Ratgeber

Veganes Hack im Öko-Test Nur 4 von 20 sind "gut"

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Sieht eigentlich ganz gut aus.

(Foto: imago/Westend61)

Eigentlich wollen Menschen, die zu vegetarischen oder veganen Substituten greifen, sich und den Tieren Gutes tun. Zum Beispiel, indem sie beim Hack keins aus Fleisch zu den Nudeln servieren. Das ist nicht immer eine gute Idee, denn die Mehrheit der Ersatzprodukte ist mit Mineralöl verunreinigt.

Klassiker wie Spaghetti Bolognese sind mit veganem Hackfleisch schnell zubereitet und neu interpretiert: ganz ohne Tier und vermeintlich gesund. Doch eine Untersuchung von Öko-Test zeigt, dass 20 Packungen mit fertig gewürztem Veggie-Hack fast alle mit Mineralöl verunreinigt sind. Viele der hoch verarbeiteten Produkte enthalten zudem umstrittene Zusatzstoffe oder zu viel Salz.

Sieben Fleischersatz-Produkte sind im Test auch mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durchgefallen. Keine der Packungen mit veganem Hackfleisch schneidet mit Bestnote ab, immerhin vier sind aber mit "gut" empfehlenswert. Untersucht wurde 19 Mal veganes Hack und ein vegetarisches Hackfleisch.

Im Labor wurde das pflanzliche Hack auf Belastungen mit Mineralölbestandteilen und dem Pestizid Glyphosat untersucht, ebenso wurde der Fett- und Salzgehalt überprüft. Zu hohe Abweichungen zu den auf der Verpackung deklarierten Werten führten dabei zur Abwertung, ebenso weitere Mängel wie gentechnisch veränderte Organismen. Beim Geschmack gab es nur bei zwei Produkten Kritik: Das "K-Take it Veggie Bio Tofu Hack" von Kaufland ("ausreichend") schmeckte leicht alt, das "Pro La Terre Vegan Bio-Gehacktes" von Sofine ("mangelhaft") "deutlich brandig". Der Rest ist aber in Ordnung. Denn Soja, Tofu, Pilze oder Getreide bieten jeweils unterschiedliche Geschmacksnoten und unterschiedliche Mundgefühle wie bissfest, elastisch, knusprig, saftig oder mürbe.

Mineralöle und zu viel Salz

Doch besonders die Verunreinigung mit gesättigten Mineralölen (MOSH), die bei den meisten Produkten in unterschiedlichen Stärken festgestellt wurde, ist Öko-Test ein Dorn im Auge - denn die Substanzen reichern sich in den Organen an und können diese schädigen. Im "Mein Veggie Tag The Wonder Hack" von Aldi fand das Labor zusätzlich MOAH - aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe. Diese stehen im Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu wirken. In die Produkte geraten die Stoffe oft durch Speiseöle, die im Produktionsprozess verunreinigt werden.

Zudem bemängeln die Tester in gut der Hälfte der Fleischersatz-Produkte Salzgehalte von mehr als 1,1 Gramm pro 100 Gramm. In Finnland müssen solche Fertig- und Halbfertiggerichte schon seit mehr als zehn Jahren einen Warnhinweis tragen. Denn dauerhaft hoher Salzkonsum erhöht das Risiko für Bluthochdruck und Folgeerkrankungen. Aber immerhin liefern alle Veggie-Hack-Produkte Eiweiß. Der Gehalt liegt zwischen 9 und mehr als 30 Prozent. Zum Vergleich: Hackfleisch aus Rind und Schwein enthält etwa 20 Prozent Eiweiß. Pflanzliche Eiweiße tragen zu einer gesunden Ernährung bei.

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Beherzt zugreifen kann man unter anderem bei nachfolgenden "guten" Produkten: "Like Meat Like Hack" aus Soja, vegan - 3,32 Euro pro 200 Gramm, "Lord of Tofu" - Tofu Hack, vegan - 3,01 Euro pro 200 Gramm, und "Real Quality Bio-Tofu-Hack", vegan - 2,21 Euro pro 200 Gramm.

Satt "ungenügend" hingegen wurde diese Ware bewertet: "Mein Veggie Tag The Wonder Hack", vegan von Aldi Nord/Süd - 2,15 Euro pro 200 Gramm, "Viana ½ Pfund Veggie Hack Spicy" von Tofutown, vegan - 2,95 Euro pro 200 Gramm und "In den Spuren der Natur Vegi Gehacktes", vegan von Für Sie das Beste - 3,88 Euro pro 200 Gramm.

Quelle: ntv.de, awi

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