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Ping-Anrufe im Visier Netzagentur stoppt Telefon-Abzocke

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Die Bundesnetzagentur rät dringend davon ab, entsprechende Rufnummern zurückzurufen oder Gespräche anzunehmen.

(Foto: imago/CHROMORANGE)

Kriminelle versuchen über sogenannte Ping-Anrufe, Rückrufe zu provozieren, welche die Verbraucher dann sehr teuer zu stehen kommen. Dem schiebt die Bundesnetzagentur nun einen Riegel vor.

Die Bundesnetzagentur hat angeordnet, dass in Mobilfunknetzen eine kostenlose Preisansage für bestimmte internationale Vorwahlen geschaltet werden muss. Damit möchte die Behörde teure Rückrufe, die durch sogenannte Ping-Anrufe provoziert werden, verhindern. Die adressierten Mobilfunknetzbetreiber und -anbieter müssen die Anordnung bis spätestens 15. Januar 2018 für 22 Länder umsetzen.

"Wir schützen Mobilfunkkunden vor den Folgen telefonischer Belästigung und schieben den Ping-Anrufen einen Riegel vor", erklärt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. "Mit der von uns angeordneten Preisansagepflicht machen wir das rechtswidrige Geschäftsmodell der Täter wirtschaftlich unattraktiv und schaffen Transparenz für den Verbraucher."

Ping-Anrufe sind Lockanrufe. Das Handy klingelt nur kurz, danach legt der Anrufer auf. Ziel ist es, einen kostenpflichtigen Rückruf zu provozieren. Im Display erscheint in den aktuellen Fällen eine Nummer, die man auf den ersten Blick mit einer lokalen Vorwahl verwechseln könnte. Meldet sich der Empfänger solcher Anrufe unter der Nummer zurück, startet dort eine Bandansage, die um Geduld bittet. Diese Wartezeit kann leicht einige Euro pro Minute kosten.

30.000 Beschwerden allein im Oktober

Bei der Bundesnetzagentur gehen derzeit viele Beschwerden zu diesen Ping-Anrufen ein. Allein im Oktober 2017 waren es etwa 30.000.  

Es geht insbesondere um Anrufe unter Anzeige ausländischer Rufnummern. Aktuell gehen Hinweise zu Rufnummern aus Tunesien (Vorwahl +216 beziehungsweise 00216) und Burundi (Vorwahl +257 beziehungsweise 00257), Madagaskar (Vorwahl +261 beziehungsweise 00261) Serbien (Vorwahl +381 beziehungsweise 00381) und Liberia (Vorwahl +231 beziehungsweise 00231 ein). Die entsprechenden Landesvorwahlen können auf den ersten Blick mit lokalen Vorwahlen (Ortsnetzkennzahlen) verwechselt werden. 

Weit verbreitet sind auch Ping-Anrufe, die mit 0137 beginnen. Mithilfe von Vorvorwahlen ist es auch möglich, dass die eigentliche Rufnummer nicht angezeigt wird. Aber auch Rufnummern, die mit 0800 beginnen, ist nicht unbedingt zu trauen, da es sich um ein sogenanntes R-Gespräch handeln könnte. Bei einem solchen Telefonat übernimmt der Angerufene die Kosten des Telefonats. In diesem Fall ist also noch nicht einmal ein Rückruf erforderlich, um zur Kasse gebeten zu werden.

Die Bundesnetzagentur rät dringend davon ab, entsprechende Rufnummern zurückzurufen oder Gespräche anzunehmen, wenn kein Anruf aus den entsprechenden Ländern oder von kostenfreien Nummern erwartet wird. Vielmehr sollten die Betrugsversuche unbedingt der Behörde hier gemeldet werden. Die Bundesnetzagentur erstellt regelmäßig eine Liste mit Rechnungslegungs- und Inkassierungsverboten zu entsprechenden Rufnummern, über die Verbraucher vor missbräuchlichen Kosten geschützt werden. Denn wer auf seiner Telefonrechnung eine in der Liste genannte Rufnummer ausfindig macht, kann den Rechnungsbetrag beim Telefonanbieter entsprechend kürzen.  

Bereits im Juli dieses Jahres wurde zudem die Abschaltung von 52.000 Rufnummern angeordnet, bei denen eine Ortsnähe vorgetäuscht wurde. 

Quelle: n-tv.de, awi

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