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Mindestens zwei Tassen am Tag Kaffee könnte Prostatakrebsrisiko senken

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Kaffee ist weltweit ein beliebtes Getränk und könnte für Männer mehr sein als ein Wachmacher.

(Foto: imago images/Westend61)

Kaffee geht bei vielen immer. Der regelmäßige Genuss des beliebten Getränks könnte die Entstehung verschiedener Erkrankungen verhindern. Prostatakrebs gehört einer jüngsten Analyse zufolge auch dazu.

Kaffee kann einer Metaanalyse zufolge das Risiko für Prostatarisiko bei Männern senken. Das haben Forschende in China herausgefunden. Das Team um Xiaonan Chen von der Medizinischen Universität Shenyang analysierte die Daten aus 16 verschiedenen Studien, an denen über eine Million Teilnehmer mitwirkten. Insgesamt erkrankten im Verlauf dieser Studien 57.732 der Probanden an Prostatakrebs, schreiben die Forschenden in der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse.

In 15 der 16 Studien wurden die Teilnehmer explizit nach ihrem Kaffeekonsum befragt. In 13 Untersuchungen wurde zusätzlich bestimmt, ob und wie sich das Prostatakrebsrisiko mit jeder zusätzlich getrunkenen Tasse Kaffee veränderte. Als Kaffeetrinker wurden die Studienteilnehmer eingeordnet, die täglich zwei bis neun Tassen Kaffee tranken. Diejenigen, die weniger als zwei Tassen Kaffee am Tag oder gar keinen Kaffee konsumierten, galten als Nichtkaffeetrinker.

Nach der Auswertung der Daten zeigte sich, dass diejenigen, die viel Kaffee täglich tranken, seltener an Prostatakrebs erkrankten. Die Forschenden errechneten beispielsweise für Kaffeevieltrinker ein neun Prozent geringeres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, im Vergleich zu denen, die keinen oder nur eine Tasse Kaffee täglich tranken. Resümierend legt die Studie also nah, dass ein höherer Kaffeekonsum mit einem geringeren Risiko für Prostatakrebs verbunden sein kann. Wissenschaftlich gesichert, ist aber auch dieser Zusammenhang nicht. Es gab auch Studien, in denen ein hoher Kaffeekonsum mit einem erhöhten Prostatarisiko in Verbindung gebracht worden ist.

Risiko steigt mit dem Alter

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In Deutschland ist Prostatakrebs mit 60.000 Neuerkrankungen im Jahr die am häufigsten diagnostizierte Krebsart bei Männern. 12.000 bis 14.000 von ihnen sterben jährlich daran. Das Durchschnittsalter, in dem die Erkrankung erkannt wird, liegt hierzulande bei 72 Jahren. Da das Risiko für Prostatakrebs mit dem Alter steigt, zahlen Krankenkassen die Vorsorgeuntersuchungen für Männer ab 45 Jahren.

Auf der Grundlage der Erkenntnisse, dass Kaffee entzündungshemmende und antioxidative Wirkungen zeigt, den Glukosestoffwechsel und die Bildung von Sexualhormonen beeinflusst, ist jedoch denkbar, dass er auch protektiv gegen Prostatakrebs wirkt. Um welchen Kaffee es sich dabei handelt, wie dieser zubereitet und schließlich getrunken wird oder ob jede Art von Kaffeegetränk wirkt, kann auch durch die systematische Metaanalyse nicht beantwortet werden. Wie so oft sind auch diesbezüglich noch viele weitere Untersuchungen nötig.

Quelle: ntv.de, jaz

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