Ressourcenkapazität von Nationen über Jahre hinweg. Anhand der Daten - etwa 15.000 Datenpunkte pro Jahr und Land - wird seit 1961 bereits der "Fußabdruck" von mittlerweile mehr als 200 Nationen ermittelt.
Er wird berechnet, indem gegenübergestellt wird, was genau verbraucht und wie viel CO2 von einer Nation ausgestoßen wird. Verbrauch und Ausstoß erfordern produktive Bereiche wie etwa Ackerland für Nahrung und etwa Waldflächen, um CO2 aufzunehmen und wieder aus der Atmosphäre zu entfernen. Diese Werte werden in "globale Hektar" übertragen. Die Summe an Fläche, die benötigt wird, um dem Ressourcenverbrauch und dem CO2-Ausstoß zu entsprechen, ergibt den ökologischen Fußabdruck.

"Die Erde ächzt unter unserem ökologischen Fußabdruck", erklärte der Geschäftsleiter beim WWF Deutschland, Jörg-Andreas Krüger. "In Europa verbrauchen wir so viele Ressourcen, als stünden uns 2,8 Planeten zur Verfügung."

Der WWF forderte anlässlich des EU-Gipfeltreffens im rumänischen Sibiu, den Schutz der Lebensgrundlagen ganz oben auf die europäische Politikagenda zu setzen. Spätestens nach der Europawahl müsse Nachhaltigkeit das EU-Leitmotiv werden.

Einer der größten Treiber für die Überlastung der Erde ist dem WWF zufolge der Ausstoß von Treibhausgasen, welche die Klimakrise anheizen. "Wir müssen jetzt handeln, um uns und unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen - die Forderungen der Fridays-For-Future-Bewegung könnten nicht besser gerechtfertigt sein", hob Krüger hervor.

Mit Blick auf die bevorstehende Europawahl erklärte Krüger, der Urnengang Ende Mai biete "die große Chance, Parteien und Kandidatinnen und Kandidaten zu unterstützen, die verstanden haben, dass unser Wohlstand und unser Wohlergehen unmittelbar von der Gesundheit unserer Umwelt abhängen - die Erde braucht unsere Stimme".

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Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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