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Gruselige Aussichten So hart trifft Inflation Verbraucher und Sparer

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Inflation? Das Geld verliert an Kaufkraft.

(Foto: imago stock&people)

Die Inflation in Deutschland könnte um bis zu drei Prozent zulegen. In den USA sind gar über vier Prozent in diesem Jahr möglich. Vorübergehend, wie die Notenbanken betonen. Zinserhöhungen sind dennoch nicht in Sicht. Das heißt, für Sparer und Verbraucher könnte es sehr teuer werden.

Am Ende der Coronakrise zeichnet sich ein neues Problem ab: die Inflation. Überall ziehen die Preise an - für Verbraucher wird es also teurer. Auch für Sparer sind das schlechte Nachrichten. Für April hat das Statistische Bundesamt in Deutschland eine Inflationsrate von 2 Prozent ermittelt. Doch sie könnte noch weiter steigen - Experten gehen bereits von 3 Prozent aus. In den USA wurde im April sogar ein Preisanstieg von 4,2 Prozent gegenüber den Vorjahrespreisen berechnet.

Wie stark sich die Inflation auf die Preise und Sparguthaben in Deutschland auswirkt, zeigt eine Berechnung des digitalen Vermögensverwalters growney für ntv.de. Ein ständiger Preisanstieg bedeutet vor allem, dass die Kaufkraft ständig sinkt.

Ein Coffee to go (Durchschnittspreis heute 3,50 Euro) könnte demnach im Jahr 2040 mehr als 6 Euro kosten, wenn die jährliche Inflation 3 Prozent erreicht. Für einen Friseurbesuch bedeutet das den Anstieg von heute 45 auf fast 79 Euro, ein Paar Turnschuhe verteuert sich von knapp 80 auf rund 140 Euro. Die durchschnittlichen Kosten für Autobesitzer oder öffentlichen Nahverkehr steigen durch die Inflation von aktuell 360 Euro im Monat auf über 630 Euro. Eine steigende CO2-Besteuerung käme dabei noch dazu.

1.000.000 Euro für eine Wohnung?

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So wirkt sich die Inflation auf Preise und Sparguthaben in Deutschland aus.

"Je teurer ein Produkt, umso stärker wirkt sich auch der Inflationseffekt aus: Allein bei einem Preisanstieg von 2 Prozent pro Jahr kostet das neueste iPhone-Modell dann 2040 fast 1900 Euro (heute: 1300 Euro). Bei 3 Prozent Preisanstieg sind es sogar mehr als 2275 Euro. Der Preis für ein Mittelklasse-Auto steigt von durchschnittlich 35.000 Euro bis 2040 auf über 50.000 Euro (bei 2 Prozent Inflation) beziehungsweise auf mehr als 61.000 Euro (bei 3 Prozent Inflation). Und wer heute 575.000 Euro für ein Haus oder eine Wohnung zahlt, muss dafür 2040 rund 835.000 Euro (2 Prozent Inflation pro Jahr) beziehungsweise mehr als 1.000.000 Euro (3 Prozent pro Jahr) zahlen, wie die Berechnung zeigt.

Eine Inflation von 3 Prozent pro Jahr bedeutet für die Verbraucher, dass sich die Preise bis 2045 verdoppeln - das macht sich bei jedem bemerkbar", sagt Thimm Blickensdorf von der Geschäftsleitung von growney. Bei der aktuellen Inflationsrate der USA (4,2 Prozent) ergibt sich die Preisverdoppelung bereits nach 17 Jahren, also bis 2038.

Zinsen bleiben wohl weiterhin im Keller

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"Der Kaufkraftverlust durch die Inflation trifft Sparer besonders stark", betont der Experte, weil sich zugleich keine Abkehr von der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank abzeichnet. Auch diesen Effekt zeigt die exklusive Berechnung für ntv.de: 100.000 Euro auf dem Sparkonto haben bei 2 Prozent jährlicher Inflation im Jahr 2040 nur noch eine Kaufkraft von 68.643,08 Euro, bei 3 Prozent pro Jahr sogar nur 57.028,60 Euro. Dabei sind mögliche Strafzinsen, wie sie aktuell viele Banken und Sparkassen erheben, noch gar nicht einberechnet. Auch für ein Tagesgeldkonto mit 0,1 Prozent Zinsen pro Jahr ist der Effekt deutlich: Die Kaufkraft sinkt bis 2040 auf 69.934,34 Euro (2 Prozent Inflation) beziehungsweise sogar auf 58.090,87 Euro (bei 3 Prozent).

"Nur wer eine Rendite erzielt, die höher als die Inflationsrate ist, vermeidet den enormen Kaufkraftverlust", sagt Blickensdorf. Besonders wichtig ist das, wenn man Vermögen fürs Alter ansparen will, etwa um die drohende Rentenlücke zu schließen. Am Aktienmarkt war das in den letzten Jahren und Jahrzehnten tatsächlich möglich. Vermögensverwalter wie growney - aber auch Verbraucherschützer - empfehlen deshalb ein Portfolio aus mehreren Indexfonds (ETFs), mit dem sich von der weltweiten Entwicklung der Kapitalmärkte profitieren lässt - mit deutlich geringerem Risiko als bei Einzelaktien.

Quelle: ntv.de, awi

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