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Im Durchschnitt 11 statt 15 Tage Remdesivir kann Zeit mit Covid-19 verkürzen

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Remdesivir könnte zur Standardtherapie bei Covid-19-Patienten werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit großem Aufwand wird nach einem wirksamen Medikament gegen Covid-19 gesucht. Remdesivir ist ein großer Hoffnungsträger. Eine aktuelle Studie, bei der auch Placebos eingesetzt werden, stellt klar, warum das so ist.

Das Medikament Remdesivir des US-Biotechkonzerns Gilead schlägt bei vielen Covid-19-Patienten offenbar an. Eine Studie belege, dass die Genesungszeit im Vergleich zu Placebo-Patienten um vier Tage oder 31 Prozent sinke, wie das National Institutes of Health (NIH) in Washington mitteilte. Auch sei die Todesrate etwas geringer. Eine endgültige Auswertung der Studie läge allerdings noch nicht vor.

Bei der Untersuchung, die am 21. Februar begann, wurden die Fälle von 1063 Patienten in zehn Ländern zusammengetragen. Die Teilnehmer erhielten das antivirale Remdesivir oder ein Placebo. Weder die Patienten noch die Ärzte wussten, wer welches Präparat bekommt. Die Zeit bis zur Genesung betrug bei den Patienten mit Remdesivir im Durchschnitt 11 Tage, bei denen mit Placebo hingegen 15 Tage. Als genesen wurden die Patienten eingestuft, wenn sie aus medizinischer Sicht stabil genug aus dem Krankenhaus entlassen wurden. Während der Studie verfolgten die Ärzte den klinischen Status der Patienten mit einer Acht-Punkte-Skala, die von der vollständigen Genesung bis zum Tod reichte.

"Unsere Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Covid-19-Fälle zu identifizieren und mit der antiviralen Behandlung zu beginnen, bevor die Lungenerkrankung so weit fortschreitet, dass eine künstliche Beatmung erforderlich wird", schrieben die NIH-Forscher. Sie halten insbesondere eine Kombination von Remdesivir mit anderen Behandlungen für erfolgversprechend.

Bislang gibt es weder einen Impfstoff noch ein Medikament gegen die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19. Gilead erhielt vor Kurzem die US-Zulassung für die Verwendung von Remdesivir in Notfällen, nachdem der Arzneimittelhersteller Daten zur Verfügung gestellt hatte, die zeigten, dass das Medikament den Krankheitsverlauf verkürzen kann.

Quelle: ntv.de, jaz/dpa