Ratgeber

Altersvorsorge-Quartett Wie stabil ist Ihr Lebensversicherer?

imago77340896h.jpg

Wie gut ist es um die eigene Versicherungsgesellschaft bestellt und was taugt sie im Vergleich zu anderen?

imago/Schöning

Lebensversicherungen machen ihren Besitzern immer weniger Freude. Doch nicht nur die mangelnde Rentabilität bereitet Sorgen, sondern auch die Stabilität der Versicherer. Wie gut die eigene Gesellschaft dasteht, zeigt ein Spiel der Verbraucherzentrale Bremen.

Mehr als 90 Millionen Kapitallebensversicherungen besitzen die Deutschen. Zugegeben, die einstige Liebe ist aufgrund sinkender Garantiezinsen und der Kürzungen bei der Beteiligung an den Bewertungsreserven etwas abgekühlt. Um die Versicherer in der immer noch anhaltenden Niedrigzinsphase zu entlasten, wurden vom Gesetzgeber viele Zugeständnisse an die Branche gemacht. Die Unternehmen dürfen seitdem etwa einen sogenannten Sicherungsbedarf ­einbehalten.

Das ärgert Kunden, da es für sie weniger Geld bedeutet. Bei hoch dotierten Verträgen kann dies leicht einige Tausend Euro weniger ausmachen. Aber abgesehen von der Rentabilität fragt sich so mancher Verbraucher, wie gut es um seine Versicherung bestellt ist und was sie überhaupt im Vergleich zu anderen taugt.

Die Verbraucherzentrale Bremen geht die Beantwortung dieser Fragen spielerisch an, denn sie weiß: So lernt es sich am besten. Und so bietet sie ein interaktives Onlinespiel für Lebensversicherte an. "Unsere tägliche Praxis zeigt, dass sich die meisten unserer Kunden nicht mit Versicherungsratings auseinandersetzen, aber die Werthaltigkeit ihrer Lebensversicherung trotzdem einschätzen möchten", sagt Dr. Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen. "Unser Spiel ist leicht verständlich und gibt erste Anhaltspunkte für den Umgang mit der eigenen Altersvorsorge."

Viele Spiele verloren? Ab zur Verbraucherzentrale!

Das Spiel ist wie ein Quartett aufgebaut. Die eigene Versicherungsgesellschaft wird anhand von sieben Kriterien (Anteil des Lebensversicherungsgeschäftes in Deutschland, Anteil des Lebensversicherungsgeschäftes mit Garantiezins, Anteil der vorhandenen Reserven, Durchschnitt der Garantien, Größe des Lebensversicherungsgeschäftes, der Solvenz-Quote und des Stabilitäts-Rating) mit den anderen am Markt tätigen Lebensversicherern verglichen. Der Versicherer, der beispielsweise die bessere Finanzausstattung hat, gewinnt das Spiel und bekommt einen Punkt.

Die Verbraucherschützer wurden hinsichtlich der genannten Kennzahlen von Partner in Life S.A.* beraten. "Das Spiel soll Versicherten in dieser schwierigen und komplexen Gemengelage eine leicht verständliche Orientierung geben. Schneidet der eigene Versicherer im Marktvergleich gut ab, erhält der Verbraucher keine weitere Empfehlung - es besteht mit hoher Wahrscheinlichkeit kein drängender Handlungsbedarf", erläutert Dean Goff, Vorstand von Partner in Life. "Handelt es sich um eine im Marktvergleich eher schwache Versicherungsgesellschaft, wird der Rat erteilt, sich den eigenen Vertrag genauer anzusehen."

Dieser Hinweis ist eine erste wichtige Indikation. Zwar lässt sich alleine auf Basis der Geschäftszahlen der Gesellschaft kein Handlungsbedarf ableiten, aber es lohnt, sich intensiver mit diesem Vertrag auseinanderzusetzen. Als erste Anlaufstelle kommen hierfür die Verbraucherzentralen infrage. Konkrete Handlungsanweisungen bietet das Spiel nicht an.

Egal, wie die eigene Lebensversicherungsgesellschaft im Spiel abschneidet, Verbraucher sollten sich davor hüten, Altpolicen ohne Beratung zu kündigen, da sich oft auch bei starken Versicherungsgesellschaften schwach rentierende Policen finden und umgekehrt.

*Partner in Life S.A. ist spezialisiert auf den Ankauf von kapitalbildenden Lebensversicherungspolicen. Außerdem bewertet das Unternehmen Versicherungen.

Quelle: n-tv.de, awi

Mehr zum Thema