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Megastädte sind Abgas-Schleudern Nasa-Satellit zeigt weltweiten CO2-Ausstoß

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Das Nasa-Modell zweigt zwei Quellen für das CO2: das Verbrennen von Biomasse (rötlich bis weiß) und große Städte (bläulich).

Nasa

Um den Klimawandel besser zu verstehen, greifen Nasa-Forscher nun auf Daten ihres neuesten CO2-Satelliten zurück. Dieser zeichnet erstmals den Weg des Treibhausgases über ein ganzes Jahr hinweg auf. Damit soll auch ein weiteres Rätsel gelöst werden.

Auf einem Video der Nasa wabert das Kohlendioxid (CO2) in dichten Schlieren um die Nordhälfte unseres Globus. Die in den Savannen des subsaharischen Afrikas lodernden Feuer reichern schubweise die Atmosphäre mit dem Klimakiller an. Der dichte CO2-Atem der Megacities in China, Europa und Nordamerika hingegen ist menschengemacht und trägt seinen Teil zur Klimaerwärmung bei.

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Die Animation der US-Weltraumbehörde macht das Ausmaß des weltweiten CO-Ausstoßes sichtbar. Allerdings umfasst das dargestellte Zeitfenster nur fünf Tage im Sommer 2006. Noch genauere Daten über den Weg des Treibhausgases durch die Atmosphäre liefert nun der neue Nasa-Klimasatellit OCO-2 ("Orbiting Carbon Observatory 2"). Seine Beobachtungen erlauben es sogar, den gesamten Jahresverlauf von Ausstoß und weiteren Weg des Treibhausgases abzubilden. Seit Juli 2014 kreist OCO-2 um die Erde.

"Da Kohlendioxid der größte vom Menschen gemachte Antreiber des Klimawandels ist, ist die regelmäßige Beobachtung vom Weltraum aus ein großer Schritt dahin, den Klimawandel zu verstehen und vorherzusagen", sagte Annmarie Eldering vom NASA Jet Propulsion Labor in Pasadena.

Und zu verstehen gibt es noch eine ganze Menge. Fragen wirft etwa die Tatsache auf, dass die Hälfte des in die Atmosphäre ausgestoßenen CO2 wieder absorbiert wird. An Land etwa durch große Wälder sowie von den Ozeanen. "Die Gründe dafür müssen wir aber noch besser verstehen", betonte Michael Freilich, Direktor der Nasa-Abteilung für Geowissenschaften.

CO2-Konzentration überschreitet Schwellenwert

Die Nasa weitet derzeit ihre Forschungen zum Klimawandel aus. Wenige Wochen vor dem Weltklimagipfel in Paris berichteten Nasa-Mitarbeiter und Klimaforscher anderer Institute von neuen Ansätzen, den wachsenden Ausstoß gefährlicher Klimagase in die Atmosphäre weltweit zu messen und besser vorherzusagen.

Das Thema drängt: Erstmals seit mehr als 400.000 Jahren ist laut Nasa im Frühjahr der Schwellenwert für die CO2-Konzentration in der Atmosphäre von 400 ppm (Teile von einer Million) überschritten worden. Gleichzeitig nimmt sie jedes Jahr um 2 ppm zu. Der Anteil des noch viel klimaschädlicheren Gases Methan ist mittlerweile sogar zweieinhalb mal so hoch wie vor dem Zeitalter der Industrialisierung.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa

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