Ratgeber

Haftpflichtpolicen im Test Schutz vor finanziellem Ruin für 52 Euro

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Alte Policen sollten insbesondere bei den Deckungssummen überprüft werden.

(Foto: imago stock&people)

Die wichtigste Versicherung? Die Privathaftpflichtversicherung. Denn jeder haftet für Schäden, die er anrichtet. Und Personen-, Sach- und Vermögensschäden entstehen auch in erheblicher Höhe schneller als gedacht. Zudem gibt es die entsprechende Police für wenig Geld. Finanztest verrät, wo der Abschluss lohnt.

Eine Privathaftpflichtversicherung ist Pflicht. Bereits ein kleines Missgeschick kann Privatleute ohne Haftpflichtversicherung in den Ruin treiben, denn der nicht versicherte Verantwortliche haftet im Schadensfall mit seinem ganzen Vermögen. Immerhin rund 15 Prozent der Deutschen haben diese Police, die den Verursacher von Schäden an anderen Menschen oder fremdem Besitz vor den finanziellen Folgen schützen, dennoch nicht. Und dies, obwohl Personen-, Sach- und Vermögensschäden auch in erheblicher Höhe oft schneller als gedacht entstehen.

Finanztest hat 363 Privathaft­pflicht­versicherungen verglichen. Trotz der strengen Maßstäbe der Experten bekamen 159 Tarife das Test­urteil "sehr gut" und 121 Angebote die Note "gut". 54 Tarife sind "befriedigend", 22 "ausreichend" und 7 "mangelhaft". Dabei ist ein sehr guter Schutz schon für 52 Euro im Jahr zu haben. Es gibt aber auch Tarife, die mehr als viermal so viel kosten.

Police regelmäßig überprüfen

Wer seine Privathaftpflichtversicherung vor fünf oder mehr Jahren abgeschlossen hat, sollte zu einer neuen sehr guten Police wechseln, raten die Tester. Viele Versicherte können so leistungsstärkere Versicherung erhalten - zu Preisen, die nur selten über denen ihrer alten Tarife liegen. Und da schwere Unfälle mit teuren Folgen nicht so häufig verkommen, kosten private Haftpflichtpolicen nicht viel.

Abgesehen davon besitzen manche einen Altvertrag mit viel zu geringer Versicherungssumme, was eine trügerische Sicherheit vermittelt. Denn reicht die Summe nicht aus, um den Schaden zu bezahlen, haftet der Betroffene mit seinem Vermögen. Überprüft sollte die Versicherung auch dann werden, wenn sich die Lebensumstände geändert haben, beispielsweise durch Heirat, Kinder oder ein neues Hobby.

Idealerweise sollte die Versicherung auch dann zahlen, wenn der Versicherte von einem anderen geschädigt wird, dessen Versicherungsschutz nicht ausreichend ist oder der gar keine Police sein Eigen nennt (Forderungsausfallschutz). Auch dies war ein Kriterium für eine überdurchschnittliche Bewertung.

Versicherer kann nach Regulierung kündigen

Die besten Angebote im Vergleich sind die "Plus-Police" der WGV (86 Euro), "PrivatPremium 6.0-Angebot" von NV (104 Euro) und "Haftpflichtschutz" der DFV (120 Euro). Sie erhielten jeweils das Qualitätsurteil "sehr gut" (0,6). Der mit 52 Euro günstigste sehr gute Schutz im Finanztest-Vergleich ist "Care Smart" (1,4) von GEV Grundeigentümer. Die leistungsstärkste der zwölf günstigsten sehr guten Policen ist "Optimal" von WGV für 61 Euro (0,7). Der Versicherungsschutz beläuft sich bei den genannten Versicherungen auf 50 bis 100 Millionen Euro.

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Für "mangelhaft" wurden unter anderem nachfolgende Tarife befunden: "Premium Plus" von Verti für 69 Euro, "Komfort-Deckung" der Itzehoer für 106 Euro und "Basis" der Concordia für 101 Euro (jeweils der Jahresbeitrag). Die Versicherungssumme beläuft sich auf je 10 Millionen Euro.

Gut zu wissen: Nach einem Schadensfall ist der Versicherer laut Versicherungsvertragsgesetz dazu berechtigt, den Kontrakt zu kündigen - nachdem er diesen reguliert hat. Für Versicherte kann es dann schwierig werden, einen neuen Anbieter zu finden. Finanztest empfiehlt Betroffenen, der Versicherung anzubieten, den Vertrag von sich aus zu kündigen. Dies sollte die Suche nach einem neuen Anbieter erleichtern.

Quelle: ntv.de, awi

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