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Wenn Eltern zanken Wer entscheidet über Impfung?

Eine Spritze liegt auf einem Impfpass. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

Das bessere Konzept für das Kindeswohl entscheidet.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild)

Deutschland sucht den Impfpass. Und manchmal auch zunächst eine Antwort auf die Frage, ob überhaupt geimpft werden soll. Zum Beispiel, wenn sich die Eltern beim Piks für den eigenen Nachwuchs uneins sind.

Die Entscheidung über die Durchführung von Schutzimpfungen für ein gemeinsames Kind kann bei Uneinigkeit der Eltern auf den Elternteil übertragen werden, der seine Haltung an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut orientiert. Dies hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG, Az.: 6 UF 3/21) entschieden.

Das OLG wies mit seiner Entscheidung die Beschwerde eines Vaters zurück, der in Sorge um die körperliche Unversehrtheit seines Kindes gegen entsprechende Impfungen war. Die Mutter befürwortete hingegen Standardimpfungen für das gemeinsame Kind und hatte deshalb zuvor beim Amtsgericht beantragt, ihr die Entscheidungsbefugnis über Standardimpfungen zu übertragen. Da beide gemeinsam das Sorgerecht ausüben und sich nicht einig wurden, musste final das OLG entscheiden.

Besseres Konzept für Kindeswohl entscheidet

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Laut Beschluss ist die Entscheidungskompetenz dem Elternteil zu übertragen, "dessen Lösungsvorschlag dem Wohl des Kindes besser gerecht wird". Gehe es um eine Angelegenheit der Gesundheitssorge, sei die Entscheidung zugunsten des Elternteils zu treffen, der das für das Kindeswohl bessere Konzept verfolge. Grundsätzlich könne laut Gerichtsentscheidung davon ausgegangen werden, "dass eine an den Empfehlungen der STIKO orientierte Entscheidung der Kindesmutter über vorzunehmende Impfungen im Ausgangspunkt das für das Kindeswohl bessere Konzept im Sinne der Rechtsprechung darstellt."

Der Sorge des Vaters um die körperliche Unversehrtheit des Kindes im Hinblick auf den Impfvorgang selbst trügen die Empfehlungen der STIKO ebenfalls Rechnung. Demnach werde für den Impfvorgang eine am Kindeswohl orientierte Vorgehensweise mit im Einzelnen dargestellten Handlungsvorschlägen empfohlen. Dass diese Empfehlungen unzureichend seien, sei im verhandelten Fall weder vorgetragen noch ersichtlich gewesen, so die Richter.

Quelle: ntv.de, awi

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