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Rentner und Finanzamt Im Ruhestand ist oft eine Steuererklärung fällig

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Wer eine Einkommensteuerklärung abgeben muss, muss nicht in jedem Fall Steuern zahlen.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Um eine Steuererklärung kommen auch Rentner häufig nicht herum. Denn für viele ist zumindest ein Teil der Rente steuerpflichtig. Doch keine Panik: Nicht immer fallen tatsächlich Steuern an.

Auch im Ruhestand haben Steuerzahler keine Ruhe vor dem Finanzamt. Denn Rentner müssen oft eine Steuererklärung abgeben, erklärt die Bundessteuerberaterkammer.

Erforderlich ist eine Steuererklärung, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte über dem Grundfreibetrag liegt. Für das Veranlagungsjahr 2018 beträgt er 9000 Euro, für Ehegatten 18.000 Euro.

Beziehen Rentner ausschließlich eine gesetzliche Rente, teilt sich diese in einen steuerfreien und einen steuerpflichtigen Teil auf. Der steuerfreie Teil richtet sich nach dem Jahr des Renteneintritts und sinkt stetig von Jahr zu Jahr. Während für Neurentner im Jahr 2005 noch 50 Prozent der Jahresbruttorente steuerfrei waren, wird die Rente für Neurentner ab 2040 voll zu versteuern sein. 2018 beträgt der steuerfreie Teil der Rente noch 24 Prozent.

Nicht nur die gesetzliche Rente zählt

Haben Rentner weitere Einkünfte, sind diese dem steuerpflichtigen Anteil der Rente hinzuzurechnen. Dies sind etwa Einkünfte aus privater und/oder betrieblicher Altersversorgung, selbstständiger Arbeit, Vermietung oder aus Kapitalvermögen. Die Einkommensteuer wird dann auf Basis der Gesamteinkünfte ermittelt. Eine Ausnahme gilt für Minijobs: Bis zu 450 Euro dürfen Rentner hinzuverdienen, ohne dass darauf Steuern zu zahlen sind.

Liegt der Gesamtbetrag der Einkünfte für das kommende Jahr beispielsweise bei einem alleinstehenden Neurentner bei 16.000 Euro, übersteigen 78 Prozent hiervon (12.480 Euro) - den Grundfreibetrag von 9000 Euro. Es wird also eine Steuererklärung fällig. 

In welcher Höhe dann tatsächlich Steuern anfallen, hängt nicht zuletzt davon ab, in welche Ausgaben beim Finanzamt steuerlich geltend gemacht werden können. Den analog zum noch werktätigen Steuerzahler haben auch Rentner die Möglichkeit, diverse Kosten in der Steuererklärung abzusetzen. Dazu zählen etwa Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, die Kirchensteuer, Spenden, Beiträge zu Versicherungen wie einer Unfall- oder Haftpflichtversicherung und auch Gesundheitsausgaben.

Gleiches gilt für die Kosten, die Rentner entstehen, wenn sie sich die komplexe Materie von einem Lohnsteuerhilfeverein oder einem Steuerberater erklären lassen beziehungsweise dort prüfen lassen möchten, ob denn eine Steuerpflicht vorliegt. Was keine schlechte Idee ist, denn auch Rentner haben gegenüber dem Finanzamt eine Bringpflicht. Sie sollten also nicht erst darauf warten, dass die Behörde bei ihnen anklopft. Ansonsten kann diese Form des Ruhestandes auch zu Nachzahlungen und Sanktionen in Form von Strafzinsen führen.   

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Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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