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Trümmerteile bedrohen die ISS Raumstation muss ausweichen

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Die undatierte Aufnahme zeigt die Internationale Raumstation (ISS) mit dem angedockten europäischen Wissenschaftslabor Columbus (Mitte unten links) in der Erdumlaufbahn.

(Foto: Foto: Nasa/dpa)

In den lebensfeindlichen Weiten des erdnahen Orbits rast eine tödliche Bedrohung auf das bislang größte Technologieprojekt der Menschheit zu: Weltraumschrott droht die Druckhülle der ISS zu durchschlagen. Die Crew zündet die Triebwerke.

Gefahr im All: Mit einem Ausweichmanöver hat die Internationale Raumstation ISS eine mögliche Kollision mit Weltallschrott verhindert. Die sechsköpfige Besatzung auf dem Außenposten habe ihren Kurs rund 400 Kilometer über der Erde leicht verändert, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau am Abend mit.

Für das Manöver musste die Crew nicht auf die eigenen Treibstoffreserven der Station zurückgreifen. Den für das Ausweichen erforderlichen Schub lieferten die Düsen eines angekoppelten russischen Raumfrachters vom Typ Progress.

Umherfliegende Trümmer stellen für Raumfahrer eine erhebliche Gefahr dar: Kommt es im erdnahen Orbit zum Einschlag eines größeren Schrottpartikels, kann die Besatzung schnell in eine lebensgefährliche Situation geraten. Die Druckhülle und die lebenserhaltenden Systeme der Raumstation können den dabei auftretenden Kräften nicht standhalten. Die ISS selbst ist mit enormer Geschwindigkeit unterwegs: Für eine komplette Erdumrundung braucht die Station knapp 90 Minuten.

Tödliche Trümmerteile

Die Station war schon mehrfach zu solchen Manövern gezwungen. Zu Schäden kam es bisher nicht. Meist sind es Teile alter Satelliten, die mit Hochgeschwindigkeit durch die Schwerelosigkeit irren. Da die Umlaufbahnen der meisten Trümmerteile bekannt sind, können Wissenschaftler am Boden die Astronauten an Bord der ISS rechtzeitig warnen. Allerdings zehrt jedes Ausweichmanöver am Treibstoffvorrat - und der ist wie alle anderen Verbrauchsgüter im All knapp bemessen.

Die Internationale Raumstation ISS wurde in den Jahren 1998 bis 2010 in einer Umlaufbahn mit einer Bahnhöhe von etwa 360 Kilometern über der Erde installiert. Die ISS besteht aus mehreren Modulen. Zusammen mit den faltbaren Sonnensegeln, die zur Stromversorgung dienen, kommt die Station auf eine Spannweite von rund 109 Metern bei einer Länge von rund 80 Metern.

"'Außenposten' der Menschheit"

Insgesamt wiegt die ISS etwa 450 Tonnen. Der Wohn- und Arbeitsraum umfasst knapp 1200 Kubikmeter. Im regulären Flugbetrieb muss die ISS etwa fünfmal im Jahr ihre Umlaufbahn korrigieren. Viermal im Jahr erreichen Raumtransporter von der Erde die ISS, um die Station mit frischen Versorgungsgütern, neuen Experimenten, Nahrung, Treibstoff und Wasser zu versorgen sowie die Besatzung auszutauschen.

Die deutsche Missionszentrale DLR bezeichnet die ISS als das "größte Technologieprojekt aller Zeiten". Die ISS sei "ein 'Außenposten' der Menschheit im All, zugleich ein fliegendes Labor mit exzellenten Möglichkeiten für Wissenschaft und industrielle Forschung." Bei der DRL sieht man die Station als Beweis, "dass eine friedliche internationale Nutzung des Weltraums zum Vorteil aller Partner möglich und sinnvoll ist."

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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