Ratgeber

Tippen wird teurer Lotto erhöht die Gewinnsummen

127861531.jpg

Der Jackpot soll in Zukunft nicht mehr nach der 13. Ziehung automatisch ausgeschüttet werden, sondern erst wenn die Grenze von 45 Millionen Euro erreicht ist.

(Foto: picture alliance/dpa)

So um die sieben Millionen Deutsche zahlen Woche für Woche Geld dafür, Kreuzchen auf einen kleinen Zettel machen zu können. Sie hoffen, beim Lotto abzuräumen. Bevor es so weit ist, muss ab heute mehr Geld eingesetzt werden. Dafür soll das Spiel aber auch aufgewertet werden.

Für ihre Chance auf den Millionengewinn müssen Lottospieler von nun an etwas tiefer in die Tasche greifen. Bei der Lotterie 6 aus 49 kostet ein Tippfeld für die Ziehungen mittwochs und samstags jetzt 1,20 statt wie bisher 1 Euro. Das teilte Lotto Baden-Württemberg in Stuttgart mit, die federführende Gesellschaft für das Hauptprodukt des Deutschen Lotto- und Totoblocks. Die Änderungen waren seit Ende 2019 bekannt.

Von dem erwartet höheren Einsatz sollen nicht nur die großen Jackpots profitieren - auch in den unteren Rängen soll es etwas höhere Gewinne geben. Beispielsweise gibt es nach Angaben eines Sprechers statt der festen Summe von 5 Euro in Klasse 9 (zwei Richtige und Superzahl) nun exakt 6 Euro. Auch für vier Richtige, fünf Richtige und fünf Richtige mit Superzahl gilt eine Steigerung der theoretischen Gewinnquote um jeweils rund 20 Prozent. An den Gewinnchancen verändere sich nichts. Ebenso bleibe die Gewinnausschüttung der Spieleinsätze bei 50 Prozent.

Zudem wurde neu geregelt, wann ein Lottojackpot bei der Ziehung 6 aus 49 in jedem Fall ausgeschüttet wird. Künftig wird er unabhängig von der Laufzeit nach Erreichen der 45-Millionen-Euro-Grenze ausgeschüttet. Bisher galt, dass der Jackpot bei der nächsten Ziehung geleert wird, wenn zuvor zwölf Mal in Folge kein Tipper sechs Richtige mit der passenden Superzahl hatte.

Muss der Gewinn versteuert werden?

Die gute Nachricht lautet: Wer Gewinne aus Glücksspielen erzielt, muss diese in der Regel nicht versteuern - egal wie hoch sie ausfallen. Laut der Bundessteuerberaterkammer kann das Finanzamt Einnahmen aus Glücksspielen keiner besteuerbaren Einkommensart zuweisen. Das gilt sowohl für Gewinne aus deutschen staatlichen Lotterien als auch für Einnahmen aus Renn- und Sportwetten. Ebenso ist es bei Einnahmen aus dem Eurojackpot, einer online spielbaren Mehrländerlotterie: Sie sind für Spieler, die in Deutschland wohnen, steuerfrei.

Mehr zum Thema

Aufpassen müssen Glückspilze allerdings, wenn das Geld auf ihrem Konto eintrifft und Zinsen abwirft. Dann unterliegen die Gewinne der Abgeltungssteuer von derzeit 25 Prozent. Diese Einnahmen müssen beim Finanzamt angegeben und versteuert werden.

Steuern werden unter Umständen auch fällig, wenn sich ein Gewinner spendabel zeigt. Wird Geld verschenkt, muss möglicherweise Schenkungssteuer gezahlt werden. Das Gleiche gilt für wertvolle Sachgeschenke wie Autos oder Immobilien. Allerdings gibt es hier Freibeträge: Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern steht ein Freibetrag von 500.000 Euro zu. Eltern können jedem Kind bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken, Großeltern jedem Enkelkind bis zu 200.000 Euro. Schenkungen an Geschwister, Nichten und Neffen, Eltern und Großeltern sind bis zu 20.000 Euro steuerfrei.

Quelle: ntv.de, awi/dpa