Fußball

Werder gewinnt wieder nicht Schalke marschiert im wilden Topspiel gen Oberhaus

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Marius Bülter von Schalke 04 jubelt über sein Tor zum 4:2.

(Foto: IMAGO/Revierfoto)

Schalke 04 watscht Darmstadt 98 im Topspiel ab und nimmt den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga immer stärker ins Visier. In einem packenden Duell geht es hin und her. Werder Bremen zeigt dagegen zunächst nur wenig Lust daran, am Revierklub dranzubleiben, hat gegen Nürnberg am Ende aber viel Pech.

SV Darmstadt 98 - FC Schalke 04 2:5 (2:3)

Mit dem fünften Sieg im fünften Spiel unter Interimstrainer Mike Büskens hat Schalke 04 die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga gefestigt und einen großen Schritt zum Wiederaufstieg gemacht. Im Spitzenspiel bei Darmstadt 98 setzten sich die Königsblauen mit 5:2 (3:2) durch und vergrößerten ihren Vorsprung vor dem Relegationsplatz auf drei Punkte.

Sieggaranten für den Bundesliga-Absteiger waren seine Stürmer: Erst schnürte Simon Terodde vor 14.500 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor mit seinen Saisontoren 23 und 24 (14./29.) einen Doppelpack, dann legte Marius Bülter mit seinen Treffern Nummer acht bis zehn (43./48./62.) nach. Für die Darmstädter, die weiter Vierter sind, traf Phillip Tietz ebenfalls doppelt (11./34.)

In einer spektakulären ersten Halbzeit erwischten die Gastgeber den besseren Start: Nach etwas mehr als zehn Minuten hatten sie bereits sechs Torschüsse abgegeben und führten verdient durch den Nachschuss von Tietz, der zuvor per Kopf den Pfosten getroffen hatte.

Die erste Schalker Chance brachte gleich den Ausgleich - per Doppel-Kopf: Marius Bülter verlängerte eine Flanke von Rodrigo Zalazar, Terodde vollendete. Der Zweitliga-Rekordschütze legte eine Viertelstunde später einen Kopfballtreffer zur Führung der Gäste nach. Dazwischen musste Schalkes Kapitän Danny Latza mit einer Sprunggelenksverletzung vom Platz getragen werden.

Die Unordnung in der Defensive der Königsblauen nutzte Tietz nach Flanke von Braydon Manu ebenfalls per Kopf zum Ausgleich. Den letzten Höhepunkt vor der Pause setzte Bülter, der die Gelsenkirchener nach einer Einzelaktion wieder in Führung brachte. Nach dem Seitenwechsel ließ der 29-Jährige das 4:2 folgen, als die Darmstädter noch über ein Abseitstor von Tietz diskutierten und machte 14 Minuten später seinen Dreierpack

SV Werder Bremen - 1. FC Nürnberg 1:1 (0:1)

Werder Bremen kommt auf dem Weg zu einer direkten Bundesliga-Rückkehr nur mit Trippelschritten voran. Gegen den 1. FC Nürnberg kamen die Hanseaten nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus, es war für die Grün-Weißen das dritte Unentschieden in Serie. Dennoch behaupteten sie Rang zwei, einen Punkt vor dem FC St. Pauli.

Den Führungstreffer für die Franken erzielte Nikola Dovedan in der 24. Minute per Foulelfmeter, zuvor war Lino Tempelmann von Milos Veljkovic zu Fall gebracht worden. Vier Minuten nach seiner Einwechslung gelang Mitchell Weiser der Ausgleich nach guter Vorarbeit von Marco Friedl (65.).

Insbesondere in der ersten Halbzeit wirkte die Mannschaft von Trainer Robert Klauß stabiler in der Defensive und gedankenschneller in der Offensive. Den Norddeutschen gelang es vor 38.000 Zuschauern im Weserstadion nicht, ihre Topstürmer Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug erfolgversprechend in Szene zu setzen. Sichtlich unruhig tigerte Werder-Coach Ole Werner vor der Reservebank hin und her.

Die Gastgeber kamen druckvoller aus der Kabine, hatten aber Glück, dass Jiri Pavlenka einen Stellungsfehler von Friedl gegen Lukas Schleimer ausbügeln konnte (53.). Nach dem Ausgleich standen die Gäste sehr tief und hatten Glück: Ein Kopfball von Ducksch ging an die Latte (88.).

Hansa Rostock - SSV Jahn Regensburg 1:1 (1:0)

Hansa Rostock hat den wohl letzten Schritt zum Klassenerhalt verpasst. Die Rostocker kamen im ersten Spiel nach dem Tod von Vereinslegende Joachim Streich trotz Führung nur zu einem 1:1 (1:0) gegen Jahn Regensburg und blieben auf Tabellenrang zwölf. Der Klassenerhalt ist dem Aufsteiger bei neun Zählern Vorsprung auf den Relegationsrang aber nur noch theoretisch zu nehmen.

Routinier John Verhoek (44.) brachte die Mannschaft von Trainer Jens Härtel in Führung, doch Niklas Shipnoski (59.) verhinderte den fünften Rostocker Sieg in den letzten sechs Spielen. Regensburg sprang auf Rang neun und hat mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun. Rostocks Danylo Sikan sah nach einer Tätlichkeit (90.+3) noch die Rote Karte.

Nach einer Schweigeminute für DDR-Rekordtorschütze Streich, der seine Profi-Karriere in Rostock begann, waren die Gastgeber das aktivere Team. Hanno Behrens (4.) und Ryan Malone (6.) verpassten die frühe Führung, Verhoek machte es kurz vor der Pause aus wenigen Metern besser. Die Regensburger wurden nach dem Seitenwechsel gefährlicher und belohnten sich mit dem Ausgleich. Die Gäste rissen das Spielgeschehen in der Folge an sich, Andreas Albers (71.) traf nur den Pfosten.

FC Ingolstadt 04 - SC Paderborn 07 0:1 (0:0)

Der Abstieg des FC Ingolstadt ist so gut wie besiegelt. Im Heimspiel gegen den SC Paderborn unterlagen die Schanzer 0:1 (0:0). Mit 19 Punkten rutschte Ingolstadt auf den letzten Tabellenplatz ab und weist zehn Zähler Rückstand auf Dynamo Dresden auf Relegationsrang 16 auf. Florent Muslija (70., Foulelfmeter) traf vor 4219 Fans für den SCP.

Mit zehn Punkten ist Ingolstadt die schwächste Heimmannschaft der Liga. Auch die kleine Erfolgsserie der Bayern, die aus den vergangenen zwei Spielen vier Punkte geholt hatten, ging zu Ende. Der SCP ist im vorderen Mittelfeld platziert.

Schon in der ersten Minute hatten die Ostwestfalen die erste Gelegenheit. Muslija verfehlte nach feiner Einzelleistung allerdings das gegnerische Tor knapp. Paderborns Philipp Klement (55.) setzte den Ball mit einem missglückten Flankenball auf die Latte. Die Gäste hatten die besseren Offensivaktionen, Ingolstadt entwickelte kaum Gefahr und wurde dem Ruf als ungefährlichste Mannschaft der 2. Liga wieder einmal gerecht.

1. FC Heidenheim - FC Erzgebirge Aue 0:2 (0:0)

Erzgebirge Aue hat das letzte Fünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben gehalten. Das Team von Trainer Pawel Dotschew gewann nach vier Niederlagen in Serie beim heimstarken 1. FC Heidenheim überraschend mit 2:0 (0:0) und verkürzte den Rückstand auf Dynamo Dresden auf dem Relegationsplatz auf sieben Punkte.

Dennoch braucht es für den Ligaverbleib an den letzten vier Spieltagen einen fast perfekten Endspurt. Ben Zolinski (54., 80.) sorgte mit seinem Doppelpack für den zweiten Auswärtssieg der Saison. Die erschreckend schwachen Heidenheimer verspielten ihrerseits mit der erst zweiten Heimniederlage die letzten vagen Aufstiegschancen, im Endspurt geht es nur noch um einen versöhnlichen Abschluss.

In einer äußerst zerfahrenen ersten Halbzeit hatte Heidenheims Christian Kühlwetter bereits nach 40 Sekunden die einzig nennenswerte Gelegenheit, zielte aber Zentimeter zu hoch. Auch nach dem Wechsel blieb die Partie auf überschaubarem Niveau. Vor allem Heidenheim enttäuschte auf ganzer Linie, Aue überzeugte zumindest kämpferisch. Zolinski traf erst nach einem Freistoß aus dem Gewühl, ehe er allein vor dem Tor die Nerven behielt.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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