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Ungesundes Wachstum Jeder zweite Chinese ist übergewichtig

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Geänderte Ernährungsgewohnheiten tragen zur Verbreitung von Übergewicht bei.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Die Wirtschaft wächst, der Körperumfang auch: Kalorienreiche Ernährung und zunehmend sitzende Tätigkeiten führen dazu, dass immer mehr Chinesen einen kritischen Body-Mass-Index erreichen. Auch bei Kindern verschärft sich das Problem.

In China gelten erstmals mehr als die Hälfte aller Erwachsenen als übergewichtig. 16,4 Prozent dieser Menschen werden als fettleibig eingestuft, wie aus einem Bericht der Nationalen Gesundheitskommission hervorgeht. Auch bei chinesischen Kindern wird immer häufiger Übergewicht diagnostiziert. Als übergewichtig werden Personen mit einem Body-Mass-Index (BMI) ab 25 eingestuft, Fettleibigkeit beginnt bei einem BMI ab 30.

Fachleute machen kalorienreiche Mahlzeiten und zu wenig Bewegung für den Trend in der Volksrepublik verantwortlich. Noch im Jahr 2002 waren lediglich 29 Prozent der chinesischen Erwachsenen übergewichtig. Deutlich ist der Anstieg auch bei den Kindern und Jugendlichen: Galten im Jahr 2012 noch rund 16 Prozent der Sechs- bis 17-Jährigen als übergewichtig, sind es laut dem neuen Bericht inzwischen 20 Prozent.

Grund: das rasante Wirtschaftswachstum in China

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Als Grund für den Anstieg führen Experten das rasante Wirtschaftswachstum in China der vergangenen Jahrzehnte an. Neben einer kalorienreichen Ernährung sei auch der von immer mehr Sitzen geprägte Lebensstil problematisch. So machten viele Erwachsene in China zu wenig Sport, stünden ständig unter Druck und hätten "ungesunde Arbeitszeiten", sagte der Ernährungsexperte Wang Dan aus der nordchinesischen Stadt Harbin.

Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs. Weltweit nimmt die Zahl an Übergewichtigen zu. In Asien ist vor allem der Südosten des Kontinents betroffen, am höchsten ist die Rate in Malaysia. Dort waren laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im vergangenen Jahr rund 65 Prozent der Menschen übergewichtig oder fettleibig. In Deutschland sind dem RKI zufolge 54 Prozent der Erwachsenen betroffen.  

Quelle: ntv.de, ino/AFP