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Kalendarischer Winteranfang Alles zum kürzesten Tag des Jahres

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Auch wenn es in diesem Jahr vielerorts bereits geschneit hat, beginnt laut Kalender erst am 21. Dezember der Winter.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Sonne steht an diesem Tag so tief über dem Horizont wie sonst nie. Ab dem Folgetag aber werden die Tage wieder länger. Auch wenn das zunächst kaum spürbar ist, macht es doch Hoffnung auf lichtere Zeiten.

Der 21. Dezember war nach 2020 auch 2021 der kürzeste Tag auf der Nordhalbkugel. Zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang liegen an den vielen Orten nicht einmal acht Stunden. In Berlin beispielsweise ging die Sonne heute erst um 8.15 Uhr auf und um 15.53 Uhr schon wieder unter. Doch auch diese Daten unterscheiden sich. Je nördlicher sich ein Ort befindet, umso kürzer ist auch der Tag. In Hamburg ist der Tag dann fast eine Stunde kürzer als in München. Nördlich des Polarkreises geht die Sonne am Tag der Sonnenwende gar nicht auf.

Der Grund: Die Sonne erreicht an diesem Tag den tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn und steht den größten Teil unterhalb des Horizonts. Sie beleuchtet und wärmt die Südhalbkugel der Erde. In diesem Teil der Erde unterhalb des Äquators war am 21. Dezember die Sommersonnenwende, nach der die Tage wieder kürzer werden. Auch 2022 wird der kürzeste Tag des Jahres wieder am 21. Dezember sein.

Doch zurück auf die Nordhalbkugel: Neben dem kürzesten Tag ist am 21. Dezember auch der kalendarische Winteranfang. Doch obwohl die Sonnenstrahlen so wenig wie sonst nie auf die Erdoberfläche treffen, gehört weder dieser Tag des Winterbeginns noch die Tage danach zu den kältesten. Die Erdoberfläche kühlt sich nämlich erst allmählich ab, sodass Tiefsttemperaturen im Winter meistens erst im Januar oder Februar gemessen werden.

Was auf den kürzesten Tag des Jahres folgt

Auch wenn es sich merkwürdig anhört, ist es korrekt: Die Tage werden ab dem Tag des kalendarischen Winterbeginns wieder länger - und zwar zunächst nur um einige Sekunden. Wirklich spürbar längere Tage gibt es dann ab Ende Januar. In Berlin beispielsweise ging einen Monat später, also am 21. Januar 2022, die Sonne um 8.04 Uhr auf und um 16.32 Uhr unter. Der Tag war dann 8 Stunden und 36 Minuten lang. Er verlängerte sich hauptsächlich durch einen späteren Sonnenuntergang.

Die unterschiedlich langen Tage entstehen einerseits durch den Weg der Erde um die Sonne, der ungefähr ein Jahr dauert. Und andererseits durch die Neigung der Erdachse zur Sonne. Diese Achse könnte man sich als gedachte Gerade vorstellen, die durch Nord- und Südpol verläuft und um 23,5 Grad geneigt ist. So wird ein halbes Jahr lang mehr die nördliche Halbkugel der Erde von der Sonne beschienen und ein halbes Jahr lang mehr die südliche Halbkugel, weshalb beispielsweise in Australien am gleichen Datum der längste Tag des Jahres ist und der kalendarische Sommer beginnt.

Am Tag der Wintersonnenwende hat die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne dann den Punkt erreicht, ab dem sich die Nordhalbkugel nun wieder stärker der Sonne entgegenneigt. Neben den Sonnenwenden im Sommer und im Winter gibt es noch die sogenannten Tagundnachtgleichen, die 2022 auf der Nordhalbkugel für den 20. März, den Tag des kalendarischen Frühlingsanfangs, und den 22. September, den Tag des kalendarischen Herbstanfangs, berechnet worden sind.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 21. Dezember 2021 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de

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