Politik

RTL/ntv Trendbarometer Regierungskritiker überzeugen nicht - Mehrheit für GroKo

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Nach Wochen der Einmütigkeit musste sich die Bundesregierung am vergangenen Donnerstag deutliche Kritik aus der Opposition anhören.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Zeit der Einmütigkeit sei vorbei, erklärte FDP-Chef Lindner vergangene Woche im Bundestag und kritisierte die Lockdown-Politik der Regierung scharf, ähnlich wie die AfD. Die Wähler überzeugen sie damit nicht, diese bleiben auf Merkel-Kurs.

Die Bundesregierung hat bei ihrem Kurs zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiterhin die Mehrheit der Deutschen hinter sich. Im RTL/ntv Trendbarometer erreichte die Union erneut 39 Prozent Zustimmung, die SPD kam - wie bereits in der Vorwoche - auf 16 Prozent. Damit kann die Politik der beiden Regierungsparteien mehr als die Hälfte der Bundesbürger überzeugen.

Dieses Ergebnis bedeutet einen Dämpfer für FDP und AfD, die in der vergangenen Woche im Bundestag einen Schwenk zu deutlicher Kritik an den Entscheidungen der Bundesregierung vollzogen hatten. "Weil die Zweifel gewachsen sind, Frau Bundeskanzlerin, endet heute auch die große Einmütigkeit in der Frage des Krisenmanagements", sagte FDP-Chef Christian Lindner im Bundestag. Und beschwerte sich, "dass wer in diesem Land über Öffnung diskutiert, mindestens unter einen moralischen Rechtfertigungsdruck gerät". Masken, Distanz und Quarantäne seien "Methoden des Mittelalters".

AfD-Fraktionschef Alexander Gauland warf Bundeskanzlerin Angela Merkel eine "Basta-Mentalität" vor. Er verlangte, die Schutzmaßnahmen in die private Verantwortung der Bürger zu legen. Die Wirtschaft soll nach AfD-Position wieder anlaufen, Restaurants und Cafés sollten wieder öffnen.

FDP und AfD tauschen Unterstützer untereinander aus

Mit dieser deutlich kritischeren Position als in den Vorwochen gewinnen FDP und AfD allerdings keinen größeren Zuspruch unter den Deutschen. Während die Mehrheit offenbar die "mittelalterlichen" Methoden der Bundesregierung für angemessen hält und sie konstant unterstützt, tauschen die lautesten Kritiker lediglich ein paar Wohlgesonnene untereinander aus: Während die FDP auf Wochensicht einen Punkt auf sechs Prozent zulegen kann, büßen die Rechtspopulisten einen Zähler auf neun Prozent ein. Vor drei Wochen hatte es einen solchen "Austausch" von einem Prozentpunkt in genau umgedrehter Richtung gegeben.

Die Grünen verharren wie in der Vorwoche bei 15 Prozent und moderater Kritik am Regierungskurs, etwa im Hinblick auf die zum Teil zögerliche Wiederöffnung von Schulen und Kitas. Ihr Kernthema Klimaschutz nehmen sie bei der Frage nach Wirtschaftshilfen in den Blick. Fraktionschef Anton Hofreiter forderte ein Investitionspaket nach der Krise, das sich am Klimaschutz orientieren müsse. Die Grünen bleiben damit weiter hinter der SPD.

Die Linke fordert ebenfalls, dass die Situation für Familien stärker im Fokus stehen sollte. Parteichefin Katja Kipping sieht bei geöffneten Läden und für viele Kinder noch geschlossenen Schulen und Kitas die Gefahr, "dass damit die gesamte Last der kommenden Wochen auf den Schultern der Beschäftigten mit Kindern abgeladen wird". Damit hat sie weiterhin die Unterstützung von acht Prozent der Befragten, mehr werden es für Die Linke allerdings auch seit fünf Wochen nicht.

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Die Bundesparteien kommen in Ost- und Westdeutschland auf sehr unterschiedliche Unterstützungswerte. Während die Regierungsparteien im Osten schwächer sind - mit 33 Prozent Zustimmung für CDU/CSU und 14 Prozent für die SPD gegenüber 40 Prozent und 17 Prozent im Westen Deutschlands -, sind AfD und Linke wesentlich stärker. Die AfD hat in Ostdeutschland aktuell 19 Prozent der Wähler hinter sich, die Linke 17 Prozent. Im Westen kommt die AfD nur auf sieben Prozent, die Linke auf sechs Prozent Unterstützung.

Die Corona-Pandemie wird von 60 Prozent der Deutschen aktuell als das größte Problem in Deutschland empfunden. Die zweitgrößte Herausforderung sind die ökonomischen Probleme in den Augen der Deutschen, 44 Prozent sehen diese als besonders dringlich an. Die Befragten konnten mehrere Themen nennen. Für die Erhebung hat Forsa nach eigenen Angaben in der Zeit vom 20. bis zum 24. April bundesweit 2505 Wahlberechtigte befragt.

Quelle: ntv.de, fni