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Bericht der Bundesregierung Erderwärmung tötet Tausende Deutsche

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Ernteausfälle wegen Hitze gibt es auch in Deutschland. Und die Temperatur steigt weiter.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Klimaerwärmung ist jetzt schon tödlich. Für Eisbären, Pflanzen, Insekten - und letztendlich auch für Tausende Menschen in Deutschland. Das ist nun in einem Bericht der Bundesregierung zu lesen.

Im Jahr 2003 sind rund 7500 Menschen mehr gestorben, als ohne Hitzeperiode zu erwarten gewesen wäre. In den Jahren 2006 und 2015 gab es jeweils 6000 zusätzliche Todesfälle. Zu diesem Befund kommt der zweite Klima-Monitoringbericht der Bundesregierung. Bundesumweltministerin Svenja Schulze nannte die Befunde "alarmierend".

Erstellt wurde der Bericht von ihrem Ministerium und dem Umweltbundesamt (UBA). Dessen Präsidentin Maria Krautzberger sagte: "Deutschland steckt mittendrin in der Erderhitzung, mit weitreichenden Folgen für Umwelt, Gesellschaft und Gesundheit." Es müsse "dringend vorgesorgt werden, um diesen Folgen zu begegnen".

Hitze schadet der Gesundheit

Durch die Erderwärmung komme es zu mehr Gesundheitsrisiken durch die Hitzebelastung, einem Anstieg der mittleren Oberflächentemperatur der Nordsee sowie zu stärkeren Ertragsschwankungen in der Landwirtschaft, führt der Bericht aus. Ihm zufolge erhöhte sich die mittlere Lufttemperatur in Deutschland von 1881 bis 2018 um 1,5 Grad. Allein in den letzten fünf Jahren stieg sie um 0,3 Grad an.

UBA-Präsidentin Krautzberger verwies darauf, dass die Erhöhung der mittleren Temperatur mit einer höheren Anzahl "heißer Tage" verbunden sei - dies sind Tage, an denen die Temperaturen über 30 Grad steigen. Deren Zahl sei seit 1951 von etwa drei auf derzeit etwa zehn Tage pro Jahr gestiegen. Das setze auch den Menschen zu, vor allem in den Städten. "Die Folgen des Klimawandels treten immer deutlicher zutage", sagte Ministerin Schulze. "Dem können wir nur mit vorsorgendem Klimaschutz und konsequenter Anpassung an den Klimawandel begegnen." Im Alltag müsse die Entwicklung konkrete Auswirkungen haben.

Beim Bauen und Pflanzen vorsorgen

Die Klima-Entwicklung erfordere beispielsweise, sich bei allen Bau- und Infrastrukturprojekten besser vor Beeinträchtigungen durch Hitze, Starkregen oder Hochwasser zu wappnen. Das gelte insbesondere auch für die städtischen Wohngebiete. Begrünte Dächer und Gebäudefassaden, Wasserflächen und verschattete Plätze linderten hier Hitze und verbessern den Regenwasserrückhalt, sagte die Ministerin. Sie verbesserten zugleich die Luftqualität. "Eine solche nachhaltige Klimaanpassung macht unsere Infrastruktur nicht nur robuster, sie sichert auch den Standort Deutschland und bringt einen Mehrwert für unsere Lebensqualität."

Krautzberger forderte, das Monitoring weiter zu verbessern. Denkbar sei hier zum Beispiel ein von Bund und Ländern getragenes und finanziertes Sonderprogramm "Klimavorsorge", sagte sie.

Quelle: pbu/AFP