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Ständige Nahrungsaufnahme Schweinswale sind erfolgreiche Jäger

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Ein "Proband" der Untersuchung, ausgestattet mit einem Sender.

(Foto: Monika Dyndo, Fjord & Bælt Centre)

Schweinswale leben in allen Ozeanen der Welt und zählen zu den kleinsten Meeressäugern. Wie sie jagen, wie oft und wie viel sie fressen und was sie bedroht, können Forscher nun genau sagen.

Wer in Nord- oder Ostsee einen Schweinswal entdeckt, ist erfreut. Diese possierlichen Meeressäuger werden etwa anderthalb Meter lang und bringen im Schnitt 50 Kilogramm auf die Waage. Umso verwunderlicher ist es für Experten, wie die relativ kleinen Tiere in vergleichsweise kalten Gewässern ihre Körpertemperatur aufrechterhalten können. Größere Wale haben es aufgrund ihrer Körpermasse leichter, in kaltem Wasser nicht zu unterkühlen.

Bisher war man davon ausgegangen, dass Schweinswale unregelmäßig Nahrung zu sich nehmen. Der Mageninhalt von gestrandeten Tieren passte jedoch nicht mit dieser These überein. Forscher aus Deutschland, Dänemark und Schottland haben nun herausgefunden, dass Schweinswale Tag und Nacht ununterbrochen kleine Fische mit weniger als fünf Zentimetern Länge fressen, um ihren Energiebedarf zu decken. Sie jagen bis zu 550 Exemplare am Tag.

Spezielle Sender mit Saugnäpfen

Für ihre Untersuchung statteten die Forscher die Tiere mit Sendern aus, die sie mit Saugnäpfen am Rücken befestigten, um das Echolot der Tiere und das dazugehörige Echo, das von den Beutetieren zurückkommt, aufzunehmen. Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler messen, wie häufig die Schweinswale, die sich mittels Echoortung orientieren und jagen, versuchten, Fische zu fangen, welche Größe diese hatten und wie erfolgreich die Jagd letztlich war.

Mark Johnson, Wissenschaftler an der Universität St. Andrews in Schottland, entwickelte die Sender, die für die Studie verwendet wurden. Er sagt: "Der Trick war, den Echolotschall abzuhören, den die Schweinswale nutzen, um ihre Umgebung zu erfassen. Die Tiere erzeugen etwa hundert Klicks pro Sekunde, wenn sie sich ihrer Beute nähern. Der reflektierte Schall gibt uns unglaublich genaue Informationen darüber, was die Beutetiere machen." Die Erfolgsrate der Jagd der Schweinswale liegt demnach bei über 90 Prozent. Sie gehören damit zu den erfolgreichsten Raubtieren auf der Erde.

Dennoch sind einige Populationen gefährdet. Schweinswale landen immer wieder als Beifang in den Fischernetzen, obwohl die Fische, die von den Tieren gejagt werden, aufgrund ihrer Größe nicht für die kommerzielle Fischerei interessant sind. Dazu kommen die störenden Einflüsse von dichtem Schiffsverkehr, Ölförderung sowie eine steigende Anzahl von Windkraftanlagen und Gezeitenturbinen in europäischen Gewässern. "Die Schweinswale sind auf ihre kleinen Beutetiere angewiesen – das macht sie besonders anfällig für Störungen. Pausieren sie über einen längeren Zeitraum mit der Jagd, hat das für sie ernsthafte Konsequenzen", betont Professor Peter Madsen, Zoophysiologe an der Universität Aarhus.

Quelle: ntv.de, jaz

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