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Ethisch höchst bedenklich Menschliche Gene in Affenhirne verpflanzt

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Rhesusaffen gelten im Hinduismus als heilige Tiere. Über 90 Prozent der DNA-Basenpaare stimmen mit denen des Menschen überein.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wissenschaftler in China manipulieren die Gene von elf Rhesusaffen mit menschlicher DNA. Sie untersuchen unter anderem, wie ausgeprägt das Kurzzeitgedächtnis der Affen ist. Die umstrittenen Experimente könnten wertvolle Erkenntnisse liefern.

Um die Intelligenz des Menschen besser zu erforschen, haben chinesische Forscher menschliche Gene in Affenhirne verpflanzt. Das Gen MCPH1, das wahrscheinlich eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des menschlichen Gehirns spielt, wurde bei elf Rhesusaffen eingesetzt. Die Entwicklung des Gehirns habe bei diesen Versuchstieren länger gedauert als bei ihren Artgenossen, berichteten die Forscher. In Tests zu Kurzzeitgedächtnis und Reaktionszeit hätten sie aber besser abgeschnitten als die Vergleichsgruppe.

Für die Studie hatten Wissenschaftler des Kunming-Instituts für Zoologie in der südchinesischen Provinz Yunnan und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften mit Forschern der Universität von North Carolina in den USA zusammengearbeitet. Die Ergebnisse wurden im  Fachblatt "National Science Review" veröffentlicht, das in Peking erscheint.

Die Affen wurden Tests unterzogen, bei denen sie sich etwa Farben und Muster merken mussten. Dabei wurden ihre Hirnaktivitäten mithilfe von Kernspintomografien (MRT) überwacht.

Die Ergebnisse zeigten, dass mit menschlichen Genen versehene Affen "das Potenzial haben, wichtige - und womöglich einzigartige - Einblicke in Grundsatzfragen zur Einzigartigkeit des menschlichen Gehirns zu liefern", schrieben die Studienautoren. Von den elf genmanipulierten Rhesusaffen überlebten allerdings nur fünf die Testphase.

Wie "Planet der Affen"

China hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mit ethisch umstrittenen Experimenten Aufsehen erregt. Auch die Studie mit den genmanipulierten Rhesusaffen löste Bedenken aus. Sie wecke Assoziationen mit dem Science-Fiction-Abenteuer "Planet der Affen", erklärte etwa die Bioethikerin Jacqueline Glover von der University of Colorado. Die Versuchsaffen "zu vermenschlichen, verursacht Schaden", kritisierte sie.

Larry Baum vom Zentrum für Genom-Forschung an der Universität von Hongkong wandte ein, im Rahmen der Studie seien nur "ein paar" von insgesamt rund 20.000 Genen manipuliert worden. "Sie können selbst entscheiden, ob das etwas ist, worüber man sich Sorgen machen sollte."

Im Januar hatten chinesische Wissenschaftler verkündet, dass sie bereits fünf Klone von einem genetisch manipulierten Affen geschaffen hätten, um damit die Erforschung psychischer Krankheiten voranzubringen. Die Tiere hatten demnach eine genetisch bedingte Schlafstörung, die wiederum psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände verursachen kann.

Quelle: n-tv.de, joh/AFP

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