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Sport für Gesundheit des Gehirns Körperliche Aktivität beugt Demenz vor

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In Deutschland haben derzeit rund 1,7 Millionen Menschen Alzheimer oder eine andere Demenzerkrankung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Weltweit sind rund 50 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Experten rechnen damit, dass die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahren steigt. Die Weltgesundheitsorganisation gibt nun Empfehlungen heraus, was Menschen tun können, um ihre geistigen Fähigkeiten im Alter zu erhalten.

Wer sich mehr bewegt und mit dem Rauchen aufhört, kann damit auch einer Demenz-Erkrankung vorbeugen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in Genf zum ersten Mal entsprechende Leitlinien veröffentlicht und dabei auch auf einen Zusammenhang von Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck mit Demenz hingewiesen. Den Staaten und Akteuren im Gesundheitswesen rät die WHO, in diesen Bereichen gegenzusteuern.

Alzheimer-Demenz

Die Alzheimer-Demenz (AD) ist eine seit mehr als 100 Jahren beschriebene Erkrankung, deren eigentliche Ursache trotz großer Anstrengungen noch immer nicht bekannt ist. Sie macht zwei Drittel aller Demenzerkrankungen aus. Aktuell wird von mehr als 30 Millionen Erkrankten weltweit ausgegangen. Neueste Hochrechnungen zeichnen ein dramatisches Szenario mit 106 bis 360 Millionen Erkrankten im Jahr 2050.

Diese neurodegenerative Erkrankung beginnt schleichend bereits im Alter von 45 bis 50 Jahren. Erst 20 bis 30 Jahre später finden sich die klinischen Symptome im Alltag. Es kann damit beginnen, dass man im Kaufhaus steht und plötzlich nicht mehr aus den Ausgang findet oder den Einkauf an der Kasse stehen lässt. Bereits geringe Störungen des Gedächtnisses, die erstmalig auftreten, können Vorboten dieser Erkrankung sein.

"Ein körperlich aktiver Lebensstil ist verbunden mit der Gesundheit des Gehirns", heißt es unter anderem in den neuen Leitlinien. Große Studien hätten gezeigt, dass körperlich aktive Menschen seltener Krankheiten wie Demenz und Alzheimer bekommen. "Physische Aktivität scheint einen vorteilhaften Einfluss auf die Struktur des Gehirns zu haben." Außerdem sei ausreichend Bewegung auch gut gegen Bluthochdruck - und der sei ebenfalls ein Risikofaktor für eine Demenzerkrankung.

Unter Demenz werden verschiedene Erkrankungsformen zusammengefasst, bei denen die geistige Leistungsfähigkeit sehr stark zurückgeht. Die weitaus meisten Betroffenen haben Alzheimer. Erkrankte verlieren innerhalb von Jahren geistige Fähigkeiten und verändern sich in ihrer Persönlichkeit. Die Erkrankung führt in der Regel zu Hilflosigkeit und schwerster Bedürftigkeit sowohl in psychischer als auch in körperlicher Hinsicht.

Viele erkennen ihre Angehörigen nicht mehr, manche von ihnen werden aggressiv. Es gibt weder eine vorbeugende Impfung noch ein Heilmittel gegen Alzheimer. In einigen Studien konnte aber ein Zusammenhang zwischen den Krankheiten und dem Lebensstil oder anderen gesundheitlichen Aspekten dargestellt werden. Darauf basieren nun auch die WHO-Leitlinien.

Zahl der Betroffenen wird steigen

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Die Gesundheitsorganisation hat ihre Präventionsempfehlungen zu diesen Krankheiten dabei in zwei Stufen eingeteilt. Ähnlich wie bei den Bereichen Rauchen und Bewegung wurde auch eine deutliche Empfehlung für eine gesunde und ausgewogene Ernährung ausgesprochen. Zudem erklärt die WHO, dass aus ihrer Sicht nicht für die Einnahme von Vitamin B und E sowie anderer Nahrungsergänzungsmittel als Demenz-Vorbeuge geworben werden soll.

Darüber hinaus enthalten die Leitlinien eingeschränkte Empfehlungen. Dazu gehören unter anderem kognitives Training für ältere Erwachsene und Maßnahmen gegen Übergewicht in mittlerem Alter. Auch Maßnahmen gegen gefährlichen und gesundheitsschädigenden Alkoholkonsum wurden von der Weltgesundheitsorganisation so eingestuft. Nach Angaben der WHO wird sich die Zahl der Demenzkranken in den kommenden Jahren weltweit deutlich erhöhen. Bis 2030 rechnet die Organisation mit bis zu 82 Millionen, bis 2050 mit bis zu 152 Millionen Betroffenen. Derzeit seien rund 50 Millionen Menschen weltweit an Demenz erkrankt.

In Deutschland haben etwa 1,7 Millionen Menschen Alzheimer oder eine andere Demenzerkrankung. Das größte Risiko zu erkranken, birgt das Alter. Vor dem 65. Lebensjahr sind nur wenige betroffen, unter den 85- bis 89-Jährigen leidet nach Auskunft der Deutschen Alzheimer Gesellschaft jeder Vierte an Demenz. Aus Sicht der WHO hat aber auch die allgemeine Gesundheit und der Lebensstil einen Einfluss. Vorsorge sei daher eben auch mit öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen möglich.

Hilfsangebote

Wer einen an Demenz erkrankten Angehörigen pflegt, ist oft am Ende seiner Kräfte. Über den Wegweiser Demenz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend findet man Wohlfahrtsverbände, die Hilfe in der Nähe anbieten.

Auch die Alzheimer-Gesellschaften sind in vielen Regionen Deutschlands mit Beratungsstellen vertreten.

Individueller Rat per Telefon ist ebenfalls möglich: Das bundesweite Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ist unter der Nummer 030 - 2 59 37 95 14 erreichbar. Beratungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 9 – 18 Uhr, freitags bis 15 Uhr.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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