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Mögliche Wasserquelle Meterdicke Eisadern durchziehen Mars

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SpaceX-Chef und Visionär Elon Musk will im Jahr 2024 den Mars besiedeln.

esa/esoc/ESA/dpa

Es ist ein weiterer wichtiger Schritt für die geplante Besiedlung des Mars. Forscher stoßen im Boden des Roten Planeten auf dicke Eisschichten, die durch Schneefall entstanden sind. Sie könnten künftig den Wasservorrat von Menschen decken.

Forscher haben auf dem Mars mehrere Orte beobachtet, an denen dicke unterirdische Eisadern an die Oberfläche stoßen. Das Wassereis sei dort bis zu 100 Meter dick, berichten die Wissenschaftler um Colin Dundas vom US Geological Survey in Flagstaff im Fachblatt "Science". Das offenliegende Eis sei ein lohnendes Ziel für künftige Missionen.

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Verschiedene Untersuchungen, unter anderem per Radar, haben Belege für die Existenz von unterirdischem Wassereis auf dem Roten Planeten geliefert. Unklar ist jedoch unter anderem, wie dick, rein und ausgedehnt diese Vorkommen sind. Das Team um Dundas hat mit der HiRise-Kamera der Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) nun acht Steilhänge und Abbruchkanten in den mittleren Breiten des Mars identifiziert, an denen unterirdisches Eis an die Oberfläche tritt.

Durch Schneefall entstanden

Die Aufnahmen zeigen, dass dieses Eis mancherorts bereits ein bis zwei Meter unter der Oberfläche beginnt und mehr als 100 Meter dick sein kann. Es besitzt Schichten, was darauf hindeutet, dass die Eisablagerungen nach und nach durch Schneefall entstanden sind. Dadurch bildet es eine Art Klimaarchiv, dessen Untersuchung Einblicke in die Klimageschichte des Roten Planeten geben kann. Da die Umgebung der beobachteten Eisadern jedoch relativ arm an Einschlagkratern ist, schließen die Forscher, dass die Ablagerungen geologisch gesehen eher jung sind.

An einem Steilhang beobachteten die Wissenschaftler, dass im Laufe von drei Marsjahren teils meterdicke Felsbrocken aus den Eisadern gefallen sind. Als Ursache sehen die Forscher ein langsames Verdampfen (Sublimieren) des Eises, wodurch es eingeschlossenes Gestein freigibt. Durch diesen Prozess erodieren die beobachteten Steilhänge vermutlich um einige Millimeter pro Jahr, schreiben Dundas und Kollegen.

Oberflächennahes unterirdisches Eis sei auf dem Mars möglicherweise noch häufiger als bislang angenommen, schließen die Wissenschaftler aus ihren Beobachtungen. Die geringe Tiefe mache das Wassereis vergleichsweise leicht zugänglich für eine Analyse durch künftige Marsmissionen. Für mögliche bemannte Marsflüge könnte es auch eine wertvolle Wasserquelle sein.

Quelle: n-tv.de, Till Mundzeck, dpa

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