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Druck auf Labbadia steigt enorm Hertha BSC geht krachend unter

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(Foto: imago images/Matthias Koch)

Im Duell der Krisenklubs gelingt der TSG Hoffenheim der dringend benötigte Befreiungsschlag. Die ambitionierte Hertha aus Berlin taumelt derweil nach der krachenden Pleite weiter bedenklich Richtung Keller. Für Trainer Bruno Labbadia brechen nun endgültig unangenehme Zeiten an.

Hertha BSC - TSG Hoffenheim 0:3 (0:1)

Der einstige Europapokal-Aspirant Hertha BSC und Trainer Bruno Labbadia geraten im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga immer stärker unter Druck. Gegen den direkten Konkurrenten TSG Hoffenheim verloren die mit großen Ambitionen in die Saison gestarteten Berliner nach schwacher Offensivleistung 0:3 (0:1). Die Herthaner haben von den letzten sieben Hinrundenspielen nur eines gewonnen und fünf Punkte Vorsprung auf Relegationsrang 16. "Die Fakten stehen da, natürlich müssen wir was ändern", sagte Hertha-Profi Niklas Stark bei Sky. "Wir müssen dringend anfangen, was Zählbares mitzunehmen. Alle zusammen müssen daran arbeiten, dass es besser wird."

Nationalspieler Sebastian Rudy (33.) und Doppelpacker Andrej Kramaric (68./88.) schossen die Hoffenheimer zum ersten Sieg im Jahr 2021, der auch dem zuletzt angezählten Cheftrainer Sebastian Hoeneß helfen dürfte. Vorher war Herthas Stürmer Krzysztof Piatek (12.) mit einem schwach getretenen Foulelfmeter an Hoffenheims Torwart Oliver Baumann gescheitert.

Hertha BSC - TSG Hoffenheim 0:3 (0:1)

Tore: 0:1 Rudy (33.), 0:2 Kramaric (68.), 0:3 Kramaric (88.)
Berlin:
Schwolow - Pekarik (46. Zeefuik), Stark, Alderete, Mittelstädt (60. Netz) - Tousart - Darida (60. Lukebakio), Guendouzi - Cunha - Piatek (72. Redan), Cordoba; Trainer: Labbadia.
Hoffenheim: Baumann - Adams, Vogt (60. Nordtveit), Posch - Gacinovic, Samassekou, John - Rudy, Baumgartner (87. Bogarde) - Dabbur (60. Bebou), Kramaric (90. Adamyan); Trainer: Hoeneß.
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Gelbe Karten: Lukebakio - Gacinovic (3)
Besonderes Vorkommnis: Baumann (Hoffenheim) hält Foulelfmeter von Piatek (12.)

Durch den erlösenden Erfolg nach zuvor drei Spielen ohne Dreier überholte die TSG die Hertha auch in der Tabelle. Mit 19 Punkten steht das Team zwei Zähler vor dem Hauptstadt-Klub. Dessen Coach Labbadia, der Hertha eigentlich in Richtung Europa führen sollte, könnte in Berlin nun schärfer in den Fokus rücken. Nachdem Labbadia und auch Manager Michael Preetz vor der Partie gegen Hoffenheim betont hatten, dass sie mit der aktuellen Lage nicht zufrieden sind, sollten eine spielerische Steigerung und vor allem Tore her.

Folglich brachte der Trainer den zuletzt mit Leistenproblemen angeschlagenen Matheus Cunha auf der Spielmacherposition, doch klare Gelegenheiten kreierten die Gastgeber vorerst nicht. Die Hoffenheimer, von denen Hoeneß eine offensive Vorstellung sehen wollte, standen gut und warteten auf Konter. Berlin nutzte seine Vorteile beim Ballbesitz im Verlauf der ersten Halbzeit zu selten, um den Druck auf die eng gestaffelten Reihen zu erhöhen. Gerade Cunha kam zwar immer wieder auf der linken Seite durch, für Großchancen brauchte es aber die Hilfe des Gegners.

Nach einem Chipball in den Strafraum foulte Hoffenheims Kasim Adams Herthas Angreifer Jhon Cordoba, den fälligen Elfmeter schoss Sturmpartner Piatek dem Schlussmann der Gäste, der schnell nach links unten abtauchte, auf die Hände. Das Labbadia-Team hätte danach durch Rechtsverteidiger Peter Pekarik (17.) und Cordoba (31.) vielleicht sogar treffen können, aber die Kraichgauer waren abgeklärter.

Christoph Baumgartner, der einzige Neue in der Startelf, trieb den Ball bei einem TSG-Konter flink über das Feld und steckte gut auf Rudy durch, dessen Schuss von der Strafraumgrenze von Berlins Matteo Guendouzi ins Tor abgefälscht wurde. Nach der Pause versuchte Hertha die Kontrolle zu übernehmen und sich den Ausgleich zu erspielen. Sie drückten auf die Hoffenheimer Abwehr, welche die Bemühungen aber umsichtig weg verteidigte. Genau in diese Druckphase der Berliner hinein traf jedoch Kramaric, der nach einem guten Angriff einen verlorenen Ball im Strafraum aus der Drehung verarbeitete und über die Linie schob. In der 87. Minute setzte TSG-Stürmer Ihlas Bebou den Ball an die Latte, kurz danach traf Kramaric mit einem direkt verwandelten Freistoß zum Endstand.

FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg 0:2 (0:0)

FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg 0:2 (0:0)

Tore: 0:1 Bialek (65.), 0:2 Weghorst (79.)
Mainz:
Zentner - Niakhate, Bell (74. Szalai), Alexander Hack - Öztunali (62. Tauer), Barreiro, Mwene - Latza, Boetius (61. Kohr) - Burkardt (82. Quaison), Onisiwo; Trainer: Svensson.
Wolfsburg: Casteels - Baku (74. Mbabu), Lacroix, Brooks, Paulo Otavio - Schlager, Arnold (87. Guilavogui) - Brekalo (60. Bialek), Philipp (74. Gerhardt), Steffen - Weghorst (87. Mehmedi); Trainer: Glasner.
Schiedsrichter: Sören Storks (Velen)
Gelbe Karten: Boetius (3) - Philipp (2), Guilavogui (2)

Nächste Niederlage, die mit Abstand schlechteste Hinrunde seiner Bundesliga-Geschichte, Topstürmer Jean-Philippe Mateta weg - die Mission Klassenerhalt wird für den FSV Mainz 05 immer mehr zur Herkules-Aufgabe. Drei Tage nach dem beachtlichen Punktgewinn bei Borussia Dortmund verloren die Rheinhessen am 17. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg mit 0:2 (0:0) und warten nun seit neun Spielen auf einen Sieg. Mit nur sieben Punkten zeichnet sich der erste Abstieg seit 14 Jahren immer deutlicher ab.

In einer lange zähen Partie trafen der eingewechselte Bartosz Bialek (65.) und Wout Weghorst (79.) für die Wolfsburger, die mit 29 Punkten Kontakt zu den Champions-League-Rängen halten. Mainz kann hingegen nach den restlichen Hinrunden-Spielen am Mittwochabend sogar auf den letzten Platz abrutschen, im schlechtesten Fall beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz dann schon acht Punkte. Ihre zuvor schwächste Bundesliga-Hinrunde hatten die Mainzer 2006/07 (elf Punkte) unter Trainer Jürgen Klopp gespielt - am Saisonende stand der erste und bislang letzte Abstieg aus dem Oberhaus. Dieses Schicksal blüht nun auch unter Bo Svensson, der nach drei Spielen als Trainer erst einen Punkt geholt hat.

Im Vergleich zum 1:1 in Dortmund nahm Svensson nur eine Änderung vor, anstatt Robin Quaison stürmte Karim Onisiwo von Anfang an. Topstürmer Mateta stand hingegen überhaupt nicht im Kader - der Franzose, mit sieben Toren gefährlichster Mainzer in dieser Saison, wird vorbehaltlich des Medizinchecks in die Premier League zu Crystal Palace ausgeliehen, wie Svensson kurz vor Anpfiff bestätigte. Wie schon in Dortmund machte die Mainzer Defensive die Räume in der Mitte geschickt eng und hatte VfL-Torjäger Weghorst gut im Griff.

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Das Geschehen spielte sich meist nur zwischen den Strafräumen ab, gefährlich wurde es lediglich nach Standards. Ein Freistoß von Maximilian Arnold (22.), der nach abgesessener Rot-Sperre wieder in die Wolfsburger Startelf zurückkehrte, ging knapp am Tor vorbei. Die Gastgeber wurden danach zwar etwas mutiger, dennoch rieben sich beide Teams weiter im Mittelfeld auf und spielten nach vorne zu schlampig.

Erst in der zweiten Halbzeit wurde es gefährlicher vor den Toren. Einen Schuss von Maximilian Philipp aus kurzer Distanz blockte Mainz-Verteidiger Alexander Hack ab (52.), auf der Gegenseite rutschte Jonathan Burkardt (63.) an einer scharfen Hereingabe vorbei. Nach einem starken Steilpass von Arnold traf Bialek dann nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung. Weghorst erhöhte mit seinem zwölften Saisontor - so viele waren einem Wolfsburger noch nie in einer Bundesliga-Hinrunde gelungen.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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