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29 Kilogramm Plastik im Magen Wal stirbt an verschlucktem Müll

Spanien Wal Behörden Murcia.JPG

Der Wal wurde an der spanischen Küste angespült.

Tourismusbüro Región de Murcia

Sein Körper ist zehn Meter lang, aber komplett ausgemergelt. Ein junger Pottwal wird tot an einen spanischen Strand gespült. Bei der Obduktion kommt kiloweise Müll zum Vorschein. Die Behörden wollen eine Kampagne gegen Plastikmüll im Meer starten.

Er ist abgemagert und dennoch ist sein Magen voll. Voll mit Müll. Weil er mehr als 29 Kilo Plastik in seinem Körper hatte, ist ein Pottwal gestorben. Das haben Forscher des El Valle Wildlife Rescue Centre in der spanischen Region Murcia herausgefunden. Der Wal war Ende Februar an den Strand Cabo de Palos gespült worden. Da war er bereits tot.

Ein Facebook-Video zeigt ihn reglos in der Brandung treibend. Der zehn Meter lange Körper ist ungewöhnlich schlank. In Magen und Darm des jungen Wals steckten Plastiktüten, Stücke von Fischernetzen, Seile, ein Plastikdeckel von einem Kanister und andere Müllteile, die der Wal gefressen hatte.

Die vielen Abfälle verursachten eine Entzündung des Bauchfells. An dieser Infektion starb der Wal, vermuten die spanischen Forscher. Die Behörden in Murcia sind alarmiert. Sie wollen eine Kampagne gegen Plastikmüll im Meer starten. Auch die EU soll mit ins Boot geholt werden. Der Strand soll gesäubert und der eingesammelte Müll analysiert werden.

Problem Fischernetze

Das Plastikproblem der Meere ist schon lange bekannt. Wissenschaftler schätzen, dass jährlich rund acht Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane gelangen. Bislang gibt es jedoch zu wenig wirksame Maßnahmen, um die Meere zu schützen. Konkrete Ansätze werden in dieser Woche vorgestellt. Ein Problem sind die sogenannten Geisternetze. Wie viele Netze als Müll in den Meeren landen, ist schwer zu beziffern. Nach Schätzungen auf Grundlage einer Studie des polnischen WWF gehen allein in der Ostsee jährlich 5000 bis 10.000 Netze und Netzteile verloren, die als Plastikmüll umhertreiben, auf dem Meeresboden landen und zur tödlichen Falle für Meeresbewohner werden. Nach Angaben von Greenpeace landen jährlich bis zu 25.000 Fischernetze in europäischen Meeren.

Solche im Meer schwimmenden Netze können nicht nur zu tödlichen Fallen für Meerestiere werden, sie hinterlassen zudem unzählige Plastikteilchen im Wasser. Doch es ist sehr aufwendig, sie aus dem Meer zu holen und zu recyceln. Die Umweltstiftung WWF hat im Rahmen des internationalen Projekts "Marelitt Baltic" verschiedene Methoden der Verwertung von geborgenen Kunststoffnetzen getestet. "Die Ergebnisse sind zum Teil ernüchternd, zum Teil ermutigend", sagt Andrea Stolte vom WWF-Ostseebüro. Auf einem internationalen Workshop in der Hansestadt Stralsund beraten derzeit rund 60 Experten über die Recycelbarkeit von Kunststoffnetzen. Vor der Insel Rügen werden neue Methoden zum Aufspüren von Geisternetzen getestet.

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Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/rts

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