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"Sie sind Krieger" Entdeckte Welsarten sehen erschreckend aus

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Eine der neuen Wels-Arten wurde benannt nach dem Naturschützer Connie Keller, ehemaliger Kuratoriums-Vorsitzender des Field Museums Chicago.

(Foto: Jonathan W. Armbruster/dpa)

Der südamerikanische Regenwald an Amazonas und Orinoco gehört zu den artenreichsten Regionen der Welt. Dort entdecken Forscher neue Fischarten mit äußerst bizarrem Aussehen. Sie tragen Tentakeln, klauenartige Stacheln und einen Schild "wie eine Rüstung".

Tentakeln am Mund, Stacheln am Kopf, knochige Platten am Rumpf: Im Einzugsgebiet von Amazonas und Orinoco haben Forscher sechs bizarre, bislang unbekannte Welsarten entdeckt. Sämtliche Tiere zählen zur Gattung der Antennen-Harnischwelse (Ancistrus), wie das Team um Lesley de Souza vom Field Museum Chicago im Fachblatt "Zootaxa" berichtet. Aquaristen halten Vertreter dieser Gruppe gerne als Scheibenputzer, etwa den Blauen Antennen-Harnischwels.

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Ancistrus patronus heißt nach der väterlichen Fürsorge der Gattung für den Nachwuchs.

(Foto: Jonathan W. Armbruster/dpa)

Die neu beschriebenen Fische sind zwischen 7 und 15 Zentimeter lang. Tentakeln haben nur die Männchen, die die Nester gewöhnlich gegen Fressfeinde bewachen. "Sie tragen Tentakeln an der Schnauze, aus ihren Schädeln ragen Stacheln fast wie Klauen, um sich selbst und ihre Nester zu schützen und ihr Körper ist von einem knochigen Schild bedeckt, wie ein Rüstung", sagt Erstautorin de Souza. "Sie sind Krieger."

Männchen als Beschützer des Nestes

Eine Art tauften die Forscher auf den Namen Ancistrus patronus, also Schutzherr. Dies soll die Rolle des Männchens als Beschützer des Nestes widerspiegeln. Der Name des an einem Valentinstag entdeckten Ancistrus yutajae bezieht sich auf eine Legende von Ureinwohnern der Region über zwei Liebende.

Insgesamt beschreiben die Forscher elf Welsarten in dem Gebiet, davon waren fünf schon bekannt. Sämtliche Tiere leben im Hochland von Venezuela, Kolumbien und Guyana, auf dem sogenannten Guyana-Schild. Sie bevorzugen klare, schnell fließende Gewässer und sind vermutlich anfällig für Störungen ihres Lebensraums. Dazu zählen die sich ausbreitende Landwirtschaft, Abholzung sowie Goldsucher, die Flussbetten ausbaggern und zur Extraktion des Goldes Quecksilber einsetzen.

Die wissenschaftliche Beschreibung der Welse sei der erste Schritt zu ihrem Schutz, betont Forscherin de Souza. "Alles fängt mit der Benennung einer Art an und mit der Kenntnis, wie viele Arten es gibt. Wenn man die Taxonomie kennt, kann mit die Ökologie und das Verhalten studieren und Maßnahmen zum Schutz ergreifen."

Quelle: n-tv.de, Walter Willems, dpa

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