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Großflugbeutler aus Australien Flauschige Tierart ist plötzlich zu dritt

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Der Südliche Großflugbeutler hat Artverwandte, decken australische Forscher jetzt auf.

(Foto: imago images/Ardea)

Der Südliche Großflugbeutler ist eines der niedlichsten Tiere Australiens. Forscher finden nun heraus, dass es drei Arten von ihm gibt. Sie nutzen die Entdeckung für einen eindringlichen Appell - auch wenn das Lebewesen derzeit nicht vom Aussterben bedroht ist.

Der Südliche Großflugbeutler ist eines der flauschigsten Lebewesen weltweit - und ein ungewöhnliches noch dazu. Das in Australien beheimatete Tier ist etwa so groß wie ein Marder, hat stark behaarte Ohren, ein dichtes Fell sowie einen langen buschigen Schwanz und kann fliegen. Etwa 100 Meter weit kann der Großbeutler mithilfe einer Gleitmembran zwischen den Vorder- und Hinterbeinen von Baum zu Baum gleiten.

Wissenschaftler haben sich den Südlichen Großflugbeutler nun genauer angesehen und festgestellt: Es handelt sich eigentlich um drei eigenständige Spezies. Sie haben regionale Unterschiede bei der Körpergröße, der Fellfarbe sowie der örtlichen Verbreitung. Ihre Erkenntnisse veröffentlichte das australische Forscherteam im Fachjournal "Scientific Reports". Denise McGregor, Doktorandin an der James Cook University in Cairns, ging in ihrer Abschlussarbeit der Frage nach, warum die Großflugbeutler so unterschiedlich sind. Ein genetischer Abgleich ergab demnach, dass Petauroides volans, so der wissenschaftliche Name, nicht allein ist. Jetzt gibt es auch noch Petauroides armillatus und Petauroides minor.

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Mit seinem Schwanz steuert der Großflugbeutler seine Gleitrichtung.

(Foto: imago images/Ardea)

Das größte der zwischen 35 und 45 Zentimeter großen Beuteltiere wiegt zwischen 1000 und 1700 Gramm, das kleinste bringt gerade einmal zwischen 650 und 1100 Gramm auf die Waage. Insgesamt untersuchten die Forscher aus Cairns und Canberra 63 Tiere an fünf Standorten.

Die Großflugbeutler sind - Stichwort Beuteltier - mit den Koalas verwandt. Mit ihnen teilen sie unter anderem die Vorliebe für das Futter: Eukalyptus. Und so verbringen auch sie große Teile ihres Lebens schlafend und verdauend. Sie sind nachtaktiv und gleiten dann auf Futtersuche von Baum zu Baum. Unterschlupf suchen sie in großen Hohlräumen von Bäumen.

Der Verlust von Lebensraum macht auch den Großflugbeutlern zu schaffen. Die Buschbrände in Australien vernichteten im vergangenen Sommer mehr als 97.000 Quadratkilometer Fläche, Milliarden an Wildtieren starben. Akut gefährdet ist die Art bislang allerdings nicht. Die Forscher sehen im Nachweis der neuen Arten dennoch eine Mahnung: Fortschreitende Zerstörung der Umwelt - sei es durch den Klimawandel oder Raubbau - könnte Arten verschwinden lassen, von deren Existenz nicht einmal etwas bekannt war.

Quelle: ntv.de, ara

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