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Wie viel ist drin? Hier ist die Gehaltsprognose für 2019

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2019 gibt es wohl weniger mehr Geld.

(Foto: imago/Eibner)

Soviel ist auch im neuen Jahr sicher: Nicht jeder bekommt, was er verdient. Aber abgesehen davon, wird auch 2019 in Deutschland angepackt und Geld verdient. Darüber, wie sich die Löhne hierzulande entwickeln, orakelt eine neue Untersuchung.

Das Statistische Bundesamt stellt fest: Das Leben hierzulande ist im letzten Jahr teurer geworden. 2019 lagen die Verbraucherpreise um 1,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für die gestiegene Inflationsrate sind vor allem die höheren Energiekosten verantwortlich. Doch egal ob Wohnkosten, Lebensmittel oder sonstige Ausgaben - das Leben muss bezahlt werden. Was die meisten Menschen von ihrem Lohn tun.

In diesen Zusammenhang wäre es doch erfreulich, wenn auch die Gehälter in Deutschland auf breiter Front deutlich steigen würden. In einer Prognose blicken die Analysten der Vergütungsberatung von Compensation Partner auf die nächsten 12 Monate.

Laut ihrer Einschätzung werden die Kosten für die Personalbeschaffung wegen der geringen Arbeitslosenquote und der damit verbundenen Schwierigkeit an ausgebildetes Personal zu gelangen, steigen und die Gehälter im Vergleich zum Vorjahr weniger stark wachsen. Die Experten gehen von einem Wachstum des Nominallohns (Lohn eines Arbeitnehmers ohne Berücksichtigung der Kaufkraft) um 2,9 bis 3,8 Prozent aus.

Kein Grund zur Sorge

Geschäftsführer Tim Böger sieht hierfür unterschiedliche Ursachen: "Es gibt genug Gründe, dem Lohnwachstum nüchtern entgegenzublicken: Dazu zählen unter anderem der Brexit, mögliche Handelskonflikte mit den USA und die politische Konstellation in Deutschland mit ihren geschwächten Volksparteien. Compensation Partner erwartet zwar für 2019 ein geringeres Wachstum als 2018, aber da die Löhne sich gegenüber dem Wirtschaftswachstum verzögert entwickeln, dürften sie über der Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) liegen.

Grund zur Sorge sieht Böger allerdings nicht: "Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist stabil und das wird sich 2019 nicht ändern. Auch die Arbeitslosenquote befand sich Ende 2018 auf einem Rekordtief von unter fünf Prozent". Laut dem Vergütungsexperten profitieren in Zukunft vor allem ausgelernte und spezialisierte Fachkräfte von dieser Entwicklung. Dazu zählen nicht nur studierte Ingenieure und IT-Experten, sondern auch ausgebildete Handwerker und Meister. So führt der Mangel an Fachkräften in Handwerksberufen zu höheren Preisen für deren Leistungen, was sich gleichzeitig positiv auf die Gehälter auswirkt.

Dabei fällt die Prognose von Compensation Partner höher aus als die, die vom Statistischen Bundesamt genannt wurde. Das Bundesamt erfasst Gehälter nur bis zur Sozialversicherungsgrenze. Die Gehälter darüber steigen aber in Boomzeiten stärker und geben in Krisenzeiten stärker nach. Im Zuge der genannten Untersuchung wurden denn auch Daten auf dem gesamten Markt berücksichtigt. 

Quelle: n-tv.de, awi

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