Fußball

Nächster Verteidiger vor Abgang? Süles Vertrag macht den FC Bayern nervös

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Ist Süle der nächste, bei dem der FC Bayern auf Granit beißt?

(Foto: Peter Schatz / Pool)

Der FC Bayern eilt von Erfolg zu Erfolg, das Team besteht aus Spitzenspielern - und doch müssen die Verantwortlichen des deutschen Fußball-Rekordmeisters um die Zukunft kämpfen. An der Misere, die gerade in der Abwehr entsteht, tragen sie aber Mitschuld.

Als Triple-Sieger könnte es für den FC Bayern besser nicht laufen. Auch in dieser Saison haben die Münchner bereits wieder die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga übernommen. Auf die Spieler ist Verlass - und trotzdem werkeln die Verantwortlichen natürlich am Kader. Und sie müssen es.

Mit Jérôme Boateng und David Alaba könnten gleich zwei Innenverteidiger den FC Bayern im Sommer verlassen. Der eine (Boateng) muss, weil sein Vertrag nicht verlängert wird, der andere (Alaba) wird wohl gehen, weil sich Klub und Spieler nicht auf die Details einer weiteren Zusammenarbeit einigen konnten. Zuletzt hatten die Münchner ihr Angebot sogar öffentlichkeitswirksam zurückgezogen. Zwei Verteidiger also weg, doch das ist nicht alles: Auch die Zukunft von Niklas Süle, dessen Vertrag nur noch bis 2022 datiert ist, ist wohl alles andere als gesichert. Wie die "Sport Bild" berichtet, stehen demnächst erste Gespräche zwischen dem 25-Jährigen und den Verantwortlichen des FC Bayern bezüglich einer Vertragsverlängerung an.

Die Gespräche beginnen so frühzeitig, da der FC Bayern laut "Kicker" seine Strategie nach der Pleite mit Alaba ändern will. Vertragsgespräche sollen fortan deutlich eher angegangen werden. Nicht erst dann, wenn die Spieler kurz davor sind, in ihr letztes Vertragsjahr zu gehen oder - wie bei Alaba mittlerweile - (deutlich) weniger als zwölf Monate Restlaufzeit haben, meldete das Magazin Ende Oktober.

Am Ausgang könnte das trotzdem nichts ändern. Denn offenbar ist ungewiss, ob Süle überhaupt in München bleiben will. Der Innenverteidiger habe "die Premier League im Kopf", so "Sport Bild". Sollte Süle tatsächlich Abwanderungsgedanken hegen und eine Ausdehnung seines Arbeitspapiers ablehnen, dann müssten die Münchner den Nationalspieler im Sommer oder spätestens im Winter 2021 verkaufen, um ihn nicht ablösefrei ziehen zu lassen.

Schon 2017, vor seinem Wechsel nach München, hatte er ein Angebot des FC Chelsea vorliegen. "Es war eine Überlegung, in die Premier League zu gehen", erklärte Süle mal gegenüber Goal und Spox. "Zu dem Zeitpunkt habe ich den Wechsel nach München aber als besten Schritt gesehen."

Upamecano als Ersatz?

Womöglich denkt er heute anders. Ohne Süle, Alaba, Boateng und wohl auch Javi Martínez, dessen Vertrag der FC Bayern ebenso wenig verlängern will wie den von Boateng, stünden die Münchner nahezu ohne Innenverteidigung da. Lediglich Lucas Hernández, der aber zumeist als Linksverteidiger eingesetzt wird, und der 18-jährige Neuzugang Tanguy Nianzou wären dann noch übrig, Benjamin Pavard kommt bevorzugt als rechter Außenverteidiger zum Einsatz und würde dort eine Lücke hinterlassen, wenn er in die Mitte rückt.

Zwar sollen die Bayern mit Dayot Upamecano von RB Leipzig schon einen neuen Mann für das Abwehrzentrum ins Visier genommen haben, doch im Poker um den Franzosen droht namhafte Konkurrenz. Auch Manchester United, der FC Liverpool und Manchester City sollen an dem 22-Jährigen interessiert sein.

Süle wechselte 2017 für 20 Millionen Euro von der TSG Hoffenheim zum FC Bayern. Seitdem bestritt der 25-Jährige 109 Pflichtspiele für den deutschen Rekordmeister. Wegen eines Kreuzbandrisses, eines Ödems im Knie sowie dem folgenden Trainingsrückstand hatte er von Oktober 2019 an fast ein ganzes Jahr, insgesamt 35 Spiele, gefehlt.

Quelle: ntv.de, ara/sport.de