Ratgeber

Bei Unfall im Ausland Welche Notrufnummer wähle ich?

Krankenwagen mit Blaulicht. Foto: Lukas Schulze/Archiv

Die Krankenwagen sehen im Ausland mitunter anders aus. Die Telefonnummer ist aber in EU-Ländern gleich.

(Foto: Lukas Schulze/dpa)

112 - das ist die Notrufnummer in Deutschland. Aber gilt sie auch im europäischen Ausland? Und wie setzt man den Notruf richtig ab?

Nach einem Verkehrsunfall ist es oft wichtig, dass schnell Hilfe kommt. Doch wen sollen Autofahrer im Ausland anrufen? "Im Notfall gibt es keine Zeit zu verlieren. Je schneller die Rettungskräfte vor Ort sind, umso höher sind die Chancen, Menschenleben zu retten", sagt Markus Egelhaaf, Unfallforscher bei der Prüfgesellschaft Dekra.

Bereits seit Dezember 2008 gilt in der gesamten Europäischen Union (EU) die einheitliche Notrufnummer 112. Kostenfrei und ohne Vorwahl kann hier aus allen Fest- und Mobilfunknetzen Hilfe gerufen werden. "Daher sollte jeder die 112 sofort verfügbar haben, damit im Ernstfall nicht wertvolle Zeit mit der Suche nach der richtigen Telefonnummer verloren geht", so Egelhaaf. Eine Merkhilfe ist: Linker Daumen hoch für die 1, rechter Daumen hoch für die 1 und beide Daumen zusammen für die 2.

Auf die Leitstelle hören 

Generell erreicht man eine ständig besetzte Leitstelle, in der mindestens die Landessprache und Englisch gesprochen werden. Egal, ob der Rettungsdienst, die Feuerwehr oder die Polizei benötigt werden: Der Notruf wird entweder direkt bearbeitet oder nach kurzer Abfrage der Notlage an die zuständige Leitstelle weitervermittelt. Mittlerweile haben sich auch viele Nicht-EU-Länder diesem lebensrettenden Konzept angeschlossen. Die bekannten nationalen Notrufnummern wie etwa in Deutschland die 110 der Polizei bleiben parallel bestehen.

Sehr empfehlenswert ist, auch Kinder immer wieder darauf vorzubereiten, wann und wie ein Notruf abzusetzen ist. Und so geht es im Ernstfall: 112 wählen, der Rettungsstelle den Namen nennen und möglichst genau beschreiben, was wo passiert ist. Erst dann wieder auflegen, wenn es die Leitstelle sagt.

Auch wichtig: Sobald es der Zustand erlaubt, muss der verunglückte Urlauber seine Reisekrankenversicherung informieren, falls vorhanden. Die Versicherer bieten hierfür Notfallrufnummern an. Diese hat man auf Reisen am besten immer auf einem Zettel dabei oder im Telefon gespeichert. "Die Versicherung gehört in jedes Reisegepäck", sagt Philipp Opfermann von Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Denn die gesetzlichen Krankenkassen leisten nur bei Behandlungen in EU-Staaten und Ländern mit Sozialversicherungsabkommen Beistand - und das oft nur begrenzt.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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