Technik

Aussetzer und Schneckentempo So kriegt man das WLAN flott

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Rätselhafte WLAN-Probleme können extrem nerven.

(Foto: imago/Westend61)

Durch den Lockdown ist zurzeit im Internet fast immer Rushhour. Wenn da die Einstellungen im heimischen WLAN-Netzwerk nicht optimal sind, kommt es schnell zu Aussetzern oder spürbaren Geschwindigkeitseinbußen. ntv.de zeigt, wie man die Ursachen von Problemen findet und behebt.

Es ist zum Haareraufen: Jetzt, wo man im Homeoffice oder zum Zeitvertreib mit Streaming-Angeboten und Gaming stärker denn je auf ein stabiles Heimnetz angewiesen ist, zickt das WLAN. Verbindungen brechen ab, Aussetzer nerven und das Internet ist so lahm, als hätte man noch eine ISDN-Verbindung. Das kann am Anbieter liegen, meistens sind es aber hausgemachte Probleme, die man oft ohne großen Aufwand selbst beheben kann.

Internetzugang prüfen

Zunächst gilt es auszuschließen, dass der Internetanschluss gestört ist. Um das herauszufinden, verbindet man am besten ein Notebook oder den Desktop-PC per LAN-Kabel mit dem Router. Danach geht man im Browser zum Geschwindigkeitstest der Bundesnetzagentur und folgt den Anweisungen. Dazu sollte man vorher nachsehen, welchen Tarif man gewählt hat, damit man sehen kann, ob die zugesicherte Geschwindigkeit auch zur Verfügung steht. Der Test funktioniert aber auch, wenn man einen x-beliebigen Tarif auswählt.

Besitzer einer Fritzbox können auch den Speedtest Zack des Herstellers AVM nutzen, der im ntv.de-Tests sehr akkurate Ergebnisse lieferte.

Geht gar nichts mehr, nutzt man am besten ein Smartphone mit mobilem Internet, um die Störungshilfe des Anbieters aufzurufen. Dort sieht man bei großflächigen Problemen gewöhnlich sofort einen Hinweis oder kann prüfen, ob es Probleme an der eigenen Adresse gibt. Hier gehts beispielsweise zur Pannenhilfe von Vodafone, Telekom oder O2. Man kann aber auch Übersichtsseiten wie Allestörungen.de oder den Störungsmelder von Netzwelt.de aufrufen.

Gerät checken

Bevor man eine umfassende Diagnose startet, sollte man erstmal prüfen, ob nicht das Smartphone, der Computer oder ein anderer Client Probleme macht. Am einfachsten geht das, wenn man mit einem anderen Gerät die Verbindung überprüft. Klappts auch damit nicht, ist der Fehler im Netzwerk zu suchen.

Kann ein bestimmtes Gerät keine WLAN-Verbindung herstellen, kann das verschiedene Ursachen haben, die man manchmal nur mit dem Support des Herstellers finden kann. Oft ist es aber nicht so wild und man kriegt es selbst hin. In vielen Fällen löst schon ein Neustart oder ein Firmware-Update das Problem.

Fehlersuche auf Windows-Rechnern

Wenn das nichts bringt, kann man bei Windows-Rechnern den Fehler vielleicht über die Systemeinstellungen finden. Dazu klickt man links unten auf Start (Windows-Symbol), dann auf das Zahnrad-Symbol, anschließend auf Netzwerk und Internet und schließlich auf Netzwerkproblembehandlung. Windows führt daraufhin eine Diagnose durch und bietet bei gefundenen Problemen Lösungen an.

Man kann auch noch versuchen, die Netzwerkverbindung neu einzurichten. Dafür klickt man rechts unten in der Taskleiste auf das WLAN-Symbol und danach mit der rechten Maustaste auf die bestehende Verbindung. Im Menü wählt man dann Nicht speichern. Im Anschluss stellt man die Verbindung erneut her.

Fehlersuche auf einem Mac

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Netzwerk-Diagnose auf einem Mac.

(Foto: kwe)

Bei einem Mac-Rechner hält man die Alt-Taste gedrückt und klickt rechts oben auf das WLAN-Symbol. Danach wählt man Diagnose für drahtlose Umgebungen öffnen aus, klickt auf Fortfahren und folgt den Anweisungen. Falls das Problem in diesem Moment nicht besteht, kann man die Verbindung überwachen lassen. Taucht ein Fehler auf, wird man informiert und erhält Empfehlungen, was zu tun ist.

Um die Verbindung zurückzusetzen, klickt man oben rechts das WLAN-Symbol an und wählt Systemeinstellung "Netzwerk" öffnen aus. Im folgenden Fenster klickt man links unten auf das Schloss, gibt das Geräte-Passwort ein und wählt danach Schutz aufheben. Im Anschluss klickt man auf Weitere Optionen, wählt sein Netzwerk aus, klickt auf das Minus-Zeichen zum Entfernen und dann auf OK. Danach schließt man das Fenster und bestätigt mit Anwenden. Jetzt kann man das Netzwerk über das WLAN-Symbol neu auswählen und sich mit dem Passwort verbinden.

Fehlersuche auf Smartphones

Macht das Smartphone Probleme, kann man nicht allzu viel machen. Wenn ein Neustart und das Ein- und Ausschalten des WLAN nicht hilft, ist manchmal eine neue Verbindung erfolgreich. Dazu muss man erstmal die alte löschen. Bei Android-Geräten zieht man dazu am einfachsten die Benachrichtigungsleiste vom oberen Displayrand nach unten und tippt länger auf das WLAN-Symbol. Im Anschluss tippt man ebenfalls länger auf das heimische Netz oder das Zahnrad dahinter und wählt Entfernen. Danach taucht das Netz in der WLAN-Liste wieder auf und man stellt die Verbindung erneut her.

Auf einem iPhone manövriert man in den Einstellungen zu WLAN, tippt dann hinter dem Problem-Netzwerk auf das Info-Symbol und anschließend auf Dieses Netzwerk ignorieren. Nach einer Weile erscheint es wieder in der Liste und man meldet sich mit dem Passwort erneut an. Es kann auch nicht schaden, die IP-Adresse zu erneuern. Dazu wählt man nach einem Tipper auf das Info-Symbol Lease erneuern.

Router überprüfen

Was bei Notebooks oder Smartphones nur manchmal hilft, löst bei Routern ziemlich häufig das Problem, weil er dann unter anderem die Verbindungen frisch aushandelt und Datenmüll loswird. Dafür zieht man den Stecker, zählt bis 10 und schließt das Gerät wieder an. Eleganter und schonender geht es über die Bedienoberfläche des Geräts. Bei einer Fritzbox öffnet man sie beispielsweise, indem man ins Adressfeld des Browsers fritz.box eingibt und die Eingabetaste drückt. Nachdem man gegebenenfalls das Router-Passwort eingegeben hat, klickt man links im Menü erst auf System und dann auf Sicherung. Im Anschluss wählt man oben den Reiter Neustart.

Im gleichen Menü findet man die Möglichkeit, eine automatische Diagnose durchführen zu lassen. Dazu wählt man Funktion und klickt dann auf Starten. Manchmal findet man so am einfachsten das Problem. Auch andere Router können eine Selbstdiagnose durchführen. Wo, erfährt man im Handbuch, im Hilfe-Menü der Benutzeroberfläche oder vom Hersteller-Support.

Router richtig platzieren

Die richtige Position des Routers ist für eine gute WLAN-Verbindung sehr wichtig.

Die richtige Position des Routers ist für eine gute WLAN-Verbindung sehr wichtig.

(Foto: AVM)

Zeigt das WLAN-Symbol auf dem Computer oder Smartphone nur wenige aktive Wellen an, ist die Verbindung schwach. Das könnte daran liegen, dass die Entfernung zum Router zu groß ist oder Mauern und Möbel die Verbindung stören. Dann sollte man zuerst versuchen, ihn besser zu platzieren, soweit dies der Internetanschluss zulässt.

Grundsätzlich sollte das Gerät zentral stehen. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass es im Zentrum der Wohnung platziert wird. Wichtig ist, dass der Router alle Räume erreicht, in denen WLAN-Geräte genutzt werden.

Weil seine Antennen rundherum abstrahlen, platziert man ihn idealerweise nicht an einer Wand. Weil der Router aber nun mal in der Nähe der Internet-Anschlussbuchse aufgestellt werden muss, ist dies nicht immer möglich. Dann sollte man wenigstens darauf achten, dass er nicht in einer Zimmerecke steht.

Im Raum sollte der Router von allen Positionen aus sichtbar sein und nicht von Möbeln, dem Fernseher oder anderen Einrichtungsgegenständen verdeckt werden. Wenn man ihn sieht, hat auch das WLAN freie Bahn.

Störquellen ausweichen

Besonders metallische oder wasserhaltige Objekte wie Heizungskörper, Kühlschrank oder Zimmerpflanzen reduzieren die Qualität des WLAN-Signals deutlich. Das gilt auch für Rigips-Platten. Freifunker haben die Erfahrung gemacht, dass moderne Fenster mit Mehrfachverglasung WLAN sehr stark ausbremsen können.

Die beste Sicht hat man gewöhnlich von oben, deshalb ist es auch gut, wenn der Router möglichst weit oben auf einem Regal oder Schrank platziert wird. Ganz wichtig: Man sollte darauf achten, dass sich keine anderen Funksender in der Nähe des Routers befinden. Das können beispielsweise Bluetooth-Geräte oder Funk-Lautsprecher, aber auch die Mikrowelle sein.

Einstellungen optimieren

Besonders in Mehrfamilienhäusern gibt es sehr viele Geräte in vielen verschiedenen Netzwerken. Wenn eine große Zahl von ihnen im gleichen Kanal funkt, stören sie sich gegenseitig. Normalerweise suchen Router selbstständig weniger frequentierte Kanäle, aber das klappt nicht immer und man muss selbst ran. Wie es geht, findet man im gedruckten Handbuch oder auf der Webseite des Herstellers.

Die Fritzbox findet den richtigen Kanal normalerweise automatisch.

Die Fritzbox findet den richtigen Kanal normalerweise automatisch.

(Foto: kwe)

Bei einer Fritzbox findet man die Einstellungen in der Übersicht der Benutzeroberfläche unter WLAN - Funkkanal. Ein Blick auf Belegung der WLAN-Kanäle zeigt, ob die Fritzbox gut gewählt hat. Falls nicht, klickt man oben Funkkanal-Einstellungen anpassen an. Danach kann man nach einem Klick auf Autokanal eine eigene Entscheidung treffen.

2,4 oder 5 GHz?

An dieser Stelle sieht man bei nicht allzu alten Modellen auch, dass sie in zwei Frequenzen funken: 2,4 und 5 Gigahertz (GHz). Grundsätzlich besitzen 5-GHz-Netze auf kurze Distanzen eine geringere Störungsanfälligkeit und bieten einen höheren Datendurchsatz. 2,4-GHz-Verbindungen können bei geringeren Datenraten längere Strecken überbrücken. Auf dieser Frequenz tummeln sich aber besonders viele Geräte, was sie sehr störanfällig macht.

Um herauszufinden, auf welcher Frequenz der Rechner funkt, klickt man unter Windows 10 mit der rechten Maustaste auf die Verbindung und wählt Eigenschaften. Am Mac hält man die Alt-Taste gedrückt und klickt dann das WLAN-Symbol an. Bei Android-Smartphones erfährt man die Frequenz nach einem Tipper auf das Info-Symbol einer WLAN-Verbindung. Bei iPhones geht das nicht, hier benötigt man eine zusätzliche App (Fritz!App WLAN bei Fritzboxen) oder muss in die Benutzeroberfläche des Routers gehen.

5 GHz erzwingen

Weil nicht alle Geräte 5 GHz beherrschen und man auch weiter entfernte Ecken abdecken möchte, sollten beide Frequenzen im Router aktiviert sein. Wenn man feststellt, dass sich der Laptop immer wieder über 2,4 GHz verbindet, obwohl er in guter Reichweite für 5 GHz ist, hilft manchmal ein kleiner Trick: Man gibt dem 5-GHz-Netz einen eigenen Namen (SSID) und wählt dieses Netzwerk dann auf dem Rechner aus. Außerdem kann man dann andere Geräte, die nicht so wichtig sind, zwingen, im 2,4-GHz-Netz zu bleiben.

Das ist allerdings keine gute Einstellung, wenn Geräte unter einer gemeinsamen SSID kommunizieren sollen. Windows-Rechner kann man alternativ dazu zwingen, 5 GHz zu bevorzugen. Dazu öffnet man den Gerätemanager, in dem man unten links ins Suchfenster neben dem Windows-Symbol den Begriff eingibt. In dem Tool manövriert man anschließend zu Netzwerkadapter, klickt auf den kleinen Pfeil davor und wählt den Adapter aus, dessen Bezeichnung WLAN oder Wifi oder Wireless enthält.

Wenn man unsicher ist, tippt man unten rechts in der Taskleiste auf das WLAN-Symbol und dann bei der bestehenden Verbindung auf Eigenschaften. Dort steht der Name des Adapters hinter Beschreibung. Nach einem Rechtsklick auf den Namen findet man unter Eigenschaften - Erweitert die Möglichkeit, bei Wert: 5 GHz Only einzustellen.

Reichweite vergrößern

Wenn die WLAN-Reichweite des Routers für die Größe der Wohnung einfach zu knapp ist, kann man sie mit Repeatern und Powerline-Geräten erweitern. Repeater empfangen das WLAN-Signal des Routers und strahlen es mit einem eigenen Funkmodul ab. Viele Geräte haben zusätzlich einen oder mehrere LAN-Anschlüsse, mit denen beispielsweise Computer per Kabel verbunden werden können.

Bei der Auswahl sollte man darauf achten, dass der Repeater zum Router und dem gebuchten Internetanschluss passt und man kein Geld zum Fenster hinauswirft. Zu einer etwas älteren Fritzbox ohne 5-Gigahertz-Netz oder dem neuesten WLAN-Standard AC darf man ruhig zum günstigeren Repeater greifen, der eine ähnliche Ausstattung hat. Ist die Internetverbindung lahm, zündet auch eine schnelle Erweiterung keinen Turbo. Beherrscht der Router WPS, ist es praktisch, wenn auch der Repeater dazu fähig ist. Denn dann gelingt die Einbindung des Geräts ins heimische Netzwerk per Knopfdruck. Gibt es nur wenige freie Steckdosen, ist es nützlich, ein Gerät mit integrierter Buchse zu wählen.

Statt einen neuen Repeater zu kaufen, können Nutzer auch einen alten Router wiederbeleben. Das ist vor allem bei Fritzboxen eine gute Alternative. Wie das funktioniert, erklärt n-tv.de hier

Größere Distanzen überbrücken

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Repeater stoßen an ihre Grenzen, wenn längere Distanzen mit Hindernissen überwunden werden sollen. Dann kann man zu einer sogenannten Bridge greifen. Im Prinzip verlängert sie auch nur das WLAN, aber über parallele Funk-Verbindungen kann sie auch weiter vom Router entfernte Geräte mit viel Bandbreite versorgen. Alternativ kann man sich ein Mesh-Netzwerk mit mehreren Funk-Zugangspunkten einrichten, die unter einer gemeinsamen SSID verbundene Geräte weiterreichen.

Ein Mesh-Bestandteil können Powerline-Geräte sein, die mit Steckdosen verbunden Stromleitungen für den Datentransport nutzen. Sie sind aber auch für sich selbst eine leistungsstarke Lösung, da sie theoretisch Distanzen von mehreren Dutzend Metern ohne allzu große Verluste bei der Datenrate überbrücken können. Allerdings muss das Umfeld passen. Etagen können ein Problem sein, da in mehrgeschossigen Häusern Stromnetze oft getrennt arbeiten. Powerline-Geräte werden außerdem oft durch andere elektrische Geräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke gestört und sind nicht gut für Mehrfachsteckdosen geeignet.

Quelle: ntv.de

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