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Anders als alles Bekannte Womöglich erster Exomond entdeckt

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Der Exo-Mond würde um einen Planeten kreisen, der um ein Vielfaches massereicher als der Jupiter ist.

(Foto: picture alliance/dpa)

Hunderte Monde gibt es in unserem Sonnensystem - doch außerhalb davon ist noch keiner entdeckt worden. Das könnte sich nun ändern: Forscher beobachten bei einem fernen Planeten etwas, das auf einen Begleiter schließen lässt. Dieser würde neue Maßstäbe setzen.

Der Mond ist ein vertrauter Begleiter am Himmel - doch ob auch um ferne Planeten ähnliche Trabanten kreisen, davon wusste die Forschung bisher nichts. Nun haben Astronomen bei einem rund 8000 Lichtjahre entfernten Planeten vielversprechende Hinweise auf einen derartigen Exomond ausgemacht. Es wäre der erste, der entdeckt würde. Alex Teachey und David Kipping von der Columbia-Universität in New York veröffentlichen ihren Fund im Fachblatt "Science Advances". Allerdings müssen die Beobachtungen noch durch weitere Messungen bestätigt werden.

Weltraumteleskop Kepler

Das Weltraumteleskop Kepler ist eine Mission der Nasa zum Aufspüren von erdähnlichen Exoplaneten. Dazu untersucht das Teleskop mehr als 100.000 Sterne auf kleine Schwankungen in ihrer Helligkeit. Diese Schwankungen können durch einen Transit hervorgerufen werden - also wenn ein Planet aus unserer Sicht genau vor dem Stern vorbeizieht.

Im März 2009 ist das Weltraumteleskop in eine Umlaufbahn um die Sonne gestartet, auf der es der Erde folgt. Bereits im Januar 2010 entdeckte Kepler die ersten Planeten.

Der Exomond hätte etwa 1,5 Prozent der Masse seines Planeten, was dem Verhältnis von unserer Erde zu ihrem Mond ähnelt. Da der Planet aber größer ist als der Jupiter, hätte sein Mond in etwa die Masse des Planeten Neptun - und wäre ebenfalls gasförmig. Ein solcher riesiger "Gasmond" wäre anders als alle rund 200 Monde, die in unserem Sonnensystem bislang katalogisiert wurden. "Wenn der Fund durch weitere "Hubble"-Beobachtungen bestätigt wird, könnte er entscheidende Hinweise zur Entwicklung von Planetensystemen liefern und möglicherweise Experten die Theorien zur Entstehung von Monden bei Planeten überdenken lassen", betont Kipping.

Die beiden Forscher hatten mit dem "Hubble"-Weltraumteleskop den Stern Kepler-1625 ins Visier genommen, bei dem das Weltraumteleskop "Kepler" der US-Raumfahrbehörde Nasa zuvor einen Planeten entdeckt hatte. Dieser Planet zieht zufällig von der Erde aus gesehen auf seiner Bahn regelmäßig vor seinem Heimatstern vorbei. Bei diesen sogenannten Transits schattet er seinen Heimatstern etwas ab, was sich sehr präzise messen lässt und die Existenz des Planeten verriet.

Schwankungen in der Lichtkurve

Aus den "Kepler"-Beobachtungen wissen die Forscher, dass der Planet ungefähr in derselben Entfernung um seinen Stern kreist wie unsere Erde um die Sonne. Allerdings ist er ein Gasplanet, der vermutlich mehrere Male so viel Masse hat wie der Jupiter, der größte Planet unseres Systems. In den "Kepler"-Beobachtungsdaten zeigten sich verdächtige Anomalien. "Wir haben kleine Abweichungen und Schwankungen in der Lichtkurve gesehen, die uns aufmerksam machten", so Kipping. Diese Anomalien untersuchten die beiden Forscher mit "Hubble", das eine viermal genauere Lichtkurve, also den zeitlichen Verlauf der Stern-Helligkeit, liefern kann als "Kepler".

Bei den "Hubble"-Beobachtungen begann der Transit rund 78 Minuten früher als erwartet - eine Abweichung, die durch einen Mond, aber auch durch einen anderen Planeten verursacht werden kann. Ein weiterer Planet ist bei dem Stern bislang jedoch nicht entdeckt worden. Zum anderen bemerkten die Forscher etwa 3,5 Stunden nach dem Transit des Planeten eine weitere Abschattung des beobachteten Sterns. Sie passt zum Transit eines Monds, der laut Kipping "dem Planeten hinterherläuft wie ein Hund an der Leine seinem Besitzer".

Quelle: n-tv.de, kst/dpa

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