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Samsung, Huawei, Apple Das sind die kommenden Smartphone-Stars

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Das Galaxy S10 hat voraussichtlich für die Frontkamera ein kleines Loch im Display, beim S10 Plus ist die Aussparung für zwei Kameras breiter.

Phonearena

Zwar werden Samsung und Huawei ihre neuen Top-Smartphones erst im Februar oder März vorstellen, doch es gibt schon jetzt viele Informationen zum Galaxy S10 und P30 Pro. Besonders interessant sind Löcher und Lücken. Und was plant eigentlich Apple?

2019 wird für die Smartphone-Hersteller ein sehr schwieriges Jahr. Der Markt ist weitgehend gesättigt, die Verkäufe gehen zurück und es wird zunehmend schwerer, Innovationen zu finden, die Nutzer noch begeistern können. Ja, Falt-Smartphones sind im kommenden Jahr ein großes Ding und man wird einige Vertreter beim Mobile World Congress (MWC) Ende Februar sehen, aber massentauglich werden solche Geräte wohl nicht vor 2020 sein - wenn überhaupt.

5G ist in Deutschland noch kein Thema

Ein Riesen-Wirbel gibt's auch um 5G. Doch dieses Thema muss Käufer ebenfalls erstmal wenig interessieren - jedenfalls deutsche Nutzer. "Flächendeckend" wird der neue Mobilfunk-Standard hierzulande kaum vor 2025 zur Verfügung stehen, davor ist 5G vor allem für Industrie und Verkehrssysteme relevant. Smartphones, die Hersteller beim MWC aus dem Hut zaubern, sind vor allem Prestigeobjekte.

2019 wird also voraussichtlich nochmal "ganz normale" Smartphones bringen, die eher in Details Verbesserungen bringen. Darauf deuten auch die Informationen zu den kommenden Flaggschiffen der beiden Marktführer Samsung und Huawei hin, die voraussichtlich im Februar oder März enthüllt werden. Der Drittplatzierte Apple wird die neuen iPhones wie gewohnt erst im September vorstellen, aber auch von den Kaliforniern ist erstmal kein "Next Big Thing" zu erwarten.

Samsung bohrt die Galaxy-S-Klasse auf

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Den Exynos 9820 für das Galaxy S10 hat Samsung bereits vorgestellt.

(Foto: Samsung)

Samsung hatte 2018 kein leichtes Jahr. Weder das Galaxy-S9-Duo noch das Galaxy Note 9 waren echte Verkaufsschlager. Die Geräte sind technisch zwar erste Sahne, aber unterscheiden sich zu wenig von den Vorgängern, die fast genauso gut sind. Ob die Südkoreaner im kommenden Jahr die Käufer wieder in Scharen anlocken können, muss sich noch zeigen. Rund zwei Monate vor einer möglichen Premiere sieht es eher so aus, dass das Galaxy S10 erneut eine Weiterentwicklung und kein völlig neues Smartphone sein wird.

Voraussichtlich wird Samsung das Gerät wieder in zwei Größen anbieten. Die Display-Maße sollen dabei auf 6,1 und 6,4 Zoll angewachsen sein, die Smartphone selbst dürften aber kaum größer als ihre Vorgänger sein. Dies liegt daran, dass Samsung die Displayränder minimiert. Damit dies auch an der Oberseite ohne "Notch" gelingt, wird das S10-Panel wie der Bildschirm des kürzlich in China vorgestellten Galaxy A8s ein Loch haben, durch das die Frontkamera fotografiert. Die Plus-Variante soll für zwei Kameras eine breitere Aussparung haben.

Ultraschall-Sensor unterm Display

Laut Informationen des bekannten Leakers Evan Blass und des Tech-Magazins "Gizmodo" wird das Galaxy S10 unter dem Display einen Ultraschall-Fingerabdrucksensor haben, der sicherer als ein optischer Sensor ist, wie er beispielsweise im OnePlus 6t zum Einsatz kommt. Dafür verzichtet Samsung auf einen Iris-Scanner. Interessantes, aber eher unwichtiges Detail: Das Galaxy S10 soll wie das Huawei Mate 20 Pro andere Geräte induktiv laden können. Spannender ist da, dass den Gerüchten zufolge Samsung weiter eine Klinkenbuchse einbaut.

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Das Galaxy S10 hat vermutlich einen Ultraschall-Fingerabdrucksensor ins Display integriert.

(Foto: Samsung)

Auf der Rückseite hat das S10-Duo laut "Phonearena" eine horizontal angeordnete Triple-Kamera. Ihre Eigenschaften sind noch nicht bekannt, denkbar sind zwei Varianten: eine Hauptkamera mit zwei verschiedenen Tele-Linsen oder eine Hauptkamera mit Superweitwinkel und Tele-Kamera.

Unter der Haube werden die Geräte in Deutschland den hauseigenen Chip Exynos 9820 haben. Er hat unter anderem einen neuronalen Prozessor für KI-Aufgaben an Bord, bietet vor allem grafisch mehr Leistung als der Vorgänger und besitzt einen 8K-fähigen Bildprozessor.

Möglicherweise wird Samsung auch ein abgespecktes Galaxy S10 Lite vorstellen. Sein Display soll 5,8 Zoll groß und flach sein, also keine gebogenen Seiten wie die größeren Smartphones haben. Aber auch das günstigere Modell soll ein Loch für die Frontkamera haben. Auf der Rückseite sitzen bei dieser Variante voraussichtlich nur zwei Kameras.

Huawei verkleinert Notch

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So stellt sich Grafikdesigner Benjamin Geskin (@VenyaGeskin1) das Huawei P30 Pro vor.

(Foto: @VenyaGeskin1)

Im Huawei P30 Pro wird voraussichtlich weniger Technik des Mate 20 Pro übernehmen als erwartet. Klar ist eigentlich nur, dass es ebenfalls mit dem Chip Kirin 980 ausgerüstet sein wird. Leaks des Schutzglases und die Grafiken des Schutzhüllen-Herstellers Olixar deuten darauf hin, dass das P30 Pro keine 3D-Gesichtserkennung haben wird. Huawei setzt auch nicht auf ein gelochtes Display, sondern auf ein AMOLED-Panel mit sehr kleiner, tropfenförmiger Notch für die Frontkamera. Leaker Ice Universe schreibt, bisher könne nur Samsung OLEDs mit Loch herstellen, Huaweis Lieferanten LG und BOE seien dazu noch nicht in der Lage.

Als Ersatz für die 3D-Gesichtserkennung könnte Huawei wie Samsung einen Ultraschall-Fingerabdrucksensor ins Display integrieren. Wenn sich diese Technik in den Frühjahrs-Flaggschiffen der Marktführer als schnell, zuverlässig und sicher bewährt, könnte sie sich gegen Lösungen à la Face ID dauerhaft durchsetzen.

Drei oder vier Kameras?

Auf der Rückseite übertrifft das P30 Pro das Mate 20 Pro vielleicht mit vier Kameras. Den Leaks nach sind sie auf der linken Seite vertikal angeordnet. Hier kocht die Gerüchteküche derzeit aber noch verschiedene Süppchen, die von 3D-Kamera bis doch nur eine Triple-Kamera reichen. Aus China kommen Hinweise, die Hauptkamera könnte mit Sonys neuem 1/1.8 Zoll großen 38-Megapixel-Sensor IMX607 arbeiten, der laut Datenblatt unter anderem verbesserte Aufnahmen mit mehr Details und Schärfe bei schwachem Licht verspricht.

Apple bleibt seiner Linie treu

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So könnte ein kantiges "iPhone 11" aussehen.

(Foto: @phoneindustry_)

Bis zum nächsten iPhone-Event ist es noch lange hin und so sind Vorhersagen zu Ausstattung und Aussehen der nächsten Generation besonders schwer - aber nicht unmöglich.

Möglicherweise übernimmt Apple beim neuen iPhone das kantige Design des neuen iPad pro, das etwas an das iPhone 5s erinnert. Wie das aussehen könnte, zeigt @phoneindustry_ in einer Grafik. Doch "Macwelt" weist darauf hin, dass das aktuelle Aussehen erst 2017 mit dem iPhone X eingeführt wurde. Apple blieb einem Design aber bisher viel länger treu, beispielsweise vom iPhone 6 (2014) bis zum iPhone 8 (2017).

Vielleicht findet Apple wie beim iPad einen Weg, die Notch loszuwerden, irgendwo müssen Kamera und Sensoren allerdings untergebracht werden. Im Displayrand wie beim großen iPad ist dafür aber kaum Platz genug. Samsung wäre eventuell in der Lage, AMOLEDs mit einem Loch für die True-Depth-Kamera herstellen - aber wäre das besser als eine Notch? Alternativ könnte Apple auf Ultraschall-Fingerabdrucksensoren umstellen, was allerdings als sehr unwahrscheinlich gilt.

Dritte Kamera und USB-C?

Sicher ist, dass die neuen iPhones mit dem A13 einen noch stärkeren Chip bekommen, wobei der A12 der aktuellen Geräte eigentlich auch schon nicht weiß, was er mit all seiner Kraft anfangen soll. Möglicherweise baut Apple auf der Rückseite eine dritte Kamera ein, die Android-Konkurrenz hat gezeigt, was damit möglich ist. Statt ein Superweitwinkel oder eine zweite Tele-Brennweite zu verwenden, könnte Apple die Ausstattung auch eher auf 3D-Aufnahmen für AR-Anwendungen ausrichten.

Als ziemlich wahrscheinlich gilt, dass es 2019 dem Lightning-Anschluss an den Kragen geht. Da Apple jetzt auch beim iPad Pro auf USB-C (Thunderbolt) setzt, gibt es kaum noch einen Grund, dies nicht endlich auch beim iPhone zu tun.

Quelle: n-tv.de

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