Ratgeber

Wintergarten, Dachausbau, Keller Komfort kostet extra

Kosten für Hausbau planen

Wie hoch die Kosten für den Dachausbau ausfallen, ist wesentlich von der Art des Dachtragwerkes abhängig.

(Foto: dpa-tmn)

Bauen geht ins Geld. Viele halten ihr Eigenheim daher eher günstig. Wer aber gut plant, kann sich vielleicht sogar den Dachausbau oder den Wintergarten noch leisten.

Bauen ist teuer und das Budget der meisten Bauherren begrenzt. Viele fragen sich: Was kann ich mir leisten? Reicht es erst einmal nur für das Allernötigste oder ist ein bisschen Luxus drin? Was kostet eigentlich ein Wintergarten? Ist der Dachausbau bezahlbar, und ist ein Keller nötig? "Komfort ist nicht allein eine Frage des Geldes", meint Andreas May, Vorstand des Bauherren-Schutzbundes in Berlin. "Mit kluger Planung macht ein Haus den gesamten Lebenszyklus einer Familie mit." Allerdings müssen dafür von Anfang an die Weichen gestellt werden.

Das Teuerste an einem Haus ist der umbaute Raum, das beheizte Volumen. "Der Quadratmeter Wohnfläche kostet zwischen 2400 bis 2800 Euro", so May. Auf wie viele Räume die Gesamtfläche aufgeteilt wird, spielt kostenmäßig keine große Rolle. "Wer für die spätere Nutzung zusätzliche Räume haben möchte, etwa weil jedes Kind sein eigenes Zimmer braucht, kann schon beim Neubau Trennwände einplanen. Dann wird die Nachrüstung günstiger." Ein Anbau wäre viel teurer. "Dafür muss man ähnliche Quadratmeter-Kosten wie beim Neubau einplanen."

Wie soll die Wohnfläche genutzt werden?

Keller oder Bodenplatte - das ist ein großer preislicher Unterschied. "Ein Keller kostet zwischen 60.000 und 90.000 Euro, je nach Lage und Größe des Hauses", sagt Andreas May. Eine Bodenplatte ist schon ab 10.000 bis 15.000 Euro zu haben. Immerhin eine Differenz von 50.000 bis 75.000 Euro.

Doch die Rechnung ist nicht so einfach, wie es erstmal scheint. Denn man muss sich genau überlegen, wie man seine Wohnfläche nutzt. Will man auf den Keller verzichten und dafür die wertvollen Quadratmeter in der Wohnung mit der Unterbringung von Heizung und Gebäudetechnik füllen? Oder nutzt man dafür lieber das Untergeschoss? "Auf hochpreisigen Grundstücken kommt eher ein Keller infrage", rät May. Bei preiswerteren Grundstücken kann die Bodenplatte die Lösung sein.

Anders als der Keller, für oder gegen den sich der Bauherr entscheiden kann, ist das Dach fester Bestandteil der Gebäudehülle. "Der Großteil der Bauherren baut es zu Wohnzwecken aus", hat Andreas May beobachtet. "Das ist mit Kosten ab 1000 Euro pro Quadratmeter vergleichsweise günstig."

Theoretisch könnten Dächer ab einer Dachneigung von 20 Grad ausgebaut werden, sagt Claudia Büttner vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Köln. Es sollte aber geprüft werden, ob genügend Fläche mit ausreichender Kopfhöhe zur Verfügung steht.

Dächer zwischen 20 und 35 Grad Neigung können zum Beispiel als Gästezimmer ausgebaut werden, eignen sich aber selten für einen ständigen Aufenthalt. "Hohen Wohnkomfort bietet der Dachgeschossausbau ab einer Dachneigung von 35 Grad, denn dann ist meist gewährleistet, dass genügend Wohnraum mit einer Höhe von 2,30 Meter zur Verfügung steht. Bei einer Dachneigung ab 50 Grad kann gegebenenfalls sogar eine Galerie eingebaut werden", so Büttner.

Wintergarten ist Luxus

Wie hoch die Kosten für den Dachausbau ausfallen, ist wesentlich von der Art des Dachtragwerkes abhängig. "Sparrendächer ermöglichen den Ausbau eines stützenfreien Dachraums", erklärt Claudia Büttner. Da aber die gesamte Dachlast über die Sparren abgetragen wird, ist der Einbau von Fenstern oder Gauben konstruktiv sehr aufwendig, was sich natürlich in den Kosten niederschlägt.

Bei sogenannten Pfettendächern wird die Dachlast bei der Standardkonstruktion über Stützen abgetragen, die nicht entfernt werden dürfen. Gegenüber dem Sparrendach hat das Pfettendach aber den Vorteil, dass großformatigere Öffnungen in der Dachfläche möglich sind. "Das erlaubt neben breiten Fensterfronten oder Gauben auch den Bau einer Dachterrasse, die den Wohnwert eines ausgebauten Daches enorm steigern kann", so Büttner.

Ein Wintergarten gehört nicht unbedingt zur Standardausrüstung eines Wohnhauses, ist aber sehr beliebt. "Die meisten Hausbesitzer schaffen sich einen Wintergarten nicht an, weil sie die Wohnfläche vergrößern wollen, sondern weil sie den Luxus genießen wollen, auch in den kalten Jahreszeiten der Natur näher zu sein", erklärt Franz Wurm vom Wintergarten Fachverband in Rosenheim. Ein Wohnwintergarten, in dem man das gesamte Jahr zubringen kann, hat aber seinen Preis. "Unter 20.000 Euro fängt es gar nicht erst an", so Wurm.

Grundlage der Berechnung ist die Fläche der Außenhaut, die sogenannte Hüllfläche. "Für einen einfachen Wintergarten liegt man pro Quadratmeter Hüllfläche zwischen 700 und 800 Euro. Ein relativ kleiner Wintergarten kostet also mindestens 24.000 Euro." Dafür bekomme man aber nur die Grundausstattung ohne Beschattung. Mehr Luxus kostet extra.

Zusätzliche Einnahmequelle

Günstiger sind Sommergärten, die auch gern als Wintergarten verkauft werden. "Das sind im Grunde überdachte und umbaute Terrassen", stellt Wurm klar. Der Aufwand, sie zu bauen, ist nicht so groß wie beim richtigen Wintergarten, denn es werden keine gedämmten Profile und kein Isolierglas verwendet. Damit haben sie auch nicht dieselben Eigenschaften wie Wohnwintergärten. "Für den Aufenthalt im Winter sind sie ungeeignet. Aber sie sind bei den Kunden trotzdem beliebt, weil sie die Aufenthaltszeit in den Frühling und Herbst verlängern." Sommergärten fangen in der einfachen Ausstattung für eine Fläche von zwölf Quadratmetern bei 15.000 Euro an.

Für die Zeit, in der die Kinder aus dem Haus und die Eltern älter sind, wünschen sich viele Hausbesitzer eine Einliegerwohnung, die sie als zusätzliche Einnahmequelle vermieten können. Auch eventuell notwendige Pflegekräfte könnten darin wohnen. "Auch hier kann man schon bei der Erstplanung vorsorgen", erklärt May. "Wird zum Beispiel die Treppe nicht mittig, sondern seitlich eingebaut, sind Erdgeschoss und Obergeschoss getrennt erreichbar. "So kann man später ohne riesigen finanziellen Aufwand zwei separate Wohnungen schaffen."

Quelle: ntv.de, Katja Fischer, dpa