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RKI-Studie zum Migränetag Kopfschmerz plagt jeden zweiten Deutschen

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Vor allem Berufstätige betroffen: Frauen leiden deutlich öfter an Migräne als Männer.

(Foto: imago images/Westend61)

Menschen, die Kopfschmerzen oder Migräne haben, leiden beträchtlich, aber gehen selten zum Arzt. Das Robert-Koch-Institut widmet dieser Geißel des Alltags nun eine große Studie. Das Ergebnis: Jeder zweite Deutsche ist betroffen, Frauen aber deutlich öfter als Männer.

Kopfschmerzen sind laut einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Deutschland weit verbreitet, am häufigsten sind Migräne und Spannungskopfschmerzen. "Insgesamt berichteten 51,1 Prozent der Teilnehmenden von Kopfschmerzen in den letzten zwölf Monaten", heißt es in einer aktuellen Studie. Frauen sind demnach über alle Altersgruppen hinweg sowohl häufiger von Migräne als auch von Spannungskopfschmerzen betroffen als Männer. So erfüllen laut der Befragung 14,8 Prozent der Frauen die vollständigen Migräne-Kriterien, aber nur 6,0 Prozent der Männer.

Spannungskopfschmerzen und Migräne träten überwiegend im erwerbsfähigen Alter auf und nähmen dann stetig ab, schreiben die Autoren. Sie beleuchteten auch die Folgen für die Lebensqualität der Betroffenen: Kopfschmerzattacken schränkten bei vielen die Funktionsfähigkeit im Alltag stark ein, so das RKI. Die Leistungsfähigkeit im Beruf leide, ebenso Sozialkontakte und Freizeitaktivitäten. Weiter hieß es, dass Menschen, die besonders von Migräne betroffen seien, häufiger von Begleiterkrankungen wie Depression, Schlafstörungen oder anderen Schmerzerkrankungen berichteten.

Erkrankte greifen vor allem zu Medikamenten

Befragt wurden rund 5000 Erwachsene zwischen Oktober 2019 und März 2020. Erreicht werde ein hoher Grad an Repräsentativität für die Allgemeinbevölkerung hierzulande, hieß es. Alle Teilnehmenden mit Kopfschmerzen in den letzten zwölf Monaten hatten die Möglichkeit, mehrere Kopfschmerzarten zu beschreiben. Hierzu wurde die Frage gestellt: "Haben Sie immer den gleichen Kopfschmerz oder haben Sie verschiedene Kopfschmerzarten?" Personen, die verschiedene Kopfschmerzarten angaben, erhielten laut RKI die Fragen zu Anzahl, Dauer, Charakteristiken sowie zu Begleiterscheinungen ihrer Kopfschmerzen zweimal. Für jede der beiden berichteten Kopfschmerzarten wurde eine eindeutige Zuordnung entweder zu Migräne oder zum Spannungskopfschmerz vorgenommen.

Wie das RKI erläutert, geht die Bedeutung von Kopfschmerzen aus den meisten Statistiken zur gesundheitlichen Versorgung nicht hervor. Viele Kopfschmerzgeplagte gehen laut der Untersuchung mit den Beschwerden nicht zum Arzt, sie nehmen Medikamente. Da die Arbeitsunfähigkeiten meist kurz seien, fänden sich Kopfschmerzerkrankungen nicht unter den 30 häufigsten Diagnosen in allgemeinmedizinischen Praxen, hieß es. An diesem Samstag ist europäischer Kopfschmerz- und Migränetag.

Quelle: ntv.de, mau/dpa