Fußball

Sechs Klubs noch im Rennen Der FC Bayern gibt David Alaba auf

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Auf Abschiedstour in Rot: David Alaba.

(Foto: Ulmer/Pool)

Die Zeit von David Alaba beim FC Bayern geht in diesem Sommer zu Ende. Der "Kicker" spricht von einer hundertprozentigen Entscheidung, Trainer Hansi Flick drückt es noch etwas vorsichtiger aus, denkt aber bereits über Ersatz nach.

David Alaba hat in dieser Saison Dinge erlebt, die er zuvor in dieser Intensität noch nie erlebt hatte. Sportlich wirkte der Abwehrchef des FC Bayern anfällig wie selten zuvor in seiner bislang so sensationellen Karriere. Die ist flankiert von 25 Titeln - ausgenommen sind seine persönlichen Auszeichnungen. Alle eingesammelt mit den Münchnern. Drei werden im besten Falle noch hinzukommen: die Klub-WM, die Meisterschaft und die Champions League. Mehr aber nicht. Laut "Kicker" definitiv nicht. Denn ein Abgang des 28-Jährigen im kommenden Sommer ist dem Bericht zufolge zu hundert Prozent sicher.

Weniger klar ist derweil, welches Trikot Alaba zur neuen Saison trägt. Womöglich ist es tatsächlich Real Madrid. Doch ganz so fix, wie es die "Marca" am Vormittag verkündet hatte, ist das alles nicht. So erklärt es jedenfalls Vater George jedem Medium, dass es unbedingt wissen will. Immernoch im Bewerbungsverfahren um die Dienste von Alaba sind laut "Kicker" neben Real auch die beiden Großklubs aus Manchester (United und City), der FC Chelsea sowie Paris St. Germain. Auch der FC Barcelona hat offenbar noch Aktien im Verteiler, auch wenn es zuletzt geheißen hatte: Alaba? Zu teuer!

Zu teuer, ja, davon wissen sie auch in München zu berichten. Denn am Geld hängt es, dass beide Seiten nicht mehr zueinander gefunden haben. Daraus haben vor allem die enttäuschten Bosse des Rekordmeisters kein Geheimnis gemacht. Bisweilen war die Situation sogar öffentlich eskaliert, unter anderem, als Uli Hoeneß den Berater des 28-Jährigen, Pini Zahavi, einen "geldgierigen Piranha" nannte.

Dass es nun soweit kommt, hat eine lange Vorgeschichte: Bereits gegen Ende der Triple-Saison wurde Alabas Zögern in der Vertragssache bekannt. Die jetzige Entwicklung ist wenig überraschend. Auch nicht für Trainer Hansi Flick, der nun vor dem Spiel seiner Münchner am Mittwoch beim FC Augsburg bekannte: "Die Voraussetzungen sind eher so, dass er den Verein verlässt, damit muss man rechnen." Die Hoffnung sterbe dennoch zuletzt, bemerkte Flick zwar. Aber der Coach ist zu lange im Profi-Geschäft dabei, um ein Träumer zu sein. "Ich weiß natürlich schon, dass es aktuell in eine gewisse Richtung geht, die für die Mannschaft mit Sicherheit einen Wechsel, eine Änderung bedeutet."

Flick war Alabas wichtiger Anwalt

Es ist eine Rechnung, die Flick niemals machen wollte. Immer wieder hatte er seine menschliche und sportliche Zuneigung kundgetan. Auch gegen die kritischen Stimmen aus dem Verein. Nach dem Triumph im DFB-Pokal Anfang Juli fand der Trainer diese über alle Maßen wertschätzenden Worte: "David ist das Herzstück. Er ist nicht nur ein absoluter Weltklassespieler, sondern auch neben dem Platz wichtig. Er ist einer, der die Mannschaft immer motiviert, er ist sehr positiv." Und einer der Spieler, auf die sie in München so stolz sind. Einer, der es aus der Jugend zu den Profis schaffte. Und nicht nur schaffte, sondern sich zur absoluten Spitzenkraft entwickelte. Sei es als Linksverteidiger im bisweilen rauschhaften Zusammenspiel mit Franck Ribéry oder auch als Abwehrchef mit Jérôme Boateng an der Seite.

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Auf Alaba war immer Verlass. Und das gilt eigentlich auch in dieser Saison, auch wenn die "Bild"-Zeitung diese Woche eine Analyse der Fehler-Verantwortlichkeiten der so anfälligen und seit Monaten nicht mehr gegentorlosen Münchner vorgelegt hatte. Dort stand ausgerechnet Alaba auf Platz eins. Gemeinsam mit Boateng. Eine komische Ironie, dass ausgerechnet das Triple-Fundament ohne geklärte Zukunft (Boatengs Vertrag läuft aus) nun so bitterböse patzt. Jeweils acht Gegentore sollen die beiden direkt oder indirekt verschuldet haben. Aber am Wochenende, beim Krisen-Überwindungsspiel gegen den SC Freiburg war Alaba wieder da. Souverän und griffig trat er auf. Und Flick beobachtet ihn aktuell "sehr fokussiert" und unbeeindruckt von den Spekulationen.

In München wird bereits seit Wochen spekuliert, wer der kommenden Mann in der Abwehr werden wird. Denn für Flick ist offenbar klar, dass der Platz von Alaba nicht mit Bordmittel ersetzt werden kann, selbst wenn er Lucas Hernández, der immer noch auf den krachenden und konstanten Durchbruch wartet, die Rolle des Chefs künftig zutraut. Aber, "wenn ein Spieler mit der Qualität (Anmerk. d. Red.: Alaba) den Verein verlässt", sagte er am Mittag, "ist es klar, dass man einen anderen Spieler holen muss, holen wird." Womöglich ja Dayot Upamecano, der Abwehrbüffel aus Leipzig gilt als absoluter Top-Kandidat. Und hat reichlich Platz in seiner Titel-Vita. Dort sind bislang nur zwei österreichische Meisterschaften, ein österreichischer Cupsieg und EM-Titel mit der französischen U17-Nationalmannschaft notiert.

Quelle: ntv.de

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