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Schutz gegen tödliche Strahlung Kosmische Schilde könnten Aliens verraten

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Ist da draußen jemand? Astronomen hoffen, irgendwann einmal Außerirdische ausfindig zu machen.

(Foto: Wikimedia Commons)

Bei der Suche nach Außerirdischen stellt sich Forschern die Frage: Wonach genau soll man Ausschau halten? Zwei Forscher haben einen neuen Ansatz. Sie glauben, dass Aliens große Schutzschilde im All errichtet haben könnten.

Im Weltall lauern tödliche Gefahren, die das Leben auf der Erde erheblich schädigen, wenn nicht vernichten könnten. Die Rede ist diesmal nicht von Asteroiden oder Kometen, sondern von viel gewaltigeren Ereignissen. Gemeint sind Sternenexplosionen, sogenannte Supernovae, und Gammablitze, die durchs All zucken. Beide setzen gewaltige Energiemengen frei. Geschieht dies in zu größer Nähe zu unserem Planeten, könnte es das Ende der Menschheit bedeuten.

Wie soll man sich dagegen schützen? Derzeit wäre die Menschheit wohl technisch nicht dazu in der Lage. Aber eine Möglichkeit wäre, gigantische Schutzschilde im All zu errichten, welche die Strahlung abschwächen könnten. Zwei Forschern aus Serbien kam bei dieser Überlegung eine andere Idee, welche sie in einem Aufsatz ausführen: Im Unterschied zur Menschheit wären hoch entwickelte Alien-Zivilisationen auf anderen Planeten möglicherweise bereits in der Lage, solche Schutzschilde zu bauen.

Milan Cirkovic und Branislav Vukotic nehmen jedenfalls an, dass sich intelligente und technisch potente Außerirdische gegen eine der erwähnten Bedrohungen aus dem All wappnen würden, sobald sie eine solche identifizieren. Am einfachsten sei dies mit einem Schwarm aus Eisklumpen zu bewerkstelligen, der in weitem Abstand vom bewohnten Planeten am Rande eines Sternsystems schwebt. Warum diese Überlegung von Interesse ist? Ganz einfach: So ein Schutzschild wäre von der Erde aus erkennbar. Und diese Erkenntnis könnte der Menschheit bei der Suche nach außerirdischem Leben hilfreich sein.

Alien-Suche im sichtbaren Bereich erfolgversprechender?

Denn die war bisher erfolglos. Seit Jahrzehnten suchen Astronomen mit Radioteleskopen vergeblich den Himmel ab, um einen Alien-Funkspruch oder zumindest auffällige Signale zu entdecken. Immerhin erweiterte das Weltraumteleskop Kepler seit seinem Start im Jahr 2009 die Möglichkeiten der Wissenschaftler. Seitdem können tausende Sterne gleichzeitig nach möglicherweise bewohnten, erdähnlichen Planeten abgesucht werden. Der Trick dabei: Das Teleskop kann kleinste Helligkeitsschwankungen im Licht eines Sterns nachweisen, wenn ein Objekt aus unserer Sicht vor ihm vorbeifliegt.

Mit Kepler können theoretisch aber nicht nur Planeten, sondern auch Hinweise auf technisch hoch entwickelte Zivilisationen entdeckt werden - etwa künstliche Strukturen, die sich um einen Stern herum bewegen. Bereits in den 1960er Jahren wurde vorgeschlagen, dass Alien-Zivilisationen gigantische Strukturen um ihren Stern herum errichten könnten, um dessen Energie zu nutzen. Freeman Dyson erdachte diese nach ihm benannten Dyson-Sphären, die einen Stern auffällig stark verdunkeln würden. Der Stern KIC 8462852 etwa versetzte die Fachwelt in Aufregung, da Kepler beim ihm ungewöhnliche Helligkeitsschwankungen festgestellt hatte, die auf eine Art Dyson-Sphäre hindeuten könnten.

Cirkovic und Vukotic sagen, dass auch Schutzschilde gegen kosmische Strahlen-Katastrophen anhand von Helligkeitsschwankungen des Sternenlichts nachgewiesen werden könnten, die sie in ihrem Orbit verursachen. Zudem könnten weitere Untersuchungen mit leistungsstarken Infrarot-Teleskopen die Schutzschilde anhand der von ihnen ausgestrahlten Wärme sichtbar machen.

Auch Menschen könnten bald einen Schutzschild bauen

Zugleich sei es lohnend für Astronomen, glauben die beiden Forscher, nach sich andeutenden kosmischen Katastrophen in unserer Galaxie zu suchen. Denn die Sterne in deren Nähe könnten, sofern sie von hoch entwickelten Aliens besiedelt sind, bereits Schutzschilde gegen drohende Strahlenausbrüche errichtet haben. Denkbar sei es, dass Wissenschaftler in naher Zukunft etwa die Kollision von miteiander verschmelzenden Neutronensternen (eine mögliche Quelle für Gammablitze) durch das Beobachten von Gravitationswellen vorhersagen könnten.

Im Unterschied zu Dyson-Sphären wären Schwärme aus Eis-Klumpen für eine außerirdische Intelligenz zudem mit ungemein weniger Aufwand konstruierbar. Sogar die Menschheit könnte dazu in einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten in der Lage sein, glauben Cirkovic und Vukotic. Mithilfe von gebündelten Elektronen etwa könnten Eisklumpen im Kuipergürtel (ein Ring aus zigtausenden kleinerer und größerer Objekte am Rand unseres Sonnensystems) beschossen werden. Dabei entstehende Magnetfelder würde viele kleine Eisbrocken zu einem Schwarm mit dem Durchmesser der Erde zusammenziehen. Dieser wiederum könnte unseren Planeten vor den katastrophalen Folgen eines Gammablitzes oder einer Supernova in der Nähe unseres Sonnensystems bewahren.

Quelle: n-tv.de

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