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Bestand sinkt dramatisch Kakao verdrängt Elefanten in Elfenbeinküste

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Müssen dem Kakao weichen: Waldelefanten in der Elfenbeinküste.

(Foto: imago images / Panthermedia)

Der Bestand des Waldelefanten in der Elfenbeinküste ist bedroht. Großflächige Rodungen verdrängen immer mehr Dickhäuter aus ihren Lebensräumen. Grund dafür ist unter anderem der Anbau von Kakao.

In der westafrikanischen Elfenbeinküste lassen Rodungen für Kakao-Plantagen und Getreidefelder die Lebensräume und damit auch die Bestände der Waldelefanten schwinden. Ausgerechnet in dem nach den Stoßzähnen der Dickhäuter benannten Staat gebe es einen "weit verbreiteten und katastrophalen Rückgang der Waldelefanten in den Schutzgebieten", schreibt das Wissenschaftsjournal "Plos One" unter Berufung auf eine aktuelle Studie der Félix-Houphouet-Boigny-Universität in Abidjan.

Waldelefanten gehören zur Gattung der Afrikanischen Elefanten. Der Wissenschaftler Sery Gonedelé Bi hat mit seinen Kollegen insgesamt 25 Schutzgebiete des Landes untersucht. Die meisten davon seien in Kakao-Plantagen umgewidmet worden. "Der weitaus größte Teil der Schutzgebiete in der Elfenbeinküste hat als Folge mangelnder Schutzmaßnahmen seine gesamten Elefantenbestände verloren", schreiben die Autoren der Studie und warnen: "Von den 25 untersuchten Schutzgebieten sind die Waldelefanten der Elfenbeinküste nun in kleinen Beständen auf vier Reservate beschränkt."

Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass die Landwirtschaft und die damit einhergehenden Rodungen der Wildnis-Areale zunehmend die Lebensräume der Dickhäuter in einem Land einschränkt, das noch zu Kolonialzeiten einen der größten Elefantenbestände in ganz Westafrika hatte. Anfang der 1990er-Jahre hatte die Gesamtzahl der Wald- und Savannen-Elefanten bei gerade mal knapp 360 Tieren gelegen - heute dürften es noch 220 Tiere sein, die überwiegend im Tai-Nationalpark leben.

Die Autoren stützten sich bei ihrer Studie auf zwischen 2011 und 2017 durchgeführte Recherchen, bekannt gewordene Konflikte zwischen Mensch und Tier, Dung-Zählungen sowie Medienberichte. Sie fordern eine strengere Naturschutz-Überwachung, unter anderem durch Ranger.

Quelle: ntv.de, dhe/dpa