Ratgeber

Überstunden im Corona-Jahr Ein Drittel arbeitet drei Wochen gratis

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Manchmal ist es ein bisschen viel ...

(Foto: imago stock&people)

Die Deutschen rackern wie verrückt. Im vergangenen Jahr machte dabei fast die Hälfte aller Beschäftigten hierzulande Überstunden. Doch wie lange mussten Fach- und Führungskräfte in Zeiten von Corona länger arbeiten? Und wie häufig wurde die Mehrarbeit ausgeglichen?

Wer mehr arbeitet, bekommt auch mehr Geld. Zumindest in der Theorie. In der Praxis sieht die Sache jedoch anders aus. Denn Beschäftigte machen im Schnitt wöchentlich fast drei Überstunden, nur ein Drittel davon erhält einen Ausgleich. In ihrer gesamten Karrierelaufbahn machen Beschäftigte durchschnittlich insgesamt 6500 Überstunden. Rund 68 Prozent erhalten für diese Überstunden keinen Ausgleich. Somit arbeiten sie fast 3,5 Jahre umsonst.

Im letzten Jahr haben Beschäftigte im Schnitt rund 131 Überstunden gemacht. Das ist ein Ergebnis der neuesten Studie "Arbeitszeitmonitor 2021" bei der die Vergütungsanalysten von Gehalt.de rund 346.405 Datensätze ausgewertet haben.

Je mehr Gehalt, desto mehr Überstunden

Insgesamt leisten demnach 48 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland Überstunden Frauen kommen im Schnitt auf 2,1 und Männer auf 3,5 Überstunden. Während Fachkräfte rund 2,5 Stunden länger arbeiten, sind es bei Führungskräften 7,6 Überstunden. Unter Fachkräften steigt die Überstundenanzahl mit der Einkommenshöhe. Bei einem jährlichen Bruttoeinkommen von bis zu 20.000 Euro machen Fachkräfte rund 1,7 Überstunden pro Woche. Mit einem Gehalt zwischen 40.001 und 60.000 Euro verrichten sie rund 2,7 Überstunden wöchentlich. Fachkräfte mit einem Einkommen jenseits der 100.000-Euro-Grenze arbeiten im Schnitt wöchentlich sogar rund 6 Stunden länger. Beschäftigte in der Unternehmensberatung machen mit wöchentlich 4,7 die meisten Überstunden im Branchenvergleich. Es folgen die Branche für Konsum- und Gebrauchsgüter (4,1 Überstunden) und Hotels und Gaststätten (4 Überstunden).

In allen Gehaltsklassen werden die Überstunden größtenteils nicht ausgeglichen, nur etwas mehr als 30 Prozent der Beschäftigten erhalten einen Ausgleich.

Work-Life-Balance wird wichtiger

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Die durchschnittliche Überstundenanzahl betrug im Jahr der Finanzkrise 2009 rund 6,5 pro Woche. Seitdem sinkt sie jährlich und liegt aktuell bei 2,9. "Die Anzahl der durchschnittlichen Überstunden in Deutschland hat sich während der letzten zehn Jahre mehr als halbiert. In Zeiten, in denen die Work-Life-Balance im Vordergrund steht und der Arbeitsmarkt vermehrt auf Arbeitnehmer ausgerichtet ist, sinkt tendenziell die Bereitschaft, Überstunden zu leisten", so Dr. Korbinian Nagel, Arbeitsmarktökonom bei Gehalt.de.

Was rechtlich für Überstunden gilt, lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, awi

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