Ratgeber

Grillen mit Öko-Test Viele Veggi-Bratwürste sind "ungenügend"

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Von einem Bratwürstchen - auch von einem fleischlosen - erwarten Verbraucher, dass es würzig schmeckt und einen gewissen Biss hat.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die deutsche Brat- oder Grillwurst ist ein Verkaufsschlager - weltweit. Bei jenen, die Tier, Umwelt und vielleicht auch sich selbst schonen wollen, kommt dann aber die fleischlose Variante auf den Grill. Doch unter der Pelle verbirgt sich nicht nur Gesundes, wie Öko-Test feststellen muss.

Der Sommer ist hoffentlich bald da, dann glüht der Grill und die Fußball-EM läuft auch demnächst. Die perfekte Voraussetzung also für einen gelungenen Grillabend. Doch beim nun oft fälligen Wurstverzehr mahnt schon mal das eigene schlechte Gewissen zur Zurückhaltung. Zum einem wegen der Qualität der untersuchten Ware, zum anderen wegen der meist grauenhaften Bedingungen, unter denen das verwendete Tier während seines kurzen Lebens zu leiden hat. Ausweg? Der Griff zur vegetarischen oder veganen Bratwurst.

Doch hierbei sollte man besser genauer hinschauen, wie eine Untersuchung von Öko-Test nahelegt. Das Magazin hat 20 fleischfreie Bratwürstchen getestet. Die Mehrheit besteht hauptsächlich aus Tofu oder Sojaeiweiß, in einigen Marken bilden aber auch Seitan, Süßlupinen oder Gemüse die Grundlage. Wer in die Wurst aus Seitan beißt und Gluten vermeiden möchte oder muss, sollte schon mal vorsichtig sein, denn Seitan besteht aus Weizeneiweiß, also Gluten. Wer die nicht verträgt, wählt Würstchen ohne Weizeneiweiß.

Aber der Reihe nach. Sämtliche Bratwürstchen im Test eignen sich für die Pfanne und fast alle auch für den Grill. Bei Letzterem sollte möglichst auf eine niedrige Temperatur geachtet werden, dann trocknen die Würstchen weniger aus.

Insgesamt nicht so dolle

Die Tester ziehen ein eher durchwachsenes Fazit bei ihrer Untersuchung. Denn unterm Strich stehen nur wenige gute Noten. Zwei Produkte fallen mit "mangelhaft" durch und sechs mit "ungenügend".

Nur eine Marke wird mit "sehr gut" bewertet - und dies auch beim Geschmack (Viva Maris "Vegane Algen Bratwurst", 3,33 Euro pro 200 Gramm). Vier Produkte werden für "gut" befunden ("Alberts Lupinen Rost-Bratwürstchen, vegan" von Purvegan, 3,49 Euro, Dm "Bio Vegane Bratwürstchen", 2,28 Euro, Taifun "Grillknacker Sojawürstchen, vegan", 2,39 Euro und "Veggie Life Veggiefrisch Bratwürste, vegan" von Tofutown für 2,33 Euro).

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18 der 20 Produkte waren mit gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH) verunreinigt, 4 davon in einer Menge, welche die Tester als "stark erhöht" betrachten. Diese Stoffe können sich im Körperfett sowie in Leber oder Lymphknoten anreichern.

In einem Fall fand das beauftragte Labor zusätzlich aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH). Die "Beyond Meat Beyond Sausage Brat Original, vegan" von Zandbergen bekam dafür dann auch ein sattes "ungenügend". Was die Würstchen mit denen von Topas "Wheaty Seitan Thuringen Vegan", den "Eden Vegetarische Bratwürstchen" von Heirler, den "Guzinos Gemüse Grillos 5 lange Bratwürste, vegan" von Condacc, den"Meica Bratmaxe Veggie-Griller, vegetarisch" und den "The Vegetarian Butcher Vegetarische Lass Die-Sau-Raus Würstchen" von Unilever gemein haben. Auch wenn die nur stark oder auch stark erhöht mit MOSH belastet waren.

Quelle: ntv.de, awi

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