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Antivirale Wirkung Pflanzenstoff bekämpft Ebola-Virus

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Aglaia foveolata ist in Brunei, Indonesien und Malaysia zu finden.

(Foto: Ohio State University)

Dagegen ist kein Kraut gewachsen, heißt es umgangssprachlich. Bei dem gefährlichen Ebola-Virus könnte das jedoch anders sein. Forscher finden einen wirksamen Stoff in einem Mahagonigewächs, das auch ein geeignetes Mittel gegen andere Viren sein könnte.

Der Pflanzenstoff eines asiatischen Gewächses ist in der Krebsforschung bereits ein hoffnungsvoller Kandidat. Nun soll das sogenannte Silvestrol auch gegen Ebola wirken. Das haben Forscher der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen herausgefunden. Der Naturstoff wird in einer Pflanze namens Aglaia foveolata gebildet, die zu den Mahagonigewächsen gehört.

"Wir haben unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen untersucht, welchen Effekt Silvestrol auf menschliche Zellen ausübt, die mit dem Ebolavirus infiziert sind", erläutert Professor Arnold Grünweller, der in Marburg Pharmazeutische Chemie lehrt. Silvesterol bewirkt, dass die Virenkonzentration in den Zellen stark zurückgeht und die Proteine der Viren fast vollständig verschwinden. Zudem erwies sich der Naturstoff als ungiftig für menschliche Zellen. Damit hat sich Silvesterol zu einem vielversprechenden Mittel im Kampf gegen eine Ebola-Infektion qualifiziert.

Die gefährlichen Ebolaviren greifen auf bestimmte Enzyme in ihren Wirtszellen zu, um die eigenen Erbinformationen in Proteinen umzusetzen. "Unsere Experimente zeigen, dass das Ebolavirus auf das Enzym eIF4A der Wirtszelle angewiesen ist, um seine eigenen Proteine zu produzieren. Damit ist es für das Ebolavirus fast unmöglich, durch Mutationen im eigenen Genom sich der antiviralen Wirkung von Silvestrol zu entziehen", erklärt Grünweller. Der Wirkstoff wirkte in ersten Versuchen auch gegen andere Viren, wenn diese auf das Enzym elF4A angewiesen waren. Es könnte dementsprechend eine antivirale Breitbandwirkung haben, mutmaßen die Forscher. Um das zu bestätigen, bedarf es allerdings neuer Untersuchungen.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Antiviral Research".  

Quelle: n-tv.de, jze

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