Ratgeber

Morsche Geldanlage Vorsicht vor Waldinvestments

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Die Werbung für Waldinvestments lässt die Herzen grüner Anleger höher schlagen.

(Foto: dpa)

Sind die Zinsen im Keller, suchen Sparer händeringend nach rentablen Anlageformen. Oder auch, weil das Kapital gestreut werden soll. Doch wenn der Wald ruft, sollten sich Sparer besser die Ohren verstopfen, wie Finanztest meint.

Wer keine Lust auf Aktien, Sparbuch, Immobilien, Gold, Bitcoin und Festgeld hat oder aber auch schon in allen Anlageformen investiert hat, denkt vielleicht über ein schönes Stück Wald nach. Schließlich locken per Direktinvestment üppige Renditen. Hier schließen Anleger mit einem Anbieter einen Dienstleistungsvertrag ab. Dies funktioniert ähnlich wie ein Fonds, sprich, der Anleger selbst muss in der Forstwirtschaft nicht bewandert sein und stellt einer Gesellschaft lediglich sein Geld zu Verfügung - im Tausch gegen Bäume und deren Erträge.

Aber auch wenn die Waldanlage vielleicht auch aus ökologischen Gesichtspunkten verlockend ist, ist Vorsicht geboten, wie Finanztest berichtet. Demnach sind Bäume keine gute Geldanlage. Im entsprechenden Test schnitten alle sieben Direktinvestments der an sich für seriös befundenen Anbieter "Forest Finance" und "Miller Forest" mangelhaft ab. Demnach sind die Prospektangaben in wesentlichen Punkten nicht nachvollziehbar. Die erwarteten Holzpreise werden ohne belastbare Marktdaten angegeben. Ob nach Jahren die in Aussicht gestellte Rendite erwirtschaftet werden kann, ist höchst ungewiss, so die Tester.

Grundsätzlich umfasst ein Direktinvestment den Kauf oder die Pacht eines Grundstücks sowie dessen Aufforstung. Die Verträge laufen meist über viele Jahre. Bei Miller Forest soll der Wald nach sechs, zwölf oder 18 Jahren, bei Forest Finance nach zwölf bis 25 Jahren gerodet werden. Bei Forest Finance kann man sich ab 396 Euro, bei Miller Forest ab 968 Euro beteiligen. Das Geld wird zu Vertragsbeginn vom Sparer eingezahlt. Wachsen die Bäume wie geplant, erhalten Anleger im besten Fall ihr Kapital zurück plus eine Rendite zwischen 4,3 und 6,9 Prozent. Je nach Baumart und dessen Ernte. So sind beispielsweise auch Investitionen in Kakao- und Kaffeeplantagen möglich.

Schwer kalkulierbare Risiken

Doch solche Geldanlagen sind mit schwer kalkulierbaren Risiken wie etwa dem Holzpreis zum Zeitpunkt der Schlussernte behaftet. Zudem erhalten Anleger keine nachvollziehbaren Informationen beispielsweise zu Grundstückpreisen oder Marktpreisen von Baumsorten. Sie können also nicht beurteilen, was Eukalyptus, Kiefern und Akazien tatsächlich wert sind. Laut Finanztest sind die Verflechtungen der Anbieter mit ausländischen Firmen, denen zum Teil die von Anlegern gepachteten Grundstücke gehören, kaum nachvollziehbar.

Immerhin haben Miller Forest und Forest Finance, anders als zahllose dubiose Anbieter von Bauminvestments ­im Internet, die vorgeschriebenen Verkaufs­prospekte und Vermögensanlageninformationsblätter ­vorgelegt. Die Bundes­anstalt für Finanzdienstleistungs­aufsicht (Bafin) hat die Geldanlageangebote ­­gestattet. Sie prüft allerdings nur, ob die Angaben der Anbieter in sich schlüssig sind. Ob sie richtig sind, prüft sie nicht.

Quelle: n-tv.de, awi